Donnerstag, 15. August 2013

REZENSION: Kaja Evert - Flügel aus Asche

Flügel aus Asche - Kaja Evert
Knaur. TB, 2013
448 Seiten
Taschenbuch: 9,99 €
eBook: 9,99 €
ISBN: 978-3426511961

Klappentext:
Seit langer Zeit herrscht der Kaiser der fliegenden Stadt Rashija mit harter Hand über sein Reich. Der junge Adeen arbeitet als niederer Schreiber in der Stadt und muss die Schikanen der höhergestellten Magier ertragen. Als er eines Tages mit einer Gruppe von Rebellen in Kontakt kommt, ist Adeen sofort Feuer und Flamme. Er ahnt nicht, dass er in eine Auseinandersetzung geraten wird, in der er eine entscheidende Rolle spielen soll. Denn nur Adeen kann den Aschevogel beschwören, ein Wesen von unheimlicher Schönheit und einzigartiger Stärke. Der Kampf um Rashija und um die Freiheit hat begonnen.




Meine Meinung:
Das Cover ist traumhaft: kräftige Farben, aufklappbarer Einband, der allerdings beim Lesen etwas stört, aber ansonsten stimmig wirkt. Der erste Blick verrät, dass man es hier mit High Fantasy zu tun hat.

Von den ersten Seiten an begleitet man Adeen, eine Krähe, einen Bewohner der Unterschicht, Abschaum, wie es in Rashija heißen würde, durch seinen Arbeitsalltag.

Talanna, eine Draquerin, eine Magierin, kommt ebenfalls rasch ins Spiel, da sie ihn beschützt.

Charral, ebenfalls Draquer und Mitglied der Oberschicht hingegen wird direkt als unliebsamer Weggefährte ausgedeutet, hier wurde optimal und mit wenig Worten eine geballte Antipathie aufgebaut.

Yoluan ist ein einfacher Arbeiter, aber ein herzensguter Kerl, so einer darf in keiner Geschichte fehlen.

Die Sprache ist blumig, trotz der tristen und grauen Welt, die beschrieben wird. Die Dialoge sind gut gesetzt, informativ und lebendig und jeder Charakter spiegelt sich darin auf seine Weise wieder.

Fazit:
Anfangs muss ich ehrlich zugeben, fand ich die Geschichte irgendwie "flach". Das muss ich damit begründen, dass es in Rashija, einer schwebenden Stadt, verboten ist, zu malen oder generell, mit Farben zu hantieren. Was eben eine triste, graue Welt zum Vorschein bringt. Gerade am Anfang war dies ein Punkt, der sich richtig aufdringlich in den Vordergrund stellte und in mir die Frage aufwarf "Ist es das?"
Doch ab einem gewissen Punkt legte die Geschichte ihre Hände um mich und riss mich einfach mit. Ich verstand, im Zuge der Worte, immer mehr, was hinter dieser grauen Fassade steckte. Die Autorin entführte mich in eine Welt, eine schwebende, eine gefährliche, eine unfaire Welt.
Die Idee mit der schwebenden Stadt gefiel mir sofort, da ich selbst schon eine Kurzgeschichte über solch eine Welt geschrieben habe und ich war erstaunt, wie die Autorin ihre Stadt umgesetzt hat.
Etwas schade fand ich Talanna. Sie blieb recht unnahbar, irgendwie kalt, berechnend, klar, sie spielte ihre Rolle, aber es fiel mir schwer, am Ende dann noch Sympathie zu empfinden, auch wenn ich Adeen sehr gut nachvollziehen konnte.
Ein weiterer Punkt war der Aschevogel. Als er dann plötzlich auftauchte, hatte ich es mir etwas "pompöser" vorgestellt. Er wurde, ohne Zweifel, gut beschrieben, gerade die Gefühle, das Innerste des Tieres, aber, und das fand ich schade, die Farben, das, was ihn umgibt, blieb recht blass, das im Hinblick darauf, welch Macht ihm zuteil ist, war für mich etwas schade.
Dennoch, dieses Buch kann ich wirklich an Fans der High Fantasy empfehlen. Die Story trägt durch die Seiten, lässt den Leser leiden und mitfiebern, die Geschichte, die Regeln, das Leben hinterfragen. Sie berührt und wühlt auf und, für das, was alles erzählt wird, wurden erstaunlich wenig Seiten verbraucht, was ich ebenfalls positiv empfinde, da es am Ende für mich keine Fragen gab, die ungeklärt blieben.
Wirklich spitze umgesetzt.

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