Samstag, 2. November 2013

Blogtour Assjah - Station 6: Werkstattbericht

 Hallo und Willkommen zur 6. Station der Assjah-Blogtour. Falls ihr heute durch Zufall hierhergekommen seid, empfehlen wir euch noch einen Blick auf die bisherigen Stationen:



28.10.2013 – "Die Bücher" Tanja Saalbach
29.10.2013 – "Die Autorin" Beates Lovelybooks
30.10.2013 – "Die Illustratorin" Ye Olde Independent
31.10.2013 – "Die Figuren" Bücherfee
01.11.2013 – "Die Welten" Bookrecession

 So, und wenn ihr jetzt soweit seid, freuen wir uns, euch jetzt unseren Tourstopp zu präsentieren:






Werkstattbericht


Alte Notizbuchseite von Juliane Seidel
 
Die Buchreihe „Assjah“ entstand nicht von heute auf morgen, sondern hat einen langen Weg hinter sich. Gut und gerne 15 Jahre ist es her, seit ich die ersten Zeilen schrieb – damals war Kim noch gar nicht dabei, ebensowenig seine Fantasiefreunde, die man aus den ersten Bänden der Kinderbuchreihe kennt. Stattdessen stand Kims Freund Chris im Mittelpunkt zusammen mit dem dem Engel Lionare und dem Dämon Teoma. Chris’ Abenteuer haben nichts mit den „lebenden Träumen“ und vergessenen Kindern“ gemein und richteten sich ursprünglich an ein älteres Publikum (Jugendliche ab 12/14)

Ich versuche mich hier mal an einer groben Chronik, wie „Assjah“ entstand und welche unterschiedlichen Stationen die Figuren, die Geschichten und ich durchlebt haben. Auch wenn dies nicht an allen Stellen explizit erwähnt wird, hat meine Freundin Tanja, die auch für die wundervollen Illustrationen verantwortlich ist, einen maßgeblichen Teil zu „Assjah“ beigetragen – sei es durch Ideen, Plotwendungen und interessante Grundlagen für Figuren. So basiert Kim auf einer Idee, die sie hatte, ebenso half sie mir beim Bau der Welten und der komplexen Hintergründe. Ohne sie wäre „Assjah“ nicht das, was es heute ist.

Bitte beachtet beim Lesen der Chronik, dass ich im Laufe der letzten Jahre nicht ausschließlich an „Assjah“ gearbeitet, sondern parallel auch an anderen Büchern geschrieben habe: der Vampirgeschichte „Atemlos“, dem Jugendfantasy „Geisterkinder“, dem Urban Fantasy Roman „Nachtschatten“ und einigen Kurzgeschichten.

Chronik

Worldsaver - Juliane Seidel
Chris, Teoma und Lionare
1997 - 2000: Die Brücke
Irgendwann war sie da – die Idee zu einer Geschichte, in der Engel und Dämonen eine Rolle spielen sollten. Während meiner Schulzeit begann ich mit dem Roman „Die Brücke“ und schrieb gut und gerne 150-200 Seiten. Damals hatte ich keine Ahnung von Normseiten, Verlagen und Agenturen – ich schrieb das Buch zum Ausgleich zum Schulstress für mich selbst. Darin sind die ersten Grundzüge der ursprünglichen „Assjah“-Reihe enthalten: eine Brücke, die entscheidet, was mit den Seelen geschieht, die gestorben sind (sprich ob sie als Mensch wiedergeboren werden oder den Sprung in die höheren Welten schaffen), ein Engel und ein Dämon, die miteinander verbunden sind und sich gemeinsam auf der Suche nach einer ganz besonderen menschlichen Seele machen müssen.
Dieses Buch fiel schließlich irgendwann einem Festplattenabsturz zum Opfer.



Tree of Light - Juliane Seidel
Teoma und Lionare, sowie
ihre Lehrmeister im Hintergrund

2000 - 2006: XXXXX-Ära
Nachdem „Die Brücke“ verloren war, beschloss ich das Buch von Grund auf neu zu planen und größer anzulegen. Zwischen 2001 und 2004 schrieb ich kaum, da ich mich auf mein Studium konzentrierte, erst ab 2005 arbeitete ich wieder intensiver an „XXXXX“ / „Assjah“ und schrieb den ersten Band mehrfach neu. Zusammen mit Ulrike, einer guten Freundin, entstand der Charakter Florian, Tanja (die auch die Illustrationen zur heutigen Reihe anfertigt) gab die Grundidee für Kim und gab mir immer wieder Tipps und neue Ideen. Zudem entstanden in der Zeit einige Kurzgeschichten, die unveröffentlicht blieben.

Da mir ganze 6 Jahre lang ein Reihentitel fehlte und ich erst 2005 auf den Begriff „Assjah“ stieß (stammt aus der Kabbala und steht für die „materielle Welt“), bekam das Projekt den Titel „XXXXX“. Das erste Buch hieß „Seelenspiegel“ und konzentrierte sich auf Chris, der auf den Engel Lionare und den Dämon Teoma trifft und das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit wiederherstellen soll.

In dieser Zeit bewarb ich mich erstmals bei einer Agentur und erhielt beinah eine Zusage von Schlück, denen das Buch sehr gut gefiel. Allerdings war für die Lektorin nicht ersichtlich, ob sich „Seelenspiegel“ an Jugendliche oder Erwachsene richtet, so dass sie doch ablehnten. Damals grübelte ich 2-3 Tage, welche Zielgruppe das Buch haben sollte (hatte mich davor nie darum gekümmert) und mich entschieden das Buch für Jugendliche anzulegen. Man kann sagen, dass diese Entscheidung ziemlich maßgeblich für meine weitere schriftstellerische Entwicklung war, denn seitdem schreibe ich fast nur noch Kinder- und Jugendbücher.

2006 – 2007: Umarbeitung / Neufindung
(c) Claudia Flor -
Cover Weltenwandler für den Nordmann Verlag
Nachdem „Assjah“ seinen endgültigen Titel bekam, überarbeitete ich die Geschichte mit dem Ziel es zu einem Jugendbuch umzuarbeiten – ich plottete die Handlung mit Tanjas Hilfe und Unterstützung teilweise neu, erweiterte die Ursprungshandlung und schrieb das gesamte Buch um, damit es vollkommen aus Chris’ Perspektive erzählt wird (im Original wechselten die Perspektiven zwischen Teoma/Lionare und Chris).
Das Buch erhielt den Titel „Weltenwanderer“ und ich bewarb mich einmal mehr bei Schlück. Leider kam es erneut zur Absage, so dass ich es ohne Agentur versuchte. Ich reichte das Projekt bei verschiedenen Verlagen ein und konnte 2007 den Nordmann Verlag von Chris und seinen Freunden überzeugen – allerdings ging der Verlag insolvent bevor das Buch erschien.


 

Inhaltsverzeichnis Weltenwandler 2008
2007-2008: neue Ideen, neue Richtungen
Nach diesem Dämpfer schrieb ich das Buch „Weltenwanderer“ mehrfach um, korrigierte und überarbeitete es, um es erneut bei Verlagen und Agenturen zu versuchen. Ich erhielt eine Absage nach der anderen, zudem entfremdete sich mit jeder Überarbeitung mein Hauptcharakter Chris immer weiter von mir. Ich konnte ihn kaum greifen, da er mir zu platt und langweilig erschien. Schon damals war mir der quirrlige Kim sympathischer, so dass Tanja mir vorschlug ihn zum Hauptcharakter zu machen und mich auf seine Geschichte zu konzentrieren.

Da mir Tanjas Vorschlag gefiel und Kim bereits in der Ursprungsreihe einen wichtigen Part eingenommen hat, begann ich eine neue Geschichte zu plotten. Basierend auf einem kurzen Traum, in dem mittels Seifenblasenring Fantasiefiguren zum Leben erweckt werden, entstand der Traumspiegel, den Kim in „Die lebenden Träume“ findet und mit dem er seine Fantasiefiguren in die Realität holte. Ich verknüpfte die neue Idee mit meiner alten „Assjah“-Reihe und schrieb die Kurzgeschichte „Die kaputte Lupe“. Darin wird erklärt, wie Kim ursprünglich in den Besitz des Traumspiegels kam (er stiehlt ihn aus einem Antiquariat) und wie er herausfindet, welche besonderen Kräfte der magische Gegenstand hat.

2008-2010: „Die gestohlene Fantasie“
Da mir die Geschichte um Kim und seinem Traumspiegel gut gefiel, schrieb ich 2008 den Roman „Die gestohlene Fantasie“ und reichte ihn Anfang 2009 beim Wettbewerb „Magische Bestseller“ des Heyne Verlags ein. Das Buch umfasst inhaltlich die ersten beiden Bände der heutigen „Assjah“-Reihe: „Die lebenden Träume“ und „Die vergessenen Kinder“. Leider kam ich mit dem Skript nicht weit, daher überarbeitete ich das Buch nach Bekanntgabe der Finalisten mit Hilfe einiger Betaleser mehrfach und reichte es Anfang 2010 bei der Agentur Scriptzz ein. Kim und seine Freunde überzeugten, ich erhielt meinen ersten Agenturvertrag, doch leider gelang es meiner Agentin nicht einen Verlag für „Die gestohlene Fantasie“ zu finden. Hauptablehnungsgrund war die Länge von über 400 Normseiten, zu umfangreich für ein Skript im Kinder/Jugendbuchbereich.

Aufbau Welten
In dieser Zeit entstand auch die Idee jedem der Jungen (Chris, Florian und Kim) sein eigenes Abenteuer zuzugestehen, das jeweils ein Äon der Gesamthandlung umfassen soll. Kims Geschichte legt den Grundstein für Florians Abenteuer, die wiederrum wichtig für die Handlung um Chris, Lionare und Teoma sind. Ich entschied für mich, dass ich eine Buchreihe mit drei in sich abgeschlossenen Staffeln schaffen wollte, die jeweils 5 Bände umfassen sollen und jeweils einem der drei Jungs gewidmet sind (1. Staffel: Kim, 2. Staffel: Florian, 3. Staffel: Chris).

Auch der Plot des Spin-Offs „Der verschollene Wüstenprinz“, in dem die Vergangenheit von Jahanara und ihrem ersten Maat Rasul behandelt wird (beide kommen in „Die vergessenen Kinder“ vor), entstand in dieser Zeit.

Aufbau Welten 2
2011-2012: Aufsplittung des Buches „Die gestohlene Fantasie“
Im März 2011 trennte ich mich von Scriptzz und versuchte mich erneut ohne Unterstützung auf dem Literaturmarkt. Da ich „Assjah“ noch immer nicht aufgeben wollte und mein Jugendbuch „Die gestohlene Fantasie“ verbrannt war (sprich jeder größere Kinder – und Jugendbuchverlag hatte das Skript angeboten bekommen und abgelehnt), entschied ich mich das Buch neu zu schreiben und in diesem Atemzug in zwei Bände aufzusplitten – „Die lebenden Träume“ und „Die vergessenen Kinder“. Einmal mehr schrieb ich Monate an den beiden Büchern, überarbeitete sie und ließ sie von Freunden Korrektur lesen. Ich reichte den ersten Band beim Wettbewerb „Goldener Pick“ des Verlags Chicken House ein, konnte aber erneut keinen Erfolg verbuchen und bot das Buch anschließend einmal mehr bei Agenturen und Verlagen an.

2012: Verlagsvertrag
Im August 2012 erhielt ich endlich eine Zusage für die „Assjah“-Reihe – der junge Verlag Bookshouse nahm die Reihe in sein Programm auf. Es folgte eine gründliche Überarbeitung bei der Kims Alter noch einmal deutlich verringert wurde – statt 13 ist er nun 10 Jahre alt –aus dem ursprünglichen Jugendbuch wurde ein Kinderbuch ab 10.

2013 Veröffentlichung „Die lebenden Träume“ und „Die vergessenen Kinder“
Über 15 Jahre nachdem ich mit „Assjah“ begonnen hatte, ist es endlich erreicht – die ersten beiden Romane erscheinen auf dem deutschen Markt. Sie markieren lediglich den Anfang einer Romanreihe, die über all die Jahre immer umfangreicher und komplexer wurde, da Kims Abenteuer in die Geschichte um Chris, Teoma und Lionare einfließen und gewissermaßen den Grundstein bilden.



Ich finde es immer wieder faszinierend, zu lesen, wie ein Autor auf seine Ideen kam und ich muss sagen: Hut ab vor Juliane, dass sie an dieser Idee über so viele Jahre festgehalten hat - und auch Danke dafür! Denn uns wäre ein unglaubliches Lesevergnügen entgangen, wenn sie es nicht getan hätte. 


Gewinnspiel

Ihr könnt euch selbst davon überzeugen, wenn ihr Band 2 "Die vergessenen Kinder" als eBook gewinnt. Was ihr dafür tun müsst? Eine Frage beantworten natürlich:


15 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Gibt es eine Leidenschaft, einen Traum, der euch schon (annähernd) so lange begleitet?

Es hat zwar keine Auswirkungen auf die Auslosung, aber falls ihr Juliane dennoch ein paar Worte zu diesem Wahnsinnsdurchhaltevermögen sagen möchtet, könnt ihr dies auch gerne zu eurer Antwort hinzufügen. :)

Den Gewinner losen wir wir morgen früh aus und ihr erfahrt ihn hier um 8.00 Uhr. Viel Glück. :)






Und verpasst auch die beiden nächsten Stationen der Blogtour nicht:

03.11.2013 – "Zukünftige Werke" Mel Bücherwurm
04.11.2013 – "Verlosung" Regenbogentraum

Kommentare:

  1. Hallo und guten Morgen,

    nun ich folge diese Blogtour schon jeden Tag und möchte auch heute einen Kommentar abgeben.

    In jüngeren Jahren und ohne Familie hat man klar bestimmte Wünsche und Träume, die sich im Laufe der Zeit, aber erfüllt haben auf die ein oder andere Weise..Reise auf die Maledivien..Kinder usw.

    So das ich heute keine besonderen Pläne habe und mich einfach überraschen lasse von meiner Familie und Umgebung.

    Aber ich finde es toll, wenn jemand wie die Autorin Juliane Seidel über Jahre so beständig eine Ziel verfolgt. Da ziehe ich gerne den Hut und sage Bravo für solch ein Durchhaltevermögen und ihre Einsatz wird jetzt ja auch belohnt.....

    LG..Karin..

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  2. Hallo!
    Mich begleitet der Traum, das ich mit Büchern arbeiten kann, schon so lange ich denken kann. Leider konnte ich es nie verwirklichen, aber ich träume noch immer.
    Julianes Durchhaltevermögen ist wirklich bemerkenswert und wie man sieht, hat es sich gelohnt!
    Viele Grüße
    Monja

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