Freitag, 15. Februar 2013

[INTERVIEW] Carmondai über Markus Heitz

Markus Heitz / Foto (c) Bernd Schumacher

Carmondai ist ein sehr alter Alb, der eine sehr weitreichende Vergangenheit hat, vom Krieger zum Erzähler und Chronisten, der gelegentlich Feder und Stift gegen Waffen tauschen muss. Er ist ein Meister in Wort und Bildnis, zeichnet, dichtet und hält fest, was den Albae im Laufe ihrer Geschichte zumindest zu seinen Lebzeiten widerfährt.

Seinen ersten Auftritt hat er in der Serie „Die Legenden der Albae“, im ersten Band namens Vernichtender Hass, und aus einer Randfigur wird alsbald eine der Hauptfiguren.

Wir bitten darum, nicht zu filmen oder zu fotografieren und alle Handys auszuschalten. Diese Wunder der modernen Technik könnten unseren heutigen Gast aus der Fassung bringen, und das wollen wir ja nicht. Also Carmondai dürfen wir dir eine Tasse Tee anbieten, bevor wir mit den Fragen beginnen?

Carmondai: Ah, Tee. Wie schön.

Ich bin übrigens nicht debil, vielen Dank: Ich kann diese Artefakte schon sehr gut einschätzen. In den phantastischen Gefilden, aus denen ich entspringe, ist übrigens viel mehr möglich als dieses armselige technische Arsenal, das auf Strom und Batterien angewiesen ist. Magie ist ungleich eleganter!

1. Stell uns Markus Heitz doch erst einmal kurz vor.

Carmondai: Er ist recht groß für einen Barbaren, ansonsten nicht sonderlich auffällig und und trägt immer Schwarz. Das macht ihn aus Sicht meines Volkes halbwegs sympathisch.

Er schreibt ständig, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Das macht er schon sehr lange. Bei uns würde man sagen, er ist recht einseitig talentiert, aber nun ja. Er ist auch nur ein Barbar, nicht wahr? (lacht)

2. Was denkst du über Markus, wie findest du ihn? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihm findest, wofür du ihn beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?

Carmondai: (lacht schallend) Beneiden? Einen Barbaren? Oh, nein, da fällt mir nichts ein. Überhaupt nichts. Es gibt nichts, in was er mir überlegen ist.

Ansonsten, nun, er bewegt sich in den verschiedenen Ebenen der Geschichtenweberei und nicht nur in der Phantastik, das finde ich recht gut.

Es macht keinen Sinn, sich zu beschränken, wenn man Ideen für verschiedenste Geschichten hat. Das ist niemals empfehlenswert.

Was ich nicht leiden kann, ist: dass er in seinen Büchern über uns zu viele meines Volkes sterben lässt. Das nehme ich ihm SEHR übel.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihm, was tut er, wenn er nicht schreibt?

Carmondai: Er schreibt wirklich ständig.

Unentwegt denkt er sich Projekte aus, von Singspielen über Drehbücher, arbeitet mit Musikern zusammen, mit Zeichnern, ist viel unterwegs und liest aus seinen Büchern vor.

Man kann schon sagen, dass er seine Berufung gefunden hat.

4. Hat er ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?

Carmondai: So etwas erwähnte er nie.

5. Gibt es besondere Gepflogenheiten, die Markus Heitz beim Schreiben an den Tag legt? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?

Carmondai: Er hat eine Schwäche für schwarzen Tee, den er in rauen Mengen zu sich nimmt. Ohne dieses Gebräu geht gar nichts.

Musik, ja, viel und Verschiedenes, meistens diese Soundtracks, die ihn in passende Stimmung versetzen.

6. Wie hast du ihn kennengelernt?

Carmondia: Er hat nicht lange gefragt und mich auf den Feldzug geschickt, als eine Art Kriegsberichterstatter. Das war nicht nett, aber dann entdeckte ich mehr und mehr, was für eine Bereicherung es für mein Dasein bedeutet.

7. Weißt du, ob es bei ihm immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?

Carmondai: Generell fragt er nie lange, wenn es um Charaktere geht, und ich habe das Privileg, noch am Leben zu sein.

Das ergeht nicht jedem seiner Schöpfungen so. Er bringt ständig Charaktere um, seien sie nun wichtig oder unwichtig. Da ist er skrupellos wie wir. Ein echter Autor, ohne Gnade und Mitleid.

8. Einmal ganz direkt gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Markus so besonders?

Carmondai: Ich bin das Bindeglied in seinem Universum rund um die Albae, in denen auch gelegentlich Zwerge vorkommen. Leider.

Also, wenn es nach mir ginge, wären wir die Helden von Anfang an gewesen, aber es ist nunmal so, dass die Unterirdischen viele Freunde haben. Aber die ziehen wir alle noch auf die dunkle Seite der Macht!

Mir kommt die Aufgabe zu, verschiedene Geschichten zu erzählen, Kleinigkeiten aufzulisten, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Das macht mich besonders und einzigartig. Und nicht zuletzt habe ich die Hoffnung, deswegen noch lange zu leben.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Markus Heitz bereit? Wie sieht der momentane Stand seiner Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?

Carmondai: Ich kann sagen, dass er ständig neue Dinge ersinnt.

Dieses Jahr, wie ihr es rechnet, kommt im März eine SpaceOpera namens Operation: Vade Retro, als Nachfolger von Collector. Außerdem im August ein Thriller, genannt Totenblick, bei dem ich den Mörder sehr mag. Er besitzt einen gewissen Kunstverstand, der bei Barbaren nicht immer leicht zu finden ist. Ob der Mörder den Roman unerkannt übersteht? Zuzutrauen wäre es Heitz!

Außerdem plant er einen vierten Band über mein Volk, der 2014 kommt, dann schreibt er mit meiner Hilfe einen Kurzgeschichtenband, der im November 2013 gedruckt erscheint und dessen Storys Monat für Monat als ebook downzuladen sind.

Aber in einem Kopf geht es schon weiter: Zwerge 5, Mächte des Feuers 3, und noch weiter Horror-Romane!

Dieser Schreiberling ist einfach nicht zum Aufhören zu bringen.

10. Ein herzliches Dankeschön an Carmondai für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Carmondai gesagt wurde.

Markus Heitz: Ich bin kein Barbar. Aber ansonsten, fürchte ich, hat er nur die Wahrheit gesagt … erschreckend!




Mehr über den Autor erfährt man auf seiner Homepage.

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