Sonntag, 20. Juli 2014

[INTERVIEW] Barclay MacIain über Annika Dick


Barclay MacIain von den MacDonalds of Glencoe spielt eine nicht unwichtige Rolle in meinem Debütroman „Distelmond“. Barclay ist ein stolzer junger Mann, der einige Probleme damit hat, dass sein Vetter Andrew der Chief des Clan der MacDonald of Glencoe ist und nicht er. Ein noch größeres Problem hat er jedoch mit den Campbells, deren Land an das seiner Familie grenzt.

Wir bitten darum, nicht zu filmen oder zu fotografieren und alle Handys auszuschalten. Diese Wunder der modernen Technik könnten unseren heutigen Gast aus der Fassung bringen, und das wollen wir ja nicht. Also Barclay, dürfen wir dir eine Tasse Tee anbieten, bevor wir mit den Fragen beginnen?

Tee? Ich verzichte. Habt ihr nichts Richtiges zu trinken hier? Whisky? Nein? Na gut. *Legt die Beine auf den Tisch vor ihm und kreuzt sie über den Knöcheln.* Also, was wollt ihr wissen?

1. Stell uns Annika Dick doch erst einmal kurz vor.

Sie treibt sich auffällig oft hier in unserer Gegend herum, trägt dabei für eine Frau aber sehr merkwürdige Kleidung. Oder will sie sich mit ihren Hosen über unsere Kilts lustig machen? Sie hat die Geschichte unserer Familie aufgeschrieben – oder eher, Andrews Geschichte. Denn Andrew muss ja immer im Mittelpunkt stehen.

2. Was denkst du über Annika, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr/ihm findest, wofür du sie/ihn beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?

Ich glaub, sie kann diesen Versager namens Robert Campbell genauso wenig leiden, wie ich. Dafür hat sie eine unnatürliche Vorliebe für Andrew, diesen Jammerlappen. Und ich glaube, sie steckt mit Cail unter einer Decke, wenn der versucht, mich davon abzuhalten, den Campbells zu schaden.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?

Die wenige Zeit, die sie nicht mit Schreiben verbringt, versucht sie ausgerechnet mit Lesen zu füllen. Frag mich bloß nicht, wie man so viel Zeit mit Büchern verbringen kann, wo es so viel Besseres zu tun gibt. Außerdem hat sie kürzlich ihre Liebe für Pfeil und Bogen entdeckt. Vielleicht ist ja doch noch nicht alle Hoffnung bei ihr verloren.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?

Mich? Ich sage, was ich denke, egal wen ich damit anpisse. Bin unwiderstehlich und ein Siegertyp.

5. Gibt es besondere Gepflogenheiten, die Annika beim Schreiben an den Tag legt? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?

Also, als sie unsere Familiengeschichte aufschrieb, hat sie dabei ganz gute schottische Musik gehört. Und Schokolade gegessen. Davon steht auch heute immer was auf ihrem Schreibtisch rum, auch wenn sich ihr Musikgeschmack bei manch anderen Romanen sehr verschlechtert hat.

6. Wie hast du sie kennengelernt?

Andrew hat sie angeschleppt. Am Anfang wollte ich sie nur schnell wieder loswerden, aber ich muss zugeben, am Ende hat sie mich überrascht – oder ich sie.

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?

Das ist wohl jedes Mal anders. Manche Figuren tauchen von allein bei ihr auf, andere muss sie suchen gehen.

8. Einmal ganz direkt gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Annika so besonders?

Ich glaube, sie mag mich, auch wenn sie es nicht zugeben will. Und hey, wer kann es ihr verübeln, eigentlich hätte das meine Geschichte werden sollen! Immerhin gebe ich mir die Mühe, diese Jahrhunderte alte Fehde ein für alle Mal zu beenden. Glaubt mir, ich bin viel wichtiger als Andrew oder sonst jemand in diesem Roman.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Annika bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?

Sie hat solche Zettel hinter sich an der Wand hängen, auf denen Buchtitel und Abgabetermine stehen. Nicht gerade wenig. Mir wäre das ja zu viel Stress, aber sie behauptet, ihr gefalle das. Frauen … muss man wohl nicht verstehen.
Für nächsten Monat hat sie im Kalender den 7. markiert. Da kommen wohl zwei neue Bücher von ihr heraus. *schnaubt verächtlich* Eines über Vampire und eines über Dämonen. Als ob es irgendwas davon wirklich gäbe.

10. Ein herzliches Dankeschön an Barclay für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin/dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Barclay gesagt wurde.

Zuerst einmal: Ich gebe durchaus zu, dass ich Barclay mag. Auf gewisse Weise ist er mir tatsächlich ans Herz gewachsen, auch wenn ich ihm widersprechen muss: Er ist nicht die Hauptfigur des Romans, so gern er das auch sein würde. Aber ja, er hat mich am Ende überrascht und genau für diese Überraschung mochte ich ihn. Aber ein Vorbild ist er wirklich nicht für mich.

Und er sollte mal nicht so über Vampire und Dämonen herziehen, als Werwolf steht er nicht wirklich besser da. ;)

Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann sie auf ihrer Homepage oder bei Facebook besuchen, wo es auch eine Seite zum Roman gibt.



Annika Dick - Distelmond
Arunya-Verlag, 2014
429 Seiten
eBook 5,99 €
ASIN: B00LN6OVRI

Klappentext:
Das Massaker von Glencoe bescherte der Familie MacDonald traurige Berühmtheit. Das Überleben derjenigen, die den Soldaten entkamen gleicht einem Wunder. Oder einem Fluch. In den Männern der MacDonalds of Glencoe brach in der Zeit der Entbehrung etwas aus, dessen Geheimnis ihre Nachkommen auch Jahrhunderte später noch hüten: Sie verwandelten sich bei Vollmond in Wölfe.

1853 zieht die junge Deutsche Charlotte mit ihrer Mutter nach deren Wiederverheiratung nach Edinburgh. Dort verliebt sie sich in Andrew, den besten Freund ihres Stiefbruders, der ihre Gefühle auch erwidert. Doch seine Mutter ist der Ansicht, dass eine Außenstehende nie den Wolf in ihm akzeptieren wird. Andrew denkt anders darüber und ist davon überzeugt, dass Charlotte seine Besonderheit verstehen wird. Aber sein mordlustiger und rachsüchtiger Vetter sowie der feindselige Robert Campbell zeigen ihm deutlich, wie gefährlich das Leben für seine Familie und Freunde ist. Als er sich aber von Charlotte fern halten will, wird es für sie nur noch gefährlicher.

Hinweis:
Die Nana & die Key lesen den Roman und bieten euch bald die passenden Rezis dazu.

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