Donnerstag, 24. April 2014

[REZENSION] Gavin Extence - Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat

Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat - Gavin Extence
Limes Verlag, 2014
480 Seiten
Hardcover 19,99 €
ISBN: 978-3-8090-2633-4
eBook 15,99 €
Hörbuch CD 19,99 €
Hörbuch Download 13,95 €

Klappentext: 

Alex weiß, dass die unwahrscheinlichsten Dinge passieren können – seine Narben beweisen es. Was er noch nicht weiß: Er wird in dem übellaunigen Mr. Peterson einen ungleichen Freund finden, der ihn lehrt, dass es die richtigen Entscheidungen zu treffen gilt. Als Alex Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voll Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird, ist er ziemlich sicher, das Richtige getan zu haben …






Meine Meinung:


Der Roman legt gleich mit einem sehr ungewöhnlichen Ausgangsszenario los: Alex sitzt am Steuer eines Wagens und will gerade in Dover zurück nach England, als er angehalten wird. Außer ihm im Wagen: eine Urne mit der Asche von Mr. Peterson, dem ehemaligen Besitzer des Wagens und 113 g Marihuana. Und dies, wie auch den anschließenden Aufenthalt bei der Polizei, schildert uns Alex mit einer so herrlich trockenen Stimme, dass ich schon auf den ersten Seiten immer wieder laut auflachen musste.


Dann erzählt Alex die Geschichte, wie es dazu kam, dass er von dem Grenzpolizisten im Auto aufgehalten wurde. Und dazu muss er weit ausholen: sieben Jahre, um genau zu sein. Mit zehn Jahren geschah nämlich etwas in seinem Leben, das Alex einzigartig machte: Ein Meteorit fiel durch die Decke seines Elternhauses und traf ihn am Kopf. Dies blieb nicht ohne Folgen und so erleidet Alex zwei Jahre später seinen ersten epileptischen Anfall. Als Alex zum ersten Mal auf Mr. Peterson trifft (nämlich, als er sich in dessen Garten vor einigen mobbenden Mitschülern versteckt), haben wir die ersten hundert Seiten des Romans schon lange hinter uns gelassen. Doch Gavin Extence erzählt Alex’ Geschichte mit einer so mitreißenden Stimme, dass diese Seiten nur so verfliegen. Was nicht heißen soll, dass dies eine Geschichte ist, die sich einfach so nebenher lesen lässt. Im Gegenteil: „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“ verlangt ungebändigte Aufmerksamkeit. (Was auch der Grund ist, weshalb ich etwas länger zum Lesen brauchte. Mal abends vor dem Schlafengehen noch ein Kapitel war nicht drin.) Man muss diese Geschichte, die Worte, mit denen sie erzählt ist, aufsaugen, sich vollkommen auf sie einlassen und sie wirken lassen. Es ist keine leichte Lektüre, keine leichte Geschichte, und doch schafft es der Autor eine gewisse Leichtigkeit zwischen den Zeilen hindurchfließen zu lassen, die es einem ermöglicht, ja geradezu verlangt, dass man weiter liest, auch wenn einen die Schwere des Themas zu erdrücken droht.

Sterbehilfe ist kein leichtes Thema und sicher ist das Buch dadurch auch nicht für jeden geeignet. Aber Sterbehilfe ist ein wichtiges Thema und „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“ geht dieses Thema auf eine wundervoll poetische Weise an. Ganz behutsam wird man durch Alex’ Geschichte dem Thema nähergebracht. Man weiß ja bereits durch die Urne zu Beginn des Romans bereits, dass Mr. Peterson sterben wird. Wie es aber dazu kommt, das muss man selbst erfahren, während man Alex und Mr. Petersen kennenlernt und ihnen auf ihrer Reise folgt.

„Ein Märchen für Realisten“, so wird es beworben. Und genau das es auch. Ein Märchen für Realisten, für Erwachsene, wenn auch mehr in der Tradition von Hans Christian Andersen als der Gebrüder Grimm. „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“ ist – wie gesagt – kein einfacher Roman, das Lachen, das mich zu Beginn oft packte, blieb mir später im Halse stecken und formte sich mit Tränen zu einem dicken Kloß. Es ist auch kein Roman, den man so einfach weglegen und schon gar nicht vergessen kann. Das Buch klingt in einem nach, hallt wieder und wird mich sicher noch lange beschäftigen.







Ich bedanke mich beim Limes Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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