Sonntag, 26. Januar 2014

[INTERVIEW] Lothar Serkowski über Florian Gerlach

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Florian Gerlach
Hallo. Ich bin Lothar Serkowzki. Aber Du kannst wie alle anderen auch einfach Loser zu mir sagen. Über mich ist in letzter Zeit viel geschrieben worden. Keine Ahnung, warum. So interessant ist mein Leben nun wirklich nicht.

Obwohl ...

Aber was soll ich euch hier erzählen? Ich habe diesem Florian Gerlach doch schon alles in die Feder – oder besser gesagt in seine Tastatur - diktiert. Wenn es euch interessiert, könnt ihr einfach meine Geschichte lesen. Ich werde jetzt zur Abwechslung mal nicht über mich, sondern über den Kerl berichten, der das Buch über mich verfasst hat.


1. Stell uns Florian Gerlach doch erst einmal kurz vor.
Hmm. Auf den ersten Blick ist er der typische Langweiler. Sie wissen schon, dieser Mein Haus, mein Auto, meine Alte Typ. Aber das stimmt nicht. In seinem Arbeitszimmer hängen AC/DC Poster an der Wand und im Bücherregal stapeln sich die Horrorromane. Und wenn er etwas machen will, dann fragt er vorher nicht um Erlaubnis. Das gefällt mir.  Ich denke, ich könnte mit ihm in meiner Lieblingskneipe einen netten Abend verbringen. Natürlich nur, wenn er bezahlt.

2.  Was denkst du über Florian, wie findest du ihn? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihm findest, wofür du ihn beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Irgendwie mag ich ihn. Was mir gut gefällt ist seine Zielstrebigkeit. Als er meine Geschichte aufgeschrieben hat, gab es für ihn nichts anderes mehr. Wir haben uns in dieser Zeit wirklich nahe gestanden. Manchmal kann er allerdings auch ziemlich ungeduldig sein. Dann geht man ihm besser aus dem Weg oder drückt ihm einfach ein Bier in die Hand.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihm, was tut er, wenn er nicht schreibt?
Er verbringt die Zeit mit seinen Kindern und seiner Frau. Manchmal zieht er auch mit seinen Freunden um die Häuser. Zudem treibt er ziemlich viel Sport. Das ist etwas, das ich überhaupt nicht verstehen kann. Warum sollte jemand laufen, wenn es Autos gibt? Aber das ist seine Sache. Dann geht er immer wieder zu Konzerten, bei denen langhaarige Musiker auf der Bühne stehen und ordentlich Krach machen. Keine Ahnung, was er da will. Natürlich zieht er sich auch oft mit einem Buch zurück.

4. Hat er ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Nee, Vorbilder hat er nicht. Außer mir natürlich. Auch wenn er das niemals zugeben würde. Sonst hat er seine Lieblingsautoren, denen er aber nicht nacheifert. Er zieht einfach sein eigenes Ding durch. Das gefällt mir.

5. Gibt es Rituale, die Florian beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Rituale? Eigentlich nicht. Meist hört er Musik um den Alltagslärm auszublenden. Er kann sich eigentlich zu jeder Tages oder Nachtzeit an den Laptop setzen und schreiben. Je nach Tageszeit stehen dann Kaffee, Wasser oder Bier auf seinem Schreibtisch. 


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Der Loser, Bookshouse Verlag
6. Wie hast du ihn kennengelernt?
Was soll denn die Frage? Er hat mich erschaffen, schon vergessen? Zuerst sollte ich nach seiner
Pfeife tanzen und tun, was er wollte. Aber das hat natürlich nicht funktioniert. Zum Glück hat er das ziemlich schnell kapiert und nur noch geschrieben, was ich ihm diktiert habe. Inzwischen kommen wir ganz gut miteinander aus. Wie schon gesagt, eigentlich ist er ein ganz netter Kerl, mit dem man eine Menge Spaß haben kann.

7. Weißt du, ob es bei ihm immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Woher soll ich das denn wissen? Ich denke aber nicht, dass er bei anderen Figuren seinen Schreibstil ändert. Wahrscheinlich lässt er sich von jeder Romanfigur auf der Nase herumtanzen und schreibt auf, was sie ihm diktieren.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Florian so besonders?
Was für eine Frage! Mit wem solltest Du das Interview denn sonst führen? Ich bin doch schließlich Lother Serkowzki, der Mann der Stunde. Okay. Zumindest der Mann eines flüchtigen Augenblicks. Florian hat meine Geschichte doch nur aufgeschrieben.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Florian Gerlach bereit? Wie sieht der momentane Stand seiner Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Dazu braucht niemand eine Kristallkugel. Ein Blick auf seine Computerdateien reicht vollkommen aus. Warte mal, hier haben wir ... Moment mal ...  Das hätte ich nicht gedacht. Florian hat wirklich gute Ideen, in denen ich NICHT  vorkomme. Also, um den letzten Teil der Frage zuerst zu beantworten  - Ja, es gibt bald etwas Neues zu lesen.
Was seine Zukunft bereithält? Wenn er weiter über mich schreibt, kann es nur eine glorreiche Zukunft sein.


10. Ein herzliches Dankeschön an Lothar Serkowzki für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Lothar Serkowzki gesagt wurde.
Darf ich jetzt auch mal was sagen? Na, schönen Dank aber auch. Ich dachte bisher immer, dass die Interviews mit den Autoren und nicht mit den Romanfiguren geführt werden! Wo soll das denn hinführen? Gibt es bald auch ein Interview mit Harry Potter oder Gollum? Aber lassen wird das. Der Loser hat natürlich ganz schön angegeben. Aber das ist so seine Art. Immerhin habe ICH ihn erschaffen und ich wehre mich gegen die Behauptung, er hätte mir auf der Nase herumgetanzt. Das ist natürlich Blödsinn. Der Wichtigtuer hat wohl schon vergessen, was ihm in der Fortsetzung alles passiert. Mal sehen, ob er sich beim nächsten Interview auch noch so wichtig nimmt ...  


Mehr über den Autoren erfährt man auf seiner Homepage. 

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