Sonntag, 10. August 2014

[INTERVIEW] Pootz über Aino Laos



Pootz scharrt schon ungeduldig mit den Pfoten, deswegen mache ich direkt Platz und lasse ihn zu Wort kommen:

Endlich komme ich zu Wort! Es ist nicht immer angenehm, wenn jemand „über“ dich schreibt und mit kritischen Augen sieht. Ich heiße Pootz. Ich bin ein schneeweißer Kater mit blauen Augen und bin sehr lieb. Auch sehr einsam. Schönheit hat ihre Schattenseiten.
Aino Laos will über mein Leben schreiben – ein „Opuss“ sagt sie, kichernd. Zehn Bände für Kinder klein und groß – sogar sehr, sehr großen Kindern könnte es gefallen. Sie hat schon damit angefangen und das erste Buch „Pootz – one“ ist schon erschienen beim eigenen Verlag: „Aura Entertainment“. Sie ist stolz darauf. Es ist eine Entdeckungsreise: Abenteuer pur – nur am Ende der Reihe ist die ganze Saga komplett - aber jedes Buch für sich ist eine abgeschlossene Geschichte. Ich fühle mich sehr geehrt und das alles erzählt in reimenden Versen! Wahnsinn. Natürlich ist es nicht wirklich meine wahre Geschichte: ich bin halt „Akteur“ – wie auf einer Bühne – genau so wie meine Mama – uh – ich meine Aino.

1. Stell uns Aino Laos doch erst einmal kurz vor. Gibt sie dir genug zu essen? Lässt sie dich regelmäßig nach draußen?
Ich habe eigentlich wenig Kontakt zu Menschen. Ich bin ein Freigeist – oder war das ein Freigänger – tja, ich weiß es nicht mehr. Irgendwas Freies. Ich weiß nur, dass ich Vegetarier bin. Ich hatte keine andere Wahl: Ich fange halt nichts. Ich bin zu weiß. Äpfel und Birnen sind irgendwie auch lecker! Meine neuen Freunde sind ganz froh, dass ich sie nicht esse – sie finden mich sogar charmant und bringen mir Geschenke: Beeren, Erbsen und auch Kekse und Käse vom Bauer. Ich glaube Maus, Maulwurf und Igel würden mir mittlerweile sowieso nicht mehr schmecken. Man isst nicht seine Freunde.

2. Was denkst du über Aino? Wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Als ich erfahren habe, dass sie über mich schreibt war ich sehr geschmeichelt. Die anderen glauben ich könnte durchaus ein Star werden. Sie beobachtet mich immer ganz genau und ich tue als ob ich es nicht merke. Sie hat eine schöne Stimme wenn sie mir zuruft – ich mag wie sie riecht: Menschlich und magisch zugleich. Ich mag ihren doofen Hund nicht: er ist grob und primitiv – rennt andauernd hinter einem Frisbee her. Sie wirft es immer wieder. Was soll das eigentlich? 

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
Wenn sie nicht über mich schreibt, schreibt sie über etwas anderes oder tut merkwürdige Dinge. Sie singt und komponiert Lieder, hüpft in grandiosen Kostümen auf Theaterbühnen und malt bunte Bilder. Nicht gleichzeitig versteht sich. Ab und zu mäht sie den Rasen – stundenlang – was für ein Krach! Dann macht sie drinnen weiter und mäht den Teppichboden – Menschen sind seltsame Kreaturen. 

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Zunächst, ist nichts in ihrem Leben normal – oder zumindest sieht es so aus. Ihr Vorbild? Sie steht voll auf Leonardo Da Vinci, Archimedes und Einstein – frag mich nicht warum – sie ist von Wissenschaft und Archäologie besessen, obwohl sie nichts mit Mathematik anfangen kann. Camille Saint-Saens ist ihr aktueller Musikheld und Antoine de Saint-Exupéry hat sie neulich zum Weinen gebracht. Mehr weiß ich nicht...außer...sie hat auch angeblich ein Foto von mir in ihrem Musikstudio stehen – könnte auch was bedeuten.

5. Gibt es Rituale, die Aino beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas bestimmtes zu Essen, dass in Reichweite stehen muss?
Sie braucht totale Ruhe. The sounds of silence. Sie ist immer voll konzentriert und hypersensibel wenn sie schreibt. Bloß nicht in die Quere kommen. Sie kann fauchen und spucken schlimmer als ich! Das Schreiben ist wie eine Geburt – voller Stress, Spannung, Schmerz und Frustration: danach Freude, Heiterkeit und Erleichterung. Verstehe den Reiz nicht unbedingt. Ich nehme alles locker, schaue zu und esse ein paar Nüsse.

6. Wie hast du sie kennengelernt?
Ich spazierte mal an ihrem Küchenfenster vorbei – nonchalant: den Schwanz hoch in der Luft. Es war als wenn sie auf mich lauerte und mich dann plötzlich mit Katzensnacks bewarf. Ich hatte zuerst gedacht, sie bekommt einen Anfall oder so, aber sie wollte nur was Gutes tun für einen hungrigen, streunenden Kater. Mir eine Freude machen. Mich sogar vielleicht locken? Wer weiß. Um ehrlich zu sein, es hat sehr gut getan, obwohl ich es mir natürlich nicht anmerken ließ. Am nächsten Tag war ich wieder da nur um zu prüfen ob sie es ernsthaft meinte. Hat sie. Von da an, waren wir irgendwie verbunden – „so wie bei der Quantenverschränkung“ – hat sie mal gesagt. Klingt schmerzhaft.

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen?
Definitiv anders in meinem Fall. Nie zuvor war sie so spontan begeistert von einem möglichen Protagonisten. Die Idee ist im Traum erschienen. Ich habe sie inspiriert und motiviert. Ich habe das Kindliche in ihr erweckt: Ihr ermöglicht es frei und ohne Zwang zu schreiben. So bin ich eben.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Aino so besonders?
Es mag ein wenig arrogant klingen, aber ich bin einfach unwiderstehlich! Höflich, lieb, brav, knuddelig, fein und hoch intelligent! Ich bin sehr weise obwohl ich nur 3 Jahre alt bin: habe viel erlebt. Meine Seele ist so tief und rein wie ein Alpensee und ich bin umhüllt von positiver Energie. Sie kann nicht anders als mich lieb zu haben und ihr Glück mit der ganzen Welt zu teilen.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Aino bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Tja, soweit ich erkennen kann, ist sie wieder im kreativen Stress. Das bedeutet, dass sie an etwas Neuem bastelt. Ich habe gelauscht, und mitbekommen, dass mein erstes Buch jetzt neu erscheinen wird, mit einer Übersetzung auf deutsch direkt dabei! Die Illustrationen zu Pootz 2 sind fast fertig (das macht sie auch übrigens) und dann wird das auch bald für die Menschen zu betrachten sein. Sie hat viel mit mir vor – etwa 10 Bände - nur über mich! He, he, he...
Dann muss Sie auch noch ein wenig hüpfen und singen und endlich ihren langersehnten Roman „Moone“ fertigstellen – sie wird immer wieder abgelenkt. Ich bin nicht unschuldig daran.

10. Ein herzliches Dankeschön an Pootz für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Pootz gesagt wurde.

Was soll ich noch dazu sagen? So einem perfekten und weisen Kater kann man nicht wiedersprechen! Aber, wie Einstein behauptet: es ist alles relativ, nicht wahr? :)

 Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann sie auf ihrer Homepage besuchen.



Aino Laos - Pootz
36 Seiten
eBook 6,99 €
Broschiert 8,99 €
ISBN: 978-3945064016

Klappentext:
A stranger appears one moonlit night. Pootz the snow-white cat with pure blue eyes. He is a very gentle pussy, but the neighbourhood moggies tease him. Sad and lonely,
Pootz finds a safe place to live by the lake and the little countryside creatures become very fond of him, not only because he is too white to hunt them (they see him coming a mile off), but also because he is sensitive and kind.
Pootz becomes the hero of the day, by saving his rivals from disaster with a courageous and selfless act.
 

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