Sonntag, 24. August 2014

[INTERVIEW] Dagny und Dhelia über Annika Dick

www.annikadick.netHeute im Interview die Zwillinge Dagny und Dhelia, die über ihre Autorin Annika Dick plaudern.


Dagny und Dhelia sind Zwillinge, 17 Jahre alt und etwas ganz Besonderes: Die beiden Schwestern sind die Verkörperung von Licht und Schatten und halten durch ihre Existenz die drei Welten (unsere Erde, Coti – die Welt des Lichts und Aparadha – die Welt der Schatten) im Gleichgewicht. Ihre Geschichte könnt ihr in „Träume der Finsternis“, welches im August bei Carlsen Impress erschienen ist, nachlesen.


1. Stellt uns Annika Dick doch erst einmal kurz vor.
*Die Zwillinge werfen sich einen kurzen Blick zu, dann ergreift Dagny das Wort.*
Dagny: Also, Annika ist alt, 30! Boah, wenn ich mir das vorstelle, das sind noch über 12 Jahre, bis wir einmal so alt sind. Dabei kennen wir sie schon, seit sie 26 ist … gut, das ist jetzt nicht viel besser … Ach ja, vorstellen. Gut, also, sie schreibt viel. Viel zu viel, wenn ihr mich fragt. Dadurch vernachlässigt sie zum Beispiel den Sport. Als wir uns kennenlernten ging sie jeden Morgen ganz vorbildlich eine Stunde walken, bevor sie auf die Arbeit fuhr, jetzt schreibt sie diese Stunde lieber abends und schläft dafür morgens länger. Das erinnert mich an jemanden. *wirft Dhelia einen Seitenblick zu*
Und ihre Freunde trifft sie meist nur noch online.
Dhelia: Komm, das liegt auch daran, dass die in allen Ecken Deutschlands – und bald auch noch bis nach Irland – verstreut sitzen. Da könntest selbst du nicht mal einfach so einen Mädelsabend organisieren.
Dagny: Doch, doch, ich bin mir sicher, ich könnte das. Aber gut, sie ist schon recht verpeilt, da ist das Organisieren wohl nicht soo einfach.


2. Was denkt ihr über Annika, wie findet ihr sie? Gibt es etwas, was ihr besonders toll an ihr findet, wofür ihr sie beneidet? Oder etwas, was ihr so gar nicht leiden könnt?
Dagny: Wie gesagt, sie sollte wieder mehr Sport machen! Und mehr kochen! Und mehr Zeit mit ihren Freunden verbringen!
Dhelia: Und mehr lesen! Aber eigentlich ist sie ja schon in Ordnung. Immerhin hat sie unsere Geschichte aufgeschrieben. Und sie lässt mir meine Ruhe, wenn ich sie brauche.
Dagny: Was ziemlich oft ist. *wirft Dhelia einen besorgten Blick zu*
Dhelia: Beneiden … na ja, sie ist normal, darum beneide ich sie wirklich. Sie muss sich keine Sorgen darüber machen, ob sie der Antichrist oder so etwas in der Art ist.
Dagny: Du bist kein Antichrist!
Dhelia: Ich sagte ja auch oder so etwas in der Art …
Dagny: Das bist du auch nicht!

Äh … Mädels … Interview?

Dagny: Ach ja, also, nein, ich beneide sie nicht. Na ja, höchstens dafür, dass sie schon volljährig ist und tun und lassen kann, was sie will. Wobei, das bin ich in ein paar Wochen ja auch.


3. Ihr verbringt doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
*Die Zwillinge schauen sich kurz an.*
Beide: Schlafen?
Dhelia: Ich kann sie da ganz gut verstehen, wenn einen die Muse küsst, braucht man sonst nicht viel, man vergisst das Essen, die Zeit, bis man irgendwann mit dem Kopf auf dem Schreibtisch landet und der Bildschirm vor einem verschwimmt.
Dagny: Ich sag ja, sie müsste weniger schreiben und mehr andere Dinge tun! Aber hört jemand auf mich? Nein, natürlich nicht.


4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Dagny: Also, sie hat jede Menge Bücher im Regal stehen, die sie nie und nimmer hergeben würde, zählt das? Aber wenn ich euch die Namen alle aufzählen muss, sind wir noch morgen hier. Wenigstens liest sie auch moderne Sachen. Dhelia zum Beispiel muss regelrecht dazu genötigt werden, irgendetwas zu lesen, das weniger als 100 Jahre alt ist …
Dhelia: Gar nicht wahr. *versteckt einen Charles Dickens-Roman hinter dem Rücken*


5. Gibt es Rituale, die Annika beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Dagny schließt für einen Augenblick die Augen und atmet tief durch.
Dhelia grinst breit.
Dhelia: Sie dreht die Musik ganz laut auf oder hört sie über Kopfhörer, um alles um sich herum abzuschotten. Und das meiste, was sie hört, ist richtig gut.
Dagny: Einiges, von dem, was sie hört, ist okay. Das meiste ist einfach nur Krach. So wie das, was du hörst, Dhelia.
Dhelia grinst nur weiter.


6. Wie habt ihr sie kennengelernt?
Dagny: Ich habe sie auf dem Friedhof getroffen. Was ich da sollte, habe ich bis heute nicht wirklich verstanden. Aber darauf hatte ich keinen Einfluss. Wobei, Annika wohl auch nicht, wenn ich mich so recht daran erinnere. Sie hat zumindest sehr viel an dem Bild von mir auf dem Friedhof am offenen Grab gestört und sie hat so lange Änderungen daran vorgenommen, bis sie mir Dhelia zur Seite stellte und die Szene am Friedhof nicht mehr ganz so unpassend wirkte. 
 

7. Wisst ihr, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Dhelia: Da geht es ihr ähnlich wie mir, wenn mich die Inspiration packt: Es ist jedes Mal anders. Ich glaube, wir waren auch die einzigen, bei denen sie das ursprüngliche Bild von Dagny unverändert ließ, aber alles um sie herum so veränderte, bis es ihr gefiel. Bei anderen gefällt ihr entweder, was sie sieht, oder sie verändert es so sehr, bis es keine Ähnlichkeit mehr mit der ursprünglichen Idee hat, die sie überfallen hat.


8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit euch? Was macht euch für Annika so besonders?
*Die Zwillinge sehen sich einen Moment lang an*
Dagny: Sind wir nicht.
Dhelia: Und irgendwie doch.
Dagny: Also, für sie sind wir in erster Linie eben nichts Besonderes, sondern ganz normale Teenager. Was mal ganz nett ist, von jemandem so behandelt zu werden, der weiß, welche Bürde wir schultern.
Dhelia: Ja, das schon, aber für sie persönlich sind wir auf andere Weise was besonderes.
Dagny: Wir haben sie zum Schreiben zurückgebracht. *grinst*
Dhelia nickt heftig. Dhelia: Sie hat unsere Geschichte ausgedacht und einfach so, mir nichts dir nichts für fast ein Jahr mit dem Schreiben aufgehört. Aber wir haben nicht locker gelassen.
Dagny: Ich bin auch besonders gut im Nichtlockerlassen.
Dhelia rollt mit den Augen und murmelt: Oh ja, darin bist du leider ganz groß.
Dhelia räuspert sich. Dhelia, wieder lauter: Wir kamen wieder und ließen sie nicht in Ruhe, sie musste unsere Geschichte einfach schreiben und seither hat sie auch nie wieder eine so lange Zeit gehabt, in der sie nichts geschrieben hätte.
Dagny: Eigentlich schreibt sie mittlerweile andauernd. Da könnte sie sich direkt mit Dhelia auf dem Dach aussperren.
Dhelia: Danke, aber ich bleib da oben lieber allein!


9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Annika bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Dagnys Blick verfinstert sich. Dagny: Hör mir bloß mit Kristallkugeln oder in die Zukunft sehen auf! Davon hab ich erst einmal gehörig die Nase voll! Wer glaubt schon an so einen Blödsinn? Und was soll das überhaupt bringen? Und überhaupt, woher sollen wir denn wissen, was in Annikas Zukunft liegt? Wollen wir das überhaupt?
Dagny verschränkt die Arme vor der Brust und wendet sich ab.
Dhelia: Dagny … sie meint das bestimmt nicht wörtlich. Also, was wir wissen, ist, dass als nächstes ein historischer Liebesroman ansteht. Spielt 1604 in Nordengland und was ich so bisher lesen durfte, klingt das nach etwas für mich. *bekommt einen leicht verträumten Blick* Und dann … ja, dann widmet sie sich auch wieder ihrer HEX HEX-Reihe, ich glaub, die trifft Dagnys Humor ganz besonders.
Dagny wirft einen kurzen Blick über ihre Schulter und seufzt. Dagny: Na gut, na gut. Also, das nächste Jahr wird es wieder einiges von ihr zu lesen geben. Da steht ein historischer Liebesroman im 19. Jahrhundert auf dem Plan: „Bezaubernde Herzen“, klingt ganz nett, aber eher was für Dhelia. Genauso, wie der Steampunk-Roman „Das Erbe des Erfinders“, wobei, ich glaub ich werde mal einen Blick reinwerfen und mir anschauen, wie unsere technisch untalentierte Autorin so mit den Erfindungen zurechtkommt … Die Dark Romance „Sieben“ ist da schon eher was für mich, New Orleans klingt nach einem tollen Schauplatz und Voodoo … wird interessant, denke ich. Ich versteh ja nicht, was man am Tod als Love Interest so toll finden kann …
Dhelia: Denk nur an Hades … *noch verträumteren Blick aufsetz*
Dagny: … aber lesen kann ich es ja mal. Aber als allernächstes gibt es jetzt erst einmal zwei eBooks, die man sich ab ganz bald ins Regal stellen kann: Distelmond kommt im September als Hardcover und Codename Nike als Taschenbuch. Ich hab bei Dhelia schon zwei freie Plätze gesehen und glaub, sie will sie sich direkt zulegen.
Dhelia tippt auf ihrem Laptop herum.
Dhelia: Die sind schon längst vorbestellt.

10. Ein herzliches Dankeschön an Dagny und Dhelia für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Dagny und Dhelia gesagt wurde.
Also, erst einmal: Ich bin nicht alt! Auch wenn man das mit 17 anders sehen mag, liebe Dagny. Und ich weiß ja auch, dass ich wieder mehr Sport machen müsste und mir auch mal wieder mehr Zeit zum Kochen und Backen nehmen müsste, und ich würde unheimlich gern mehr Gelegenheiten haben, meine Freunde öfter zu treffen, aber letzteres ist tatsächlich ein Ortsproblem. Und ich finde gar nicht, dass ich zu viel schreibe. :p

http://www.carlsen.de/epub/traume-der-finsternis/60963#Inhalt

Träume der Finsternis

Carlsen Impress
221 Seiten
Preis: 3,99€
ISBN: 978-3-646-60076-6 






1 Kommentar:

  1. Ein tolles Interview aus einer anderen Sicht. Ich habe das bei einer Blogtour zu "Everlasting" ebenfalls gemacht, aber eben etwas anders... Liebe Grße Hanne

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