Donnerstag, 24. April 2014

[INTERVIEW] Pauline und Constantin über Jeanine Krock

Jeanine Krock
Ich bin Pauline Roth, Sängerin. Manchmal sagt man das einfach so hin: Über mein Leben sollte mal jemand einen Roman schreiben. Jeanine hat mich beim Wort genommen und genau zugehört, als ich ihr von der Zeit erzählte, in der meine Gesangskarriere so richtig in Schwung kam und davon, wie ich den geheimnisvollen Constantin Dumont kennengelernt habe ...
[CONSTANTIN] Ich wüsste nicht, was an mir geheimnisvoll sein sollte. greift nach ihrer Hand und führt sie an die Lippen
[PAULINE] lacht Da fiele mir eine ganze Menge ein. Doch das wollen wir hier ja nicht verraten, oder?
[CONSTANTIN] Allerdings nicht. Ich bin gefragt worden, ob wir dieses Interview machen wollen und ich habe eingewilligt.
[PAULINE] Du hast das über ihren Kopf hinweg entschieden? Pass bloß auf, dass sie dich nicht wieder rausschreibt!
[CONSTANTIN] Dann wäre der gesamte Roman ziemlich sinnlos. steht auf und geht zum Fenster
[PAULINE] An Selbstbewusstsein hat es dir ja noch nie gemangelt, mein Lieber. an die Besucherin gewandt: In diesem Fall hat Constantin allerdings recht, ohne ihn wäre es keine Liebesgeschichte geworden – jedenfalls nicht mit mir – und ohne ihn hätte ich wahrscheinlich auch niemals an der New Yorker Met gesungen. Aber heute geht ja nicht um uns. Ich bin gespannt auf deine Fragen ...

1. Stellt uns Jeanine Krock doch erst einmal kurz vor.

[PAULINE] Sie arbeitet seit einigen Jahren als freie Autorin und hat bisher hauptsächlich Fantasy geschrieben. Über Feen, Vampire und zuletzt über gefallene Engel. Diese Wesen machen mir ja immer ein bisschen Angst, aber ich mag Liebes- und auch Zeitreise-Romane total gern. Die sexy Highlander in ›Wind der Zeiten‹ können einem schon den Kopf verdrehen. zwinkert Constantin zu Du brauchst gar nicht so grimmig zu gucken. Erzähl lieber auch mal was über Jeanine. Du kennst sie doch schon viel länger als ich.
[CONSTANTIN] Da gibt es nicht viel zu sagen. Sie hat verdammt lange gebraucht, um zu erkennen, dass das Schreiben ihre wahre Passion ist. Bis es so weit war, hat sie viel von der Welt gesehen, in Großbritannien und Frankreich gelebt, war als Relocation Consultant und als Model Booker tätig ...
[PAULINE] ... und das waren nur die wichtigsten Stationen. Früher hat sie auch mal selbstgemachte Klamotten verkauft, geputzt, gekocht – das kann sie ziemlich gut ... kochen, nicht putzen – und irgendwas mit Computern gemacht. In Hamburg hat sie die Männerabteilung einer Model Agentur geleitet. Der Job würde mir auch gefallen. Aber sag mal, wie ist sie dann zur Autorin geworden? Hattest du da irgendwie die Finger im Spiel?
[CONSTANTIN] Nein, natürlich nicht. Nach einem Reitunfall blieb ihr gar nichts anderes übrig, als ihren Lesehunger zu stillen, indem sie selbst mit dem Schreiben begann.
[PAULINE] Und du hattest wirklich nichts damit zu tun?
[CONSTANTIN] Pauline ...!


2. Ähm, okay. Lassen wir das Thema. Was denkt ihr über Jeanine, wie findet ihr sie? Gibt es etwas, was ihr besonders toll an ihr findet, wofür ihr sie beneidet? Oder etwas, was ihr so gar nicht leiden könnt?

[PAULINE] Ich mag sie echt gern und es hat mir gefallen, dass sie uns an so wunderbare Orte wie Barcelona, Paris oder Hamburg begleitet hat. Außerdem mag ich ihre Hunde Gordon und Frau Luna. Ich hätte selbst gern ein Haustier. Aber bei meinem Beruf ... Man ist ja ständig unterwegs und lebt meist in Hotels oder gemieteten Apartments.
[CONSTANTIN] Sie ist ganz in Ordnung.
[PAULINE] In Ordnung? Dafür verbringst du aber ziemlich viel Zeit mit ihr.
[CONSTANTIN] schmunzelt Das ist rein beruflich. Aber es stimmt schon, ich schätze die Leidenschaft mit der sie schreibt und es gefällt mir zuzusehen, wie sie in ihre Geschichten eintaucht, bis sie selbst nicht mehr zu wissen scheint, wo die Grenzen zwischen Realität und Fantasie liegen. So war sie schon als Kind.
[PAULINE] Ich wusste nicht, dass du sie so lange ... Schon gut. Ich sag nichts mehr.


3. Was tut sie, wenn sie nicht schreibt?

[PAULINE] Eigentlich schreibt sie meistens, oder sie denkt über neue Storys nach. Die Haustiere habe ich ja schon erwähnt, sie besucht Ausstellungen oder geht mal ins Konzert und dann reist sie gern. Ans Meer beispielsweise, das ich auch sehr liebe. Dort kann sie dann stundenlang in den Dünen sitzen und übers Wasser sehen. Dafür wäre ich viel zu hibbelig.
[CONSTANTIN] Vergiss das Lesen nicht.
[PAULINE] Da hast du recht. Ohne Buch und Notizheft trifft man Jeanine eigentlich nie an.


4. Hat sie irgendwelche geheimen Vorlieben?

[PAULINE] Sie liebt den rauen Gesang von sexy Kerlen mit ...
[CONSTANTIN] Das solltest du besser für dich behalten. Woher weißt du solche Dinge überhaupt?
[PAULINE] Wieso? Kann man doch in ihren Romanen nachlesen.
[CONSTANTIN] Das sind erfundene Figuren.
[PAULINE] So erfunden wie du und ich? Jeanine würde diese Geschichten bestimmt nicht erzählen, wenn sie nicht mögen würde, was sie da schreibt.
[CONSTANTIN] Das kann man nie so genau sagen ... nachdenklich Meinst du wirklich, sie findet diesen Sänger von ›Encompassed by Darkness‹ toll?
[PAULINE] Klar! Aber nicht so, wie du vielleicht meinst. Er ist ein Vollblutmusiker und ihr geht es wie dir: Leidenschaftliche Hingabe zieht sie einfach magisch an. Was glaubst denn du, warum ich mit der Band auf Tour gegangen bin?


5. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im normalen Leben?

[CONSTANTIN] Keine Vorbilder. Um zu sich selbst zu finden, muss man sich nicht an anderen orientieren. Meine Meinung.
[PAULINE] Ich weiß nicht ob du dich da nicht täuschst. Rücksichtnahme oder gute Umgangsformen beispielsweise sind doch etwas, das man verinnerlicht, weil man sie erfahren und nicht erlernt hat. Ich glaube, es gibt durchaus einige Menschen, die Jeanine besonders geprägt haben. Menschen, die sie vielleicht sogar bewundert. Für ihr Talent, ihren Erfolg oder für ihre Art zu leben. Aber sie hat bestimmt keine Idole, da stimme ich dir zu.
Der Pianist David Fray hat mal gesagt: ›Versuche nicht jemanden zu kopieren oder zu sehr auf andere zu hören. Folge einfach deiner Richtlinie, sei du selbst. Wenn du überzeugt bist, dass du etwas auf eine bestimmte Weise machen musst, dann mach es so, denn das macht dich einzigartig.‹ Wenn es um den künstlerischen Ausdruck geht, dann halte ich das für einen guten Rat. Wenn man gut ist, dann zahlt sich das eines Tages auch aus.
[CONSTANTIN] Du bist gut, Pauline. küsst sie zärtlich Sehr gut sogar!


6. räuspert sich Gibt es Rituale, die Jeanine beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?

[PAULINE] Sie braut sich eine Tasse Tee. lacht Manchmal scheinen auch Gummibärchen beim Denken zu helfen. Und Ruhe. Musik hat sie natürlich viel für ›unser‹ Buch recherchiert und manchmal nutzt Jeanine sie auch, um eine besondere Stimmung zu erzeugen, die sie in einer Szene transportieren will. Ansonsten schreibt sie lieber in Ruhe zu Hause als beispielsweise im Café, wie es andere Autoren oft tun. Wobei sie Cafés oder Hotelhallen liebt. Dort sitzt sie gern und beobachtet das Geschehen um sich herum. Seltsamerweise kann sie aber auch in Zügen recht gut schreiben. Aber wahrscheinlich nicht diese besonders heißen Sexszenen für ›Gib mir deine Seele‹.


7. Wie habt ihr sie kennengelernt?

[PAULINE] Ich habe Jeanine über Constantin kennengelernt. Damals als ich in Venedig in Schwierigkeiten geriet und er mir geholfen hat. Damit fing alles an. Auch zwischen uns ... lächelt verträumt
[CONSTANTIN] Ich beobachte ihren Weg schon länger, wie Pauline richtig sagt. Ich denke, das weiß sie auch. Persönlich getroffen haben wir uns allerdings erst vor drei oder vier Jahren, als sie plötzlich diese Idee hatte, ausgerechnet über mich zu schreiben. Anfangs wollte ich es ihr ausreden, doch zuletzt hat sie sich durchgesetzt. Gut. Ich schätze es, wenn jemand weiß, was er will.


8. Wisst ihr, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?

[PAULINE] Du meinst, ob wir Figuren aus ihren vorherigen Romanen begegnet sind? Nein, die leben – wie soll ich sagen?– in einer anderen Welt. Aber Constantin sagt ... Ach, erzähl’ es am besten selbst und ... bring uns doch bitte frischen Tee mit, ja? Danke, du bist ein Schatz!
[CONSTANTIN] Ich habe ihr häufig über die Schulter geschaut und kann sagen, dass entweder ein Ereignis ihre Aufmerksamkeit erregt, für das sie später die passenden Darsteller sucht oder ihr – wie in unserem Fall – jemand begegnet, dessen Geschichte sie dann unbedingt erzählen möchte. Im Roman ›Feuerschwingen‹ war es ebenso. Dieser Lucian hatte bereits in ›Flügelschlag‹ eine ziemliche Neigung, die Hauptrolle an sich zu reißen. Damit er ihr dort nicht dazwischen pfuscht, musste sie ihm ein eigenes Buch versprechen. Gefallene Engel wie er sind nicht ganz ungefährlich und verflucht manipulativ.
[PAULINE] ironisch Was man von dir zum Glück überhaupt nicht behaupten kann.
[CONSTANTIN] Vorsicht, ma petite!


9. Oh, oh! Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit euch? Was macht euch für Jeanine so besonders?

[PAULINE] Weil sie mit uns eine erotische Liebesgeschichte erzählen konnte? rührt in ihrer Teetasse und lächelt versonnen Natürlich ging es um mehr. Es ging ihr auch nicht nur um Sex und Macht, Dominanz und Unterwerfung. Ich glaube, sie versteht sehr genau, was in mir vorgeht, wenn ich mit Musik zu tun habe.
Weißt du, wenn ich singe, dann vergesse ich auch alles um mich herum. Ebenso wie sie beim Schreiben, und ich bin auch nie zufrieden mit mir. Ich weiß ganz tief in meinem Inneren, dass ich es noch besser kann. Da ist eine Kraft in mir – das ist manchmal schon so, als wäre ich besessen – die mich antreibt, immer weiter ... bis an meine Grenzen und eines Tages vielleicht sogar darüber hinaus. Davor habe ich große Angst, denn ich habe gesehen, was diese wahnartige Energie mit einem machen kann.
[CONSTANTIN] Gerade aber diese geheimnisvolle Kraft wohnt nicht jedem inne, sie ist – neben der Begabung – das Einzigartige vieler Musiker, Künstler und Schriftsteller: der kreative Schaffensrausch. Für diese Menschen zweifellos eine Gefahr, für andere ein Segen.


10. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Jeanine Krock bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?

[CONSTANTIN] Sie hat einige Konzepte entwickelt und wird weiter mit Heyne arbeiten. Was genau dort geplant wird, entzieht sich meiner Kenntnis.
[PAULINE] ›Gib mir deine Seele‹ ist erst vor Kurzem erschienen, deshalb werden wir uns gedulden müssen. Eines kann ich aber schon verraten: auch im nächsten Roman wird es um die Liebe gehen.


11. Ein herzliches Dankeschön an Pauline & Constantin für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Pauline & Constantin gesagt wurde.

Herzlichen Dank. Die beiden kennen mich offenbar viel besser, als ich vermutet hätte. Doch das bleibt wahrscheinlich nicht aus, wenn einen so emotionale Erlebnisse miteinander verbinden.
Die Welt ist eine Erfindung derjenigen, die in ihr leben. Es wird also stimmen, was Pauline & Constantin über mich erzählt haben – oder auch nicht. Im nächsten Roman, mit dem ich gerade begonnen habe und der irgendwann 2014 erscheinen soll, wird es tatsächlich auch wieder um die Liebe gehen, sofern mir meine Muse wohlgesinnt bleibt.


Mehr über die Autorin erfährt man auf ihrer Homepage.

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