Montag, 19. Mai 2014

[INTERVIEW] Lilith plaudert über Helen B. Kraft

Interview mit Lilith, äh, Helen B. Kraft

http://lectura-magica.de/
Helen B. Kraft
Lilith betritt in hautengem Lederoutfit mit vielen Nieten den Raum mit festem Schritt, so dass ihre Springerstiefel auf dem Boden knallen. Sie kaut Kaugummi und grinst frech. Ja, sie genießt den Auftritt. Kein Wunder, sie kann es sich erlauben, ist sie doch die Tochter von Luzifer der Höllenfürstin höchstpersönlich und hatte erst kürzlich einen fulminanten Auftritt in dem Roman "Höllenjob für einen Seraph".

Was Lilith jedoch nicht gerne verrät, ist, dass sie durch eigenes Verschulden nach Gan Eden (dem Paradies) verbannt worden ist, wo man sie zwang, Harfe zu spielen und weiße Seidenkleider zu tragen.


Willkommen, nimm Platz *Küsschen, Küsschen* bitte bedien dich doch an den Keksen und der Milch. Und wenn wir fertig sind, zeige ich dir meine Schuhsammlung – wenn das kein Anreiz ist?

*Räuspert sich verhalten, darum bemüht nicht schon zu Beginn des Interviews einen schlechten Eindruck zu hinterlassen, ehe sie sich setzt* Mal ehrlich, Mädel, seh ich so aus, als würde ich Milch trinken und Kekse essen? Hast du kein Dämonenblut da? Oder irgendetwas anderes Hochprozentiges? Ach ja, und danke, dass ich herkommen durfte.

1. Stell uns Helen B. Kraft doch erst einmal kurz vor.

Was soll ich sagen? Helen ist ein Miststück. Ehrlich mal, hast du dir mal angesehen, was sie mit mir gemacht hat?! Seidenkleider! Harfenunterricht! Dabei bin ich eine Dämonin! Kann doch nicht sein, dass mich so eine dahergelaufene Autorin … *holt tief Luft und faltet die Hände im Schoß* Also eigentlich ist Helen ganz nett. Ein bisschen schräg vielleicht, was ihre Ideen angeht. Und mehr sage ich nicht ohne einen advocatus diaboli.

Und Schuhe? Liebt sie Schuhe?

Als ich das letzte Mal hingesehen habe, trug sie welche. Aber das wolltest du wohl nicht wissen, hmm? Okay, ich weiß, dass sie heimlich Schuhkataloge ansieht und an Schaufenstern kommt sie auch nicht vorbei, wenn dort welche ausgestellt sind, die ihr gefallen. Sie besitzt aber nur sehr wenig davon. Sie behauptet, sie sei bescheiden. Ich sage, sie ist geizig.

2. Was denkst du über Helen, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?

Du meinst, abgesehen von den fiesen Dingen, die sie mir bisher angetan hat? Eigentlich ist sie ganz in Ordnung. Sie wurde nicht mal grün im Gesicht, als Mutter ihr Hgroth vorstellte. Und das will was heißen. Auch mit dem alten Knacker da oben kommt sie gut zurecht. Ansonsten kann sie ganz schön fies sein. Nicht nur zu uns Figuren, auch zu anderen. Das macht sie mir natürlich gleich sympathischer. Ich glaube ja, in ihrer Familie gibt es auch Teufel oder so. Allerdings gibt es nichts, worum ich sie beneide. Ehrlich, sie hat einen Knochenjob, muss sich mit Dämonen und anderem Gezücht rumärgern und bleibt trotzdem fast immer cool. Also ich hätte ja schon längst die nächste Apokalypse eingeleitet, wenn ich das machen müsste, was sie tut.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?

Naja, in der letzten Zeit hat sie viel gelesen und sich Notizen gemacht. Dabei hat sie geflucht, sag ich dir, also da wurde sogar ich rot. Ansonsten hat sie sich durchgerungen wieder mehr Sport zu machen. Also falls du mal wieder lachen willst … *reicht einen Zettel rüber* … das ist ihre Adresse.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben? Und wie sieht es mit dem Kleiderschrank aus, ist er ordentlich?

Wie kommt man denn bitte von Vorbildern zu Schränken? Du bist schon ein bisschen komisch, weißt du das? Aber egal, deine Fragen. Nee, also Vorbilder hat sie keine, glaub ich. Sie würde gern mehr Disziplin haben wie andere Autoren offensichtlich, aber dann sagt sie sich wieder, es muss auch so gehen. Nur wenn sie gerade irgendwas von Thriller brabbelt, taucht öfter mal der Name Jeffrey Deaver auf. Den scheint sie sehr zu mögen. Keine Ahnung, wer das ist, hab den noch nicht in Hel gesehen.

Was ihren Kleiderschrank anbelangt. *Sie senkt die Stimme.* Das hast du nicht von mir, aber darin muss vor kurzem mal eine Bombe explodiert sein. Oder aber ein Kobold lebt da. Wenn sie was rausnimmt, muss das immer ganz schnell gehen, sonst kommt ihr alles entgegen. Aber pssst, Stillschweigen, ja?

5. Gibt es Rituale, die Helen beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?

Ist mir nicht aufgefallen. Nur seit vorletztem November guckt sie sich immer mal wieder vor oder während der Schreibsessions so einen komischen Typen auf dem Computer an. Eric Irgendwas, ein Vampir. Nicht unsexy der Junge. Da bekommt sie fast so glasige Augen wie meine Mutter, wenn sie Shatan oder Ravael anschmachtet. Ach ja, Musik. Helen hört Unmengen an Musik, hat sie doch neulich erst den 50-Euro-Gutschein in MP3s investiert … Und wenn eine Szene nicht so läuft, wie sie soll, macht sie einen auf Oscar Wilde und gönnt sich ein Gläschen. Oder zwei …

6. Wie hast du sie kennengelernt? Details, wir brauchen Details...

Nun ja, eigentlich hat sie mal Shatan gestalked. Als Herr der Kesselräume war er ja eines ihrer ersten Opfer. Dumm nur, dass ich mitmischen musste. Hey, der Verräter hat Helen erzählt, dass ich seine spätere Frau in die Pfanne gehauen hab und dafür musste ich dann mit der Verbannung nach Gan Eden büßen. Dort hatte ich mich gerade so schön eingerichtet, da taucht sie doch glatt wieder auf, murmelt was von gestohlenen Schwertern und neuen Ideen und dann wurde ich sie nicht mehr los.

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?

*Macht eine Kaugummiblase und lässt sie platzen.* Soweit ich weiß, kommen ihre Ideen sonst immer eher spontan. Unser Aufeinandertreffen wurde von einer höheren Macht beschlossen: Fans. Die haben sie so lange belagert, bis sie sich hingesetzt hat und sich eigens für mich ein Folterszenario erdacht hat. Was ich leiden musste! Ernsthaft, Mädel, das glaubst du nicht!

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Helen so besonders?

Ich glaube, Helen wäre gerne so wie ich. Ich nehme kein Blatt vor den Mund, und hey, ich bin höllisch sexy. Von meinem Mann mal ganz abgesehen, den würde sie sofort ansabbern, wenn sie dürfte. Aber da bin ich eigen. Ansonsten sind wir uns nicht ganz unähnlich. Wir haben beide eine große Klappe und bereuen oft genug hinterher, wenn wir zu viel gesagt haben. Nur das mit dem Manipulieren muss sie noch ein bisschen üben, das gelingt ihr nicht so gut wie mir.

9. Werfen wir doch mal einen Blick ins Lifestyle Magazine: Welche neuen Trends wird sie hervorbringen? An welchen Designerstücken wird aktuell gearbeitet? Wann dürfen wir sie wieder auf dem roten Teppich bewundern? Und ganz wichtig: WER wird sie auf dem roten Teppich begleiten?

Helen besitzt eine Fähigkeit, die ich gerne hätte. Sie kann in der Zeit zurückreisen. Wenn ich das könnte, hätte ich nicht … naja, egal. Sie war also im viktorianischen London und hat dort einen Mörder getroffen. Über den wird sie demnächst erzählen. Im Dezember hieß es, soweit ich das mitbekommen habe. Übrigens hat sie diesmal die Finger von Dämonen gelassen. Wir sind wohl nicht mehr in. *gibt sich pikiert* Dafür schreibt sie über Steampunk. Also dampfen kann ich auch. Vor allem, wenn ich wütend bin, da steigt mir Rauch aus den Ohren. Willst du mal sehen? Nein? Auch gut. Wo waren wir? Ach ja, Steampunk. Ist ja angeblich auch nicht mehr gefragt. Stört das Helen? Nö. Als ihr damals eine Agentur sagte, niemand will etwas von Dämonen lesen, hat sie das auch nicht gekümmert und Shatans Story erzählt. Und weil auch niemand mehr etwas über Dämonen und Seraphim lesen will, hat sie dann noch meine Geschichte erzählt. Du siehst also, Helen ist gaaaaaaanz dicht am Zahn der Zeit. Das war übrigens Ironie, falls du das nicht mitbekommen haben solltest.

10. Ein herzliches Dankeschön an Lilith für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Lilith gesagt wurde.

Danke sehr. Eigentlich kann ich Lilith nicht widersprechen. So gut wie alles, was sie gesagt hat, stimmt. Nur ich verwahre mich gegen die Behauptung, ich sei geizig. Ich bin sparsam. Oh, und ich bin keine Stalkerin. Es ist ja nicht so, als hätte Shatan mir nicht freiwillig von seinen Erlebnissen erzählt. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass Lilith sofort "hier!" schrie, als ich fragte, über wen ich denn eine Fortsetzung schreiben könnte.

*Aus Lilith Ohren steigt Rauch auf, ihre Augen beginnen rot zu glühen.* Nennst du mich etwa eine Lügnerin?

Äh, ich glaube, wir beenden das Interview dann mal an dieser Stelle. Wenn Lil in der Stimmung ist, kommt nichts Gutes dabei raus. Vielen Dank, dass wir herkommen durften. Ich bin dann mal weg! *Helen verlässt fluchtartig das Zimmer.*

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Höllenjob für einen Seraph
Autorin: Helen B. Kraft
Verlag: Machandel Verlag
340 Seiten
Preis: 12,90 €
Preis eBook: 2,99 €

Klappentext:

Sie heißt Lilith. Sie ist verdammt sexy. Und ihr folgt das Chaos auf Schritt und Tritt– sogar bis in den Himmel. Denn genau dorthin ist die rothaarige Dämonin zur Strafe verbannt worden. Keusch und züchtig soll sie die Harfe spielen. Ausgerechnet! Lilith würde durchdrehen, wäre da nicht ihr Wächter, der attraktive Engel Ravael. Aber noch bevor sie ihn verführen kann, werden beide abrupt auf göttlichen Befehl auf die Erde geschickt. Und dort hat Lilith andere Sorgen als ihren Sex-Appeal. Versagen Ravael und sie bei ihrer Mission, droht ihr die vollständige Vernichtung und ihm der Fall aus dem Himmel. Dass dabei noch die Menscheit mit draufgehen könnte, stört Lilith weniger als das komische Gefühl,das der Engel in ihr geweckt hat. Wenn sie bloß wüsste, was es ist und wie sie es wieder loswerden kann...

Hier geht es zur Rezension!


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