Donnerstag, 7. August 2014

[REZENSION] Lines of Yesterday von Bianca Iosivoni (By Nana)

http://www.bianca-iosivoni.de/buecher/lines-yesterday/
Lines of Yesterday - Bianca Iosivoni
Bianca Iosivoni SP, 2014
ca. 200 Seiten
Preis: 2,99 €
ASIN: B00KPD0QVK

Klappentext:
Violet Moore hatte einen Plan: Aufs College gehen, ihren Abschluss in Jura machen, eine gute Anwältin werden und nach ein paar Jahren ihren Langzeitfreund Jared heiraten. Der Plan wurde vor langer Zeit aufgestellt – von ihren Eltern, ihren Freunden und von Jared selbst.
Doch dann taucht jemand in ihrem Leben auf, mit dem sie nicht gerechnet hat: Devin Jackson. Früherer bester Freund, erste Liebe und zukünftiger Rettungssanitäter. Mit einem Mal steht Violets Welt Kopf, denn Devin fordert sie heraus, stellt all ihre Pläne infrage und erinnert sie an ein lang vergessenes Versprechen. Schon bald muss Violet sich fragen, was sie eigentlich selber will – und ob sie bereit ist, die Sicherheit ihres geordneten Lebens dafür zu riskieren.

 
Meine Meinung:

Das eBook habe ich bei einer Aktion der Autorin gewonnen und mich riesig gefreut. Nachdem ich das erste Mal in der Anthologie »5 Jahre – 5Geschichten« eine Story von Bianca Iosivoni lesen durfte, mochte ich den Schreibstil sehr. Diese Geschichte hatte mich richtig berührt und als ich dann las, dass es in »Lines of Yesterday« auch ein wenig um Disney gehen sollte, war ich auch dieses Mal Feuer und Flamme.

Umso trauriger war ich, als mir leider kein rechter Draht zur Protagonistin Violet aufkommen wollte. Sie ist nicht blass, keineswegs, aber sie ist auch total verquer irgendwie. Sie tut so, als sei sie unnahbar, wisse, wo das Leben lang geht und ist doch eigentlich total unselbstständig. Sie lebt so ein bisschen in Selbstgeißelung und fühlt sich da offenbar echt wohl, da es Jahre dauerte, bis
Devin, ihre alte Sandkastenfreundschaft, sie da rausholt. Devin hat so ein bissl was Besessenes. Okay, mag sein, dass Liebe einen ein wenig die Gedanken vernebelt, aber die Tatsache, dass er trotz abgebrochenem Kontakt weiter daran festhält und ihr auch noch hinterher eilt, weil er es einfach wissen will und es ihr versprochen hat und ganz nebenbei natürlich auch noch sehr gut aussieht, das war irgendwie. Ja, ziemlich viel auf einmal. So ein echter Mr Perfect.
Jared darf bei einer Geschichte, die im College spielt, natürlich nicht fehlen. Der Sportler, dem die ganze Frauenwelt zu Füßen liegt und Bree, die quirlige Freundin, die viel lieber Leben würde, anstelle lernen. Somit wurde jedes Klischee bedient.

Die Sprache ist der Autorin gut gelungen. Gerade die Sequenzen, in der die Zerrissenheit von Violet rüberkommen sollte, sind gut gemacht. Leider wurde ich aber dazwischen etwas im Stich gelassen. Mir fehlte das gewisse Etwas, etwas, was Violet menschlicher und liebenswerter macht.

Fazit:
Anfangen möchte ich mit den positiven Aspekten. Die Zwischeneinschübe der Briefe, SMS und Mails, die sich Violet und Devin über die Zeit geschrieben, oder geschrieben und niemals abgeschickt, haben, haben die Geschichte an sich lebendig gemacht und das waren auch die Momente, in denen ich als Leser fühlen konnte, was die beiden sich bedeutet haben.
Ebenso die Botschaft dazwischen, dass Violet einem Leben nachrennt, welches sie sich eigentlich so selbst nie ausgesucht hätte und auch der Versuch Devins, sie zur Besinnung zu bringen.
Zeitgleich fehlte mir etwas die Glaubwürdigkeit. Das mag nun hart klingen und es tut mir auch sehr leid, jedoch konnte mich die Autorin mit dieser Geschichte nicht überzeugen. Die Handlung war sehr vorhersehbar und Violet leider in ihrer Unselbstständigkeit viel zu eintönig, als dass sie wirklich zu einem Sympathieträger hätte werden können. Das hat Devin da schon besser hinbekommen, wenngleich er ziemlich perfekt war und es ihm an Ecken und Kanten fehlte. Er war sich seiner Sache einfach viel zu sicher.
Disney kam in der Tat vor, aber auch hier hatte ich mir mehr erwartet. Leider beschränkte sich dieser Part auf Einschübe, die Beispielsweise die Haarpracht wie Merida beschrieben. Ich hatte gehofft, es würde hier tiefer in diese Trickkiste gegriffen werden, Gefühle und Emotionen aufgegriffen werden, irgendwie so was wie »... dieser Moment wuchs mir über den Kopf, ich hatte mich übernommen und hörte in meinem Inneren, wie die Uhr zur Mitternachtsstunde schlug. Ich fühlte mich wie Aschenputtel, zerrissen und unsicher und sah mich gezwungen, zu flüchten. Hinaus in die Dunkelheit, weit weg von ihm. Ich wusste, dass er mir folgen würde, doch ich würde keinen gläsernen Schuh auf der Treppe hinterlassen. Es wartete auch keine Kutsche auf mich – nur die Dunkelheit und meine Gedanken, deren Inhalt ich einfach nicht zu erfassen vermochte.«( – eben von mir mal ausgedacht, Nana)
So oder so ähnlich. Aber ein Bett, dass durch ein paar Tücher etwas von 1001 Nacht hat – das war mir zu plump.
Gegen Ende der Geschichte, bekam ich das Gefühl, die Autorin sei selbst jetzt erst in der Story angekommen, denn nun bekam die Handlung Fahrt und auch die Emotionen kamen viel besser rüber. Ebenso durfte ich auch ein wenig schmunzeln, was mir sehr gefiel.
Es fällt mir daher wirklich schwer, dennoch muss ich hier einfach Gefallen und nicht Gefallen gegenüberstellen. Ich bin mir sicher, dass diese Geschichte seine Leser findet, so wie es die Rezensionen, die ich bisher gesehen habe, auch verdeutlichen. Mir persönlich jedoch, konnte sie nicht imponieren. Sie war komplett anders, als der Gewinnertext aus der LYX-Anthologie, was generell nicht verkehrt ist, mir jedoch nicht wirklich besonders genug war.
Daher zarte zwei Kätzchen von mir.

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