Dienstag, 13. August 2013

REZENSION: Sebastian Fitzek u. Michael Tsokos - Abgeschnitten

Abgeschnitten - Sebastian Fitzek u. Michael Tsokos
LuebbeAudio, 2012
Hörbuch: 14,99 €
Gebunden: 19,99€
Spieldauer: 6 CDs; Spieldauer: 427 Minuten
ISBN: 9783785748961

Klappentext: 
Rechtsmediziner Paul Herzfeld findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt – und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert.
Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen. Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert … 



Meine Meinung:

Diese Rezension bezieht sich auf das Weltbild-Hörbuch.

Das Cover von »Abgeschnitten« ist schlicht, ein Skalpell (ich hatte die Weltbild-Fassung), blutig, auf schwarzem Untergrund. Der Titel lässt Spielraum, und wenn man Sebastian Fitzek kennt, grübelt man automatisch nach, in welchem Zusammenhang der Titel stehen könnte.

Die Charaktere sind vielfältig und die Protagonisten schnell ausgedeutet.
Allen voran der Gerichtsmediziner Paul Herzfeld dessen Tochter entführt wurde. Er steht unter besonderem Druck, denn es steckt wahrlich mehr dahinter.

Linda, die Comic-Zeichnerin mit bewegter Vergangenheit und viel Angst im Nacken. Sie agiert eher unfreiwillig als Herzfelds rechte Hand.

Das Millionärssöhnchen, sozusagen Herzfelds' Sidekick, und obwohl man anfangs nur den Kopf schütteln möchte, hat er seine Daseinsberechtigung.

Und natürlich Ender, Lindas Sidekick - ein armer, aber herzensguter Mann.

Was ich sehr toll finde, ist, im Wechsel der Spielorte, der Wechsel der Vorleser. Somit bleibt das Hörbuch lebendig, die Stimmen klingen angenehm und vermischt mit Fitzek und Tsokos Schreibstil, entsteht ein fesselndes Hörbuch, das einen verleitet, an den Nägeln zu knabbern.
Die Sprache ist treffend, die Dialoge lebendig, die Beschreibungen nüchtern, was der Geschichte erst den schaurigen Stempel aufdrückt. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz – super!

Fazit:
Bereits seit "Der Seelenbrecher" bin ich Fitzek Fan. Als ich dann günstig an das Hörbuch kam, dachte ich, soviel kann nicht schiefgehen und bereut habe ich es nicht. Ich hatte Sorge, nicht Fuß fassen zu können, doch dies war nicht begründet, die Leser hatten so fesselnde und füllende Stimmen, dass es einfach Spaß machte, zuzuhören. Auch gruselte ich mich nicht zu sehr, wie wenn ich selbst gelesen hätte, was mir aber beim Spaß und der Spannung keinen Abbruch gab.
Die Geschichte selbst war spannend erzählt. Wenn Fragezeichen auftauchten, wurden diese rasch und logisch erklärt - bis auf den Schlüsselbund, den der Bürgermeister weggesteckt hat und eine Szene später von Herzfeld aus dessen Hand genommen wurde, aber das nur am Rande, ansonsten passten die Puzzleteile hervorragend ineinander und auch das Ende war recht überraschend.
Auch wie der Hörer nie einen Zweifel an Hannahs Verschwinden hatte und dann feststellen musste, dass ... Aber nein, mehr verrate ich nicht. Einfach brillant.
Dieses Hörbuch kann ich daher ruhigen Gewissens empfehlen.




 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...