Mittwoch, 29. August 2012

[INTERVIEW]Tagus über Nina Hansemann



Nina Hansemann

Tagus ist der Leiter der Bruderschaft und beschützt normalerweise die Welt vor magischen Kreaturen, heute wird er ausnahmsweise ein Interview für Nina Hansemann führen. In ihrem Roman „Feennacht“ spielt er zwar nicht die Hauptrolle, aber er weiß über alles und jeden Bescheid, bzw. hat Mittel und Wege dies herauszufinden. Wichtig in seinem Job ist die Geheimhaltung, deshalb ist es wohl überflüssig zu fragen, was er von einem Interview hält.


1. Stell uns Nina Hansemann doch erst einmal kurz vor.
Sie ist ein Mensch, der versucht sein Leben zu meistern.
(er mustert sein Gegenüber einige Augenblicke)
Ich soll noch mehr sagen … Sie ist Ende Zwanzig, verbringt viel Zeit vorm Rechner, entwürft neue Geschichten und schreibt sie auf. Außerdem liest sie gerne und liebt das Reisen, da findet sie besonders viel Inspiration.


2. Was denkst du über Nina, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Sie ist vertrauenswürdig, das mag ich an ihr. Sie könnte gut Augen und Ohren für die Bruderschaft sein. Eine Waffe würde ich ihr allerdings niemals in die Hand geben, dafür fehlt ihr das Training, zehn Jahre mindestens, die holt sie niemals auf. Das ist auch besser so, eine Frau reicht, hinter der ich aufräumen muss, weil sie genau das Gegenteil von dem tut, was ich ihr beigebracht habe, einer zweiten bedarf es nicht.
Neudisch bin ich nicht auf sie, wir sind zwei vollkommen unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Leben und mit meinem bin ich sehr zufrieden. Ich habe keinen Grund auf sie oder auf sonst igrendjemanden neidisch zu sein. Im Übrigen habe ich den Neid schon vor vielen Jahren abgelegt. Mein Leben hat sich seitdem verändert, ich habe es selbst in die Hand genommen.


3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr/ihm, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
Sie plant nicht irgendwelche magischen Wesen zu befreien oder das Tor zu zerstören, wenn sie das Haus verlässt oder sich mit anderen Dingen außer dem Schreiben beschäftigt, somit interessiert es mich nicht, was sie sonst so treibt. Es fällt nicht in meinen Aufgabenbereich. Sollte sich das natürlich ändern, werde ich sie sofort überwachen lassen, aber bislang schien mir das unnötig. Ich fange an, die Privatsphäre von anderen zu respektieren. Ich gebe mir zumindest Mühe.


4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Soweit ich weiß nicht. Ich denke, sie will einfach nur sie selbst sein.
 

5. Gibt es Rituale, die Nina beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Beim Schreiben braucht sie drei Dinge: Dunkelheit, Musik und eine Flasche Mineralwasser. Wenn sie sich erstmal eine Playlist zusammengestellt hat, bleibt es auch monatelang dabei. Hin und wieder kommt dann neue Musik hinzu und einige Stücke werden rausgelöscht. Es ist selten, dass sie etwas komplett anderes hört, kommt aber auch vor. Etwas zu essen steht nie in Reichweite. Schokolade ist zwar fast immer im Kühlschrank, aber daran vergreift sie sich wenn nur in den kreativen Pausen.


6. Wie hast du sie kennengelernt?
Sie hat mich vor einigen Jahren bei einem Waldspaziergang aufgegabelt. Allerdings wussten wir lange Zeit nicht, was wir voneinander halten sollten, wir sind nämlich beide sehr verschwiegene Personen. Inzwischen weiß sie aber alles über mich, kennt jedes meiner Geheimnisse, jedes noch so kleinste Ereignis in meinem Leben und kann somit auch mein Handeln nachvollziehen, auch wenn sie es selten gutheißt. Meine Methoden mögen ihr manchmal etwas radikal erscheinen, aber ich weiß, was das Beste für diese Welt ist, ich habe Erfahrung darin. Ich bin ihr allerdings dankbar, dass sie meine Vergangenheit nicht in der Öffentlichkeit breitgetreten hat und ihre Aufmerksamkeit Leila und Luthias galt.


7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Das ist immer unterschiedlich. Manche Charaktere findet sie, mache finden sie.


8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Nina so besonders?
Das frage ich mich auch. Den Leiter einer geheimen Organisation lässt man kein Interview führen, da kann man ja gleich ein Schild aufstellen und eine Touristenatraktion daraus machen. Ändern kann ich es jetzt allerdings auch nicht mehr, also versuche ich das Beste daraus zu machen. Sollte es nötig sein, kann ich notfalls immer noch meine Kontakte nutzen, um das anschließend alles zu vertuschen.
Ich denke, sie hat mich ausgewählt, weil wir uns schon lange kennen und ich weiß mit Informationen umzugehen. Ich bin keine Plaudertasche, das schätzt sie wohl an mir … Na ja, und ich war gerade verfügbar.


9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Nina bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Sie hat zu viele Ideen, viel zu viel, hat sich jetzt jedoch auf zwei beschänkt. Ich darf allerdings nicht zuviel verraten, bei Projekten, an denen sie arbeitet, ist sie sehr zurückhaltend. Sie spricht meist erst darüber, wenn es etwas Konkretes zu erzählen gibt. So sehr ich diese zurückhaltende und verschwiegene Art auch an ihr mag, als Autorin ist das vielleicht nicht ganz so vorteilhaft. Da sollte man den Leuten die Projekte schon etwas schmackhaft machen (räuspert sich)
Aber ich habe mir ja vorgenommen, das Verhalten anderer zu akzeptieren, auch wenn es nicht immer das Beste für sie ist. Ich denke jedoch, dass Nina nichts dagegen hat, wenn ich sage, dass sie derzeit an zwei sehr unterschiedlichen Geschichten arbeitet. Beide werden wohl wieder romantisch, die eine mehr, die andere weniger, aber dafür recht düster.
Wenn ich beide Geschichten in einem Satz zusammenfasse, käme sowas heraus wie ‚Freiheitskämpferin mit Doppelleben trifft auf rachsüchtigen Hexenmeister‘.


10. Ein herzliches Dankeschön an Tagus für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Tagus gesagt wurde.
Bei der ein oder anderen Sache gibt es sicher noch Diskussionsbedarf, aber es ist Tagus sein Interview, da mische ich mich nicht ein. Alles in allem hat er mich aber gut vertreten.



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