Freitag, 21. Juni 2013

REZENSION: May Hooper - Aschenblüten

Aschenblüten - Mary Hooper
Originaltitel: Petals in the Ashes
Berlin Verlag, 2005
288 Seiten
Taschenbuch 7,95 €
ISBN: 978-3833350177

Die Fortsetzung des großen Erfolges Die Schwester der Zuckermacherin
Hannah ist vor der Pest aus London geflohen. Nun kann sie endlich zurückkehren. Als Erstes möchte sie Tom wiedersehen, doch der ist spurlos verschwunden - es heißt, er sei der Pest um Opfer gefallen. Währenddessen kündigt sich in London schon die nächste Katastrophe an ...






Meine Meinung:

 "Aschenblüten" hatte ich mir direkt mit dem Vorgängerband "Die Schwester der Zuckermacherin" gekauft. Und nachdem mich der erste Band so restlos begeistert hat, wollte ich natürlich nicht zu lange damit warten, bis ich auch "Aschenblüten" lese.

Wir folgen darin Hannah und Sarah, die sich mit der kleinen Grace auf den Weg nach Dorchester machen. Doch entgegen ihrer Erwartung fällt die erste Begegnung mit Graces Tante nicht besonders dankbar und herzlich aus. Sie werden ins Pesthaus gesteckt und müssen dort 40 Tage ausharren, bevor sie als gesund gelten und ins Anwesen der Cartmels eingelassen werden. Im Dienstbotentrackt leben die beiden Schwestern nun, bis sie Nachricht aus London haben, dass die Pest besiegt ist und man sicher in die Stadt zurückkehren kann.

Als es soweit ist, reisen die beiden jedoch zuerst nach Hause zu ihren Eltern. Unterwegs nehmen sie noch einen jungen Mann aus dem Nachbarort mit, der auf dem Weg nach Hause überfallen wurde. Dass dessen anschließende Besuche nicht nur mit purer Dankbarkeit, sondern auch mit starken Gefühlen für Sarah zu tun haben, sorgt dafür, dass Hannah mit ihrer jüngeren Schwester Anne zurück nach London geht, um das Geschäft "Zur kandierten Rosenblüte" wieder aufzunehmen. Zurück in London sucht Hannah nach Tom, erfährt jedoch, dass dieser zusammen mit Doktor Da Silva in einem Pesthaus der tückischen Krankheit erlegen ist. In tiefer Trauer stürzt sie sich in die Arbeit. Bei einem Theaterbesuch, für den die beiden Schwestern Karten von Nelly Gwyn erhalten, sieht Hannah einen jungen Mann, den sie für Tom hält. Lebt er etwa noch? Sie macht sich mit Anne auf die Suche nach ihm, während in London ein Feuer mit nie erlebtem Ausmaß ausbricht.

"Aschenblüten" war wieder in dem gleichen, wunderbaren, ruhigen Ton geschrieben, wie auch schon der Vorgängerband. Ich fand es etwas schade, mich von Sarah verabschieden zu müssen, auch wenn es schön war, zur Abwechslung Hannah in der Rolle der älteren Schwester zu sehen. Die Einreise nach London zum Beispiel war ein schönes Gegenstück zum ersten Teil, in dem Hannah selbst alles bestaunte, wie es nun Anne tat.

Auf Action wartet man auch hier wieder vergebens, wenn auch durch den großen Brand einige spannungsgeladenere Szenen als in "Die Schwester der Zuckermacherin" dabei sind. Die Flucht der Menschen aus der Stadt, die Gefahr der um sich greifenden Flammen, die die Menschen so kurz nach der letzten überstandenen Katastrophe heimsuchen, das alles schildert Mary Hooper wieder wunderbar nah und bedrohlich, ohne dabei in die Hollywood-Trickkiste greifen zu müssen.

Das einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, war, dass sich die Geschichte ein wenig übereilt angefühlt hat. Ich glaube, 100 Seiten mehr hätten diesem Buch wirklich gut getan, denn mit der Zeit im Pesthaus, der anschließenden Wartezeit in Dorchester, der Reise zurück zu den Eltern und dem dortigen Aufenthalt, der Rückkehr von Hannah nach London, der Suche nach Tom und der Rückkehr in den Alltag und anschließend das ausbrechende und sich ausbreitende Feuer und die Flucht vor diesem, war es für nicht einmal 300 Seiten einfach zu viel Inhalt. Ich hätte auch gern ein wenig mehr über die Auswirkungen NACH dem Feuer auf London und die Bevölkerung gelesen.

Aber das sind keine großen Kritikpunkte und ich glaube, es werden nicht die letzten beiden Bücher von Mary Hooper gewesen sein, die ich lese. Daher von mir für "Aschenblüten": 4 Punkte.



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