Donnerstag, 17. Juli 2014

[REZENSION] Stirb leise, mein Engel von Andreas Götz (by Nana)

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Stirb leise, mein Engel - Andreas Götz
Oetinger Verlag, 2014
368 Seiten
Preis: 16,95 €
ISBN: 978-3-7891-3615-3

Klappentext:
Drei tote Mädchen, ein dunkles Geheimnis und ein teuflisches Spiel: ein Thriller, der unter die Haut geht!

München, das Ende eines heißen Sommers. Drei Mädchen sterben innerhalb weniger Wochen – wie es scheint, aus eigenem Entschluss. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn alle drei wollten mit ihrer großen Liebe in den Tod gehen. Und sie ahnten nicht, dass ausgerechnet er, der mit ihnen sterben wollte, sich als ihr schlimmster Feind entpuppen würde.


Meine Meinung:

Meinen ganz herzlichen Dank an den Oetinger Verlag für die Übersendung und Bereitsstellung dieses Thrillers. Was genau mich letztlich an diesem Titel angezogen hat, weiß ich nicht. Denn das Cover ist ja eigentlich eher schlicht gehalten, dennoch verströmt es bereits beim ersten Blick diesen Hauch von sterben - irgendwie faszinierend. Der Klappentext tut dann sein Übriges - ganz nebenbei erwähnt, ein Klappentext, der wirklich gelungen ist. Er gibt tatsächlich nur wichtige Details wieder - wunderbar!

Die Figuren sind authentisch. Allen voran Sascha. Ein waschechter Teenager. Kein Überflieger, aber auch kein Loser. Das freut mich sehr, denn es wird hier nicht in irgendeinem Klischee gedacht. Sehr schön. Dennoch hat Sascha seine Ecken und Kanten. Die erste Liebe, dann der Verlust, den er zu verschmerzen hat.
Daneben gibt es Joy. Ihr Name ist Programm. Auch sie ist kein aalglattes Mädchen, sondern auch sie hat mit alltäglichen Problemen zu kämpfen und tut das auf ihre Art und Weise.
Mareike ist ebenso absolut nicht 0815 - sehr angenehm, wie ich finde. Jede Figur passt in ihre Rolle, ist voller Rätsel, obwohl es eigentlich gar keine gibt.
Auch Personen, die zwar nicht wirklich wichtig, aber auch nicht störend sind, werden entsprechend eingesetzt und haben ihren Auftritt, sodass viele kleine Stränge entstehen, denen man folgen möchte.

Die Sprache ist super. Es wird schnell an Tempo aufgebaut, es gibt tolle Spannungsbögen, keine unterste Schublade, aber auch nichts Hochgestochenes, einfach authentisch und schön (sofern man das bei einem Thriller sagen darf) zu lesen.

Fazit:
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich Probleme hatte, in die Geschichte zu finden. Irgendetwas störte mich und ich weiß bis heute nicht, was genau es war. Ein klein wenig gestolpert bin ich über diese vielen Perspektivwechsel, die doch ziemlich plötzlich und für mich unerwartet kamen. Aber gut, manche dieser Perspektiven waren, im nachhinein betrachtet, dann wohl doch wichtig.
Nachdem dann auch jeder seinen Platz hatte und mir als Leser klar war, wer welche Position inne hat, kam auch der eigentliche Lesespaß.
Diese Geschichte spielt mit sehr vielem. Angefangen von der Liebe, über Eifersucht bis hin zu psychischen Störungen ist alles dabei. Dabei wird aber nichts davon übertrieben. Die Geschichte klingt glaubwürdig und abgründig - schauderhaft. Wenngleich sie auch sehr temporeich ist. Es gibt kein langweilig und ich wurde eingeladen, mitzurätseln.
Ich muss gestehen, dass ich oft auf der richtigen Fährte war und dann doch wieder aus der Bahn geworfen wurde, nur um anschließend wieder auf die richtige Spur zu gelangen, bis endlich die große Auflösung kam.
Weshalb ich eine Katze dennoch abziehe? Nun, auch wenn ich es nicht benennen kann, war mir der Einstieg etwas zu holprig und die Perspektiven haben mich zum Teil etwas überfordert.
Aber wirklich übel habe ich dem Autor ...
 (ACHTUNG SPOILER)
... die Sache mit den Kabelbindern genommen. Ich gehe schwer davon aus, dass der Täter schlicht in den Baumarkt gelatscht ist und die erstbesten Kabelbinder geschnappt hat, die er auftreiben konnte. Genau das, habe ich nämlich auch gemacht, als es darum ging, meinen Windschutz/Sichtschutz an das Balkongeländer zu klemmen. Und diese Kabelbinder, ich habe es versucht, bekomme ich unter keinen Umständen nur mit den bloßen Fingern auf. Dazu sei zu sagen, meine Finger sind auch noch frisch und gesund und nicht bereits über Nacht selbst gefesselt und schmerzend und blutend gewesen - ebenso habe ich eine Facebook-Umfrage diesbezüglich gestartet. Die einschlägige Meinung war, nope, so ohne weiteres, nur mit bloßen Fingern, sind Kabelbinder nicht aufzuknibbeln und dann jemand anderes wieder anzulegen. Das nahm ich also echt übel. Ich habe das komplette Buch geglaubt, aber das hatte mich dann doch erschüttert ;)
(SPOILER ENDE)
 Dennoch gibt es von mir die absolute Leseempfehlung. Wer auf Spannung und Abgründe steht und es liebt, unheimliche Bilder in die Gedanken gezeichnet zu bekommen, der ist hier genau richtig!

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