Donnerstag, 26. September 2013

REZENSION: Snakewoman - Anthologie (by Nana)

Snakewoman - Anthologie
Fabylon - Verlag, 2012
200 Seiten
Preis: 14,90 €
ISBN: 978-3927071605

Klappentext:
Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben. Altes norwegisches Sprichwort Tobias Bachmann, Ascan von Bargen, Alisha Bionda, Linda Budinger, Barbara Büchner, Tanya Carpenter, Ruth M. Fuchs, Florian Hilleberg, Sören Prescher, Gian Carlo Ronelli und Gundula Sell ließen sich von Werken des viel zu früh verstorbenen Künstlers und Autors Andrä Martyna zu phantastischen Geschichten inspirieren. Sei es ein Fotograf, der auf seinen Bildern eine mysteriöse Flügelfrau sieht, sie aber nicht leibhaftig vor sich gesehen hat. Zwei Liebende, die durch den Aberglauben einer Dorfgemeinschaft ins Moor flüchten und fortan als ruhelose Geister Rache nehmen. Oder eine Kunstagentin, die über den Ursprung eines Gemäldes mit einer Schlangenfrau nachforscht und Bekanntschaft mit dem Unwesen macht. Die persönlichste Story stammt von Tanya Carpenter, die ihrem Helden nicht nur den künstlerischen Nickname des Verstorbenen gab, sondern die Handlung nach Norwegen verlegte, wo Andrä Martyna seinen Lebensabend verbringen wollte.


Meine Meinung:

Wie immer, bei Anthologien, gebe ich ein kurzes Fazit zu den Geschichten, das meine Meinung und Empfinden wiederspiegelt - die Bewertung der gesamten Anthologie zeigt, wie mir das Gesamtwerk in Erinnerung geblieben ist.

Ich beginne beim Cover. Ich muss ehrlich gestehen, ich wusste nicht, was mich erwarten wird. Die Grafik sieht sehr experimentell aus, eine Mischung aus so vielem, dass ich wirklich nicht wusste, in welche Richtung diese Anthologie gehen wird, umso gebannter war ich dann schließlich.

Fakt ist, diese Anthologie ist im Gedenken an den Illustrator Andrä Martyna. Die Innenillustrationen sind alle samt von ihm entworfen und sind so unterschiedlich und facettenreich, dass es wirklich wundervoll zusammenpasst. Hier wird dann auch klar, wie das Cover mit der Anthologie in Verbindung steht.

Die Widmungen der Autoren und der Familie des Verstorbenen sind in dieser Anthologie wahre Schätze. Ich wollte beim letzten Beitrag Rotz und Wasser heulen, weil die Worte einfach so wahr waren, so ehrlich und ich, auch wenn ich niemanden aus der Familie Martyna kenne, so berührt war …


Dragemenn – Tanya Carpenter:
Wirklich gut durchdacht, die Sprache war so treffend und die Stimmung eindrucksvoll eingefangen, dass ich das Gefühl hatte, direkt dabei gewesen zu sein - perfekt!

Morvan's Dale – Ascan von Bargen:
Die Sprache ist wirklich fantastisch gewählt für das Setting und die Fantasie, die hier drin steckt, ist ebenso nüchtern wie brutal - eine grandiose Geschichte, gleichermaßen eklig und unheimlich, aber spitze!

Die Stadt der schweigenden Türme – Linda Budinger:
Eine traumhafte Geschichte und zauberhaft durchdacht, es fiel mir nicht schwer, jedes Wort zu Glauben - wirklich fantastisch.

Ein Leben für ein Leben – Ruth M. Fuchs:
Dies ist eine sehr fantasievolle Geschichte, mit Drachen und Menschen und dem innerlichen Zwist, der entstehen kann, wenn ein Missgeschick, eine unbedachte Handlung die nächste nach sich zieht. Ich hätte mir jedoch etwas mehr Eleganz von Zerdéc erhofft - er war zwar der Weise, der gütige und nicht zuletzt der liebevolle, aber er war mir auch etwas zu starr.

Snakewoman – Barbara Büchner:
Zugegeben, die Illustration ist komplett anders und wahrlich etwas, was es im Kunstgewerbe so nicht gibt und dennoch wurde die Illustration so harmonisch in eine eher realistische Geschichte verwoben - super. Das Ende kam mir etwas abrupt, wohl weil ich ahnte, dass hier noch der große Hammer kommen musste, dennoch, gute Arbeit.

Das Sammeln – Gundula Sell:
Ich bin etwas enttäuscht. Ich habe mich wirklich durch den Text gequält, habe erkannt, dass da irgendwas verborgen lag, was sich mir einfach nicht erschließen wollte, und das blieb leider bis zum Schluss. Dem Text merkt man den Werdegang der Autorin deutlich an und scheinbar zähle ich nicht zu den Erlesenen, die ihn verstehen durften.

Hawleys Gemälde – Sören Prescher:
Hier nimmt für mich die Anthologie wieder Fahrt auf. Diese Story hat etwas von »Nachts im Museum«, nur viel unheimlicher. Ich weiß schon, weshalb ich Gemälde nicht so mag ;)

Jagdfieber – Florian Hilleberg:
Vom Inhalt her, hat sie alles: etwas Humor, etwas Drama, etwas ekelfaktor und Sex. Meine war es nun nicht unbedingt.

Rihanna – Gian Carlo Ronelli:
Story mit Tiefgang, was will man mehr, auch wenn recht oft gebrüllt wird, wie ich feststellen musste, aber zwischen den Zeilen eine tolle Story!

Im Abbild des Mondes – Tobias Bachmann:
Ich fand den Einstieg echt toll, konnte jedoch nicht bis zum Schluss am Ball bleiben. Leider weiß ich nicht wieso, denn die Umsetzung war wirklich gut.

Die Moorleichen – Alisha Bionda:
Ein toller gebührender Abschluss mit ganz viel Gänsehaut und Grusel, wunderbar!!!


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