Dienstag, 2. Juli 2013

REZENSION: Lackschaden von Susanne Fröhlich (Nana)

Lackschaden - Susanne Fröhlich
Fischer Verlag, 2012
288 Seiten
Hardcover 16,99€
eBook 8,99€
ISBN: 978-3-8105-0673-3
Hörbuch: 9,99€, 304 Minuten

Klappentext:
Wie fühlt man sich, wenn die eigenen Kinder kaum noch mit einem reden, der Ehemann offensichtlich viel lieber auf dem Golfplatz als zu Hause ist, der Schwiegervater hingegen den ganzen Tag lang Ansprache erwartet und das Klimakterium einem schweißig im Nacken sitzt? Soll es das etwa gewesen sein? Ein Leben als Putzfrau, Köchin, Chauffeurin, Aufräumerin und Trösterin mit Nebenjob in einer Werbeagentur? Nein! beschließt Andrea Schnidt und merkt schon bald: Ja, da geht noch was!
Abgrundtief ehrlich und schonungslos witzig erzählt Susanne Fröhlich vom Leben im Angesicht der Wechseljahre und dabei wird eines ganz klar: Der Spaß ist noch lange nicht vorbei!





Meine Meinung:
Ich stand in der Bücherei und kramte so ein wenig durch die dortigen Hörbücher, weil alle, die mich auf Anhieb interessiert hatten, bereits über Wochen vergeben waren. Doch dann fiel mir dieses Hörbuch in die Hände. Dieses kräftige - ja, was ist das eigentlich? Eine Mischung aus Grün und Gelb, aber so richtig schön Neon, mit jeder Menge Pink - Nagellack und Schriftzug, zog mich in seinen Bann! Pink, es MUSS mit!

Zu Hause, wanderte es sofort in mein Laufwerk und ab ging es. Ich wollte mich ohrfeigen, wieder eine Geschichte im Präsens, damit habe ich es doch nicht so, doch ...

Andrea, die Hauptperson aus deren Sicht erzählt wurde, zog mich in ihren Bann. Die Gutste ist über vierzig und staubtrocken. Sie erzählt von ihren Gedanken, ihrem Leben und ihren Problemen mit ...

Rudi, dem Schwiegervater, dessen Frau vor Kurzem erst verstarb und deshalb bei Andrea und ihrer Familie einzog.

Christoph, ihr Ehemann. Ein egoistischer Sesselpupser.

Ihre Kinder Claudia und Mark, die beide eben typisch Teenager sind und dies auch jederzeit kundtun ...

und noch ein paar anderen Nebenrollen.

Die Sprache ist perfekt - einfach, aber nicht anspruchslos, und der tolle, trockene Humor wird mit einer absoluten Leichtigkeit wiedergegeben. Ob es nun der typisch hessische Akzent des Opas ist, der, so wie man meint, bereits mit einem Bein im Sarge steht, oder ob es die detaillierte Schilderung, des Jaguar-Diebstahls war, die gefühlte Genugtuung, die turbulenten Gedanken oder die Fettnäpfchen, in welche Andrea mit Volldampf immerzu klatschte - herrlich!

Susanne Fröhlich behandelt in Lackschaden eigentlich kein witziges Thema, dennoch schafft sie es, sämtliche Sympathie auf Andrea zu lenken, sodass man mit ihr mitleiden und mitlachen kann. Wobei ich glaube, Andrea war nicht oft zum Lachen. In den kurzen Episoden, die alle auf das Finale hinauslaufen, erlebt man wirklich alles: ausgebaute Haustüren, zickige Teenager, wutentbrannte Mitvierziger und gelackte Jaguarfahrer, Stilbruch und Drogenkonsum, Urlaub und Sorge bis hin zu dem Punkt, auf den alles hingedeutet hatte. Natürlich will ich nicht vorweg greifen, aber, liebe Andrea, gut gemacht!
Super Unterhaltungswert, super Spaß, super Mitleiden und Mitdenken!

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