Dienstag, 6. Mai 2014

[REZENSION] Blutschwur - Stefanie Mühlsteph (by Nana)

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Blutschwur - Die Söhne des Drachen - Stefanie Mühlsteph
Verlag Torsten Low, 2014
382 Seiten
Preis Taschenbuch: 13,90 €
ISBN: 978-3-940036-23-0
Das Buch kann direkt hier gekauft werden.

Klappentext:
Cathrin ist Geschichtsstudentin und glaubt nur an das, was sie sieht und historisch belegt werden kann. Als ihr Hund brutal umgebracht und sie von zwei merkwürdigen Männern mit Schwertern gerettet wird, begreift sie, dass ihre Welt nicht so ist, wie sie zu wissen glaubt.
Denn seit Jahrhunderten tobt ein Krieg. Die unsterblichen Kresniks kämpfen gegen ihre blutrünstigen Brüder, um die Auferstehung ihres Schöpfers zu verhindern. Cathrin schlittert unfreiwillig in diesen Kampf hinein. Sie ist der Schlüssel, weil sie am entsetzlichsten Tag ihres Lebens überlebte. So muss sie nicht nur lernen mit einem Schwert umzugehen, sondern auch ihre Emotionen im Zaun zu halten, denn die Kudlaks haben einen gefürchteten, gewissenlosen Anführer, der seinem Herren treu ergeben ist. Und er wird vor nichts und niemandem Halt machen, um sein Ziel zu erreichen …

Nicht einmal vor Cathrins Liebsten.

Meine Meinung:

Über einen kleinen Aufruf auf Facebook wurde ich auf diesen Titel aufmerksam. Nachdem ich Stefanie Mühlsteph schon ein bissl kenne und vom NERDIKON und TECHNIKGIRL wusste (hier folgen noch Rezensionen), war mir klar, ihre ersten Gehversuche im Genre »Urban-Fantasy« muss ich einfach lesen.
Das Buch, das mir kurz darauf zugeschickt wurde, überzeugt von der Aufmachung. Sowohl das Cover, mit dem Schwert und den roten Flecken (wohl Blut?) und auch die Qualität ist wirklich klasse. Auch wenn man bedenkt, dass der Verlag Torsten Low eher zu den kleinen Verlagen zählt. Hier wurde jedoch alles richtig gemacht.

Etwas skeptisch war ich bei dem, was mich laut Klappentext erwarten sollte. Unsterbliche Kresnik? Blutrünstige Kudlaks? Das alles brachte mir jetzt noch nicht ganz die bannbreite Nahe, was genau nun zwischen den Deckeln klemmt. Und selbst jetzt muss ich sagen, es wäre vermessen, zu sagen, es handle sich um einen »weiteren« Vampirroman. Denn das ist er nicht und ich würde mich ehrlich hüten, die Strigoi als Vampire zu bezeichnen – denn das mögen diese gar nicht.
Aber fangen wir einfach mal bei Cathrin an. Sie studiert also Geschichte in London und teilt sich ihre WG mit ihrer besten Freundin Jessica. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir Cathrin etwas unsympathisch blieb. Woran genau das gelegen ist, vermag ich leider gar nicht wirklich zu sagen. Mein Verhältnis zu ihr mauserte sich im Verlauf der Geschichte, doch nachdem einige Dinge in ihrem bisherigen Leben geschehen waren und sie eine 180-Grad-Wandlung vollführte, hatte sie es wirklich schwer bei mir. Obwohl stets betont wurde, weshalb sie so wurde, obwohl ihr Innerstes nach außen gekehrt wurde – sie war mir ab da leider nicht wirklich greifbar.
Richard hingegen ist mein absoluter Sympathieträger und auch Matthew finde ich äußerst gelungen. Würde ich mich zwischen beiden entscheiden müssen, ich könnte nicht sagen, auf wen meine Wahl fallen würde. Diese Charaktere hat die Autorin wirklich super hinbekommen.

Ebenfalls ein großer Pluspunkt ist die Geschichte der Kresnik und Kudlaks die glaubwürdig eingewoben wurde. Ich habe nun nicht selbst recherchiert, um nachzuvollziehen, ob alles, was die Autorin mir hier geboten hat, wirklich Hand und Fuß hat, denn ich bin eine Leserin, die gerne unterhalten werden will und das, ohne nach der Nadel im Heuhaufen zu suchen. Und wenn die Autorin es schafft, mir Wassermelonen für Zitronen zu verkaufen, dann beherrscht sie ihr Handwerk: so auch hier! Die Geschichte war glaubwürdig, sie klang aufrichtig und ehrlich und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, einen Bären aufgebunden zu bekommen. Super gemacht.

Ein wenig ins Wanken gerät für mich jedoch die Geschichte, wenn ich mir den Ton der Geschichte ansehe. Zum einen waren die Dialoge ehrlich: wurde Scheiße gemeint, wurde diese auch ohne Blume beim Namen genannt. Zum anderen muss ich jedoch ehrlich sagen, die anfänglichen Selbstgespräche Cathrins nervten mich. Dieses Gefühl keimte dann jedoch auch auf, als ich mich zum wiederholten Male damit konfrontiert sah, wie braun/rehbraun Richards Augen waren, oder wie häufig die Protagonisten auf ihren Lippen herumgekaut haben und sich gegen Stuhllehnen haben sinken lassen.

Fazit:
Der Fokus dieses Buches liegt unverblümt auf Urban-Fantasy. Wer hier große Romance erwartet, dem sei gesagt, dass er besser ein anderes Buch lesen sollte. Aber mich störte es nicht, denn die Andeutung, die Gefühle, die die Autorin damit eingewoben hat, hat sie gezielt und nicht zu üppig gesetzt und damit an Glaubwürdigkeit gewonnen. Wer übrigens auf Glitzer/Funkelvampire steht, der kommt auf seine Kosten. Irgendwie. ;)
Gleichzeitig ist die Geschichte vom Grundtonus recht düster, was der Autorin auch ohne große und ausschweifende Erklärungen gelungen ist. Ebenfalls schön ist die Überraschung am Ende, wenngleich ich gestehen muss, ich wusste, dass mit der Ich-nenne-bewusst-nicht-ihren-Namen-Person etwas 'nicht stimmte' und da wurde ich am Ende auch nicht enttäuscht – danke dafür!
Bei der Beurteilung tue ich mir nun allerdings etwas schwer, eben aus dem Grund, dass ich einfach keinen richtigen Draht zur Protagonistin fand, und eben der zahlreichen Wiederholungen. Wenngleich sich dessen gegenüber wirklich toll verwobene Geschichte, düstere Gestalten und gut durchdachter Inhalt, stellt.
Meine Leseempfehlung richtet sich daher an Liebhaber von guter und düsterer Urban-Fantasy. Die Finger davon lassen sollten romancesüchtige Leseratten.


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