Dienstag, 26. August 2014

[REZENSION] So oder So von Brinx/Kömmerling (by Valli)


http://www.beltz.de/de/kinder-jugendbuch/beltz-gelberg/titel/so-oder-so.html

So oder So, Brinx/Kömmerling
Gulliver, 2014
232 Seiten
Preis: 12,95 €
ISBN: 978-3407744838

Inhalt:

Ein Roman – zwei Storys! Zwei Storys mitten aus dem Leben, ungewöhnlich und unvorhersehbar. Denn die Wahl des Frühstücksbrotes entscheidet darüber, was Jella erlebt ... Ob sie mit ihren Freunden mit dem Zug zu “Rock am Ring” fährt und dort mit Goran am Lagerfeuer flirtet. Von dem sie eigentlich gar nichts will ... Oder ob Jella sich mit ihrer kleinen Nerv-Schwester im Schlepptau per Anhalter zum Festival durchschlägt. Und schließlich überglücklich in den Armen der hübschen Soleil landet ... Zwei erfrischend lebhafte Storys, miteinander verbunden in einem außergewöhnlichen Doppel-Roman! Spannend und nachdenklich, humorvoll und tiefgründig und vor allem immer Jella. So oder so.


 
Meine Meinung:

Zuerst möchte ich mich bei BloggdeinBuch (http://www.bloggdeinbuch.de/ ) und bem Beltz Verlag (http://www.beltz.de/ ) für das Bereitstellen dieses Leseexemplars bedanken.

Dieses Buch hat mich angesprochen,da man hier zweimal die gleiche Geschichte lesen konnte,die sich aber unterschiedlich entwickelten. Ausgehend von einem Frühstücksbrot entscheidet sich für die Hauptfigur Jella der Verlauf ihres Wochenendes bei Rock am Ring.
Ich fand diese Idee erfrischend und war gespannt wie sie umgesetzt wurde. Beide Geschichten sind relativ kurz gehalten, so dass ich dieses Buch an einem Mittag direkt durchlesen konnte.

Die Sprache ist gut geeignet für jüngere Leser und die Sprache war an die heutige Jugend angepasst. Jedoch fand ich es manchmal störend,dass „Violetta“ durch „die Sis“ ersetzt wurde. Die Autoren wollten damit wahrschenlich noch einmal verstärken welch neutrales Verhältnis Jella zu ihrer Schwester hat, aber ich fand das oftmals doch recht fehl am Platz.Der Ausdruck wirkte auf mich erzwungen jugendlich, da sonst doch eher keine englischen Wöter benutzt wurden.
Gerade für die jungen Leser ist die Länge der beiden Geschichten mit jeweils 114 Seiten überschaubar. Für mich war die Länge mal schön zwischen all den dicken Wälzern, die man sonst so liest.

Ich werde die beiden Geschichten nun Salamigeschichte und Marmeladengeschichte nennen,da man laut dem Buch keine Vorschriften bekommt, mit welcher Geschichte man anfangen sollte.
(Im Folgenden muss ich leider den Inhalt wiedergeben, da dieser notwendig für eine Rezension ist. Wen das also stört,der sollte einfach den nächsten Abschnitt überspringen.)

In der Salamigeschichte fährt Jella mit ihren Freunden per Zug zu Rock am Ring und alles verläuft wie geplant. Alles deutet darauf hin,dass dies das beste Wochenende in ihrem Leben wird. Auf dem Festival selbst befindet sie sich jedoch in einem Gefühlschaos, da ihr bester Freund ihr unter Alkohol die Liebe gesteht und sie feststellt,dass sie sich eher zu Frauen hingezogen fühlt. Sie hat mit diesem Dilemma zu kämpfen und muss sich für Einen von Beiden entscheiden.
In der Marmeladengeschichte verpasst Jella den Zug und entschließt mit ihrer kleinen Schwester bis nach Koblenz zu trampen um das Festival noch miterleben zu können. Während die beiden sonst keine Gelegenheit auslassen zu streiten,müssen sie sich auf ihrer Reise zusammenraufen. Sie beschäftigen sich mit dem Tatsache,dass sie beide unterschiedliche Väter haben und alleine von der Mutter erzogen werden.Durch dieses geteilte Schicksal und einem kleinen Geheimnis kommen sie sich näher.
Letztendlich schaffen sie es auf das Festival und auch hier erwartet Jella wieder die Konfrontation mit der Liebe zum gleichen Geschlecht.

Leider muss ich sagen,dass mich die Salamigeschichte nicht überzeugt hat. Sie war für mich zu oberflächlich behandelt. Außerdem konnte ich recht früh durchschauen, wie die einzelnen Figuren fühlen. Die Spannung blieb also aus. Diese Geschichte handelt größtenteils von von der Liebe, aber vor allem von Jellas Liebe zu der schönen Soleil. Mir war das Thema aber trotz allem zu erdrückend und gleichzeitig doch zu oberflächlich. Das lag natürlich auch daran,dass die Geschichte einfach kurz war. Ein weiterer Punkt,den ich nicht wirklich verstanden habe, waren die dauernden Telefonate zwischen Jella und ihrer kleinen Schwester Violetta. Anfangs machten die beiden auf mich den Eindruck, als hätten sie nicht gerade das beste Schwesternverhältnis. Woher kam dann also dieser Wandel,dass Jella während ihrem langersehnten Rock am Ring Festival mehrmals am Tag mit ihr telefoniert??
Die Marmeladengeschichte hingegen hätte für meinen Geschmack noch länger und ausführlicher sein können. Das Thema Liebe bzw. Homosexualität wurde nich derart „breitgeschlagen“, sondern einfach als Teil in die Geschichte eingebaut. Ein weiteres Thema war hier die Reise der beiden Schwestern, die ziemlich turbulent zugeht. Während dieser Reise gibt es aber einen Moment, in dem die Schwestern eine Wandlung durchmachen und ihr Verhältnis sich scheinbar verbessert. Jella und Violetta machen sich gemeinsam auf den Weg Jellas Vater zu finden und haben somit einen sehr intimen Moment zusammen. Dieses neu gewonnene Verhältnis droht auf dem Festival kurzzeitig wieder zu kippen..
Diese Geschichte hatte viel mehr Tiefgang und ich fand sie daher gelungen.

Fazit:
Die Idee des Buches, eine Geschichte mit zwei Enden zu schreiben, war absolut top. Dafür gibt es einen Pluspunkt von mir,da es mich einfach zum Lesen animiert hat.
Die Marmeladengeschichte war ein wirklich netter Zeitvertreib für einen Nachmittag. Für Jugendliche finde ich sie absolut empfehlenswert, da sie zum Nachdenken anregt und wirklich schön kurz gehalten ist ohne viel überflüssige Beschreibungen. Erwachsenen oder erfahrenen Lesern möchte ich das Buch allerdings eher weniger ans Herz legen.
Auf die Salamigeschichte hätte man,so leid es mir tut, meiner Meinung nach verzichten können. Diese hat mir leider nicht gefallen, da sie in mir keinerlei Emotionen hervorgerufen hat und einfach zu oberflächlich war.
Mir wäre es lieber gewesen,wenn man sich auf die Marmeladengeschichte beschränkt hätte und diese einfach noch verlängert und intensiviert hätte. Diese Geschichte hat viel Potenzial und hätte ein super Buch gegeben, wenn man sie an einigen Stellen noch ausgebaut hätte.
Abschließend lässt sich sagen,dass diese Buch wirklich eher für Jugendliche gemacht ist, um sich langsam an Themen wie Homosexualität heran zu tasten. Durch die Kürze des Buches ist es auch für Jugendliche,die nicht so gerne bzw. nicht viel lesen,geeignet . 
Durch diese Berücksichtigung gebe ich „So oder so“: 

                                


Kommentare:

  1. Ich nenn meine Schwester immer abwechselnd: suista oder sis. Das fällt mir schon gar nicht mehr auf. Aber jetzt wo du es sagst... wenn es so ganz allein daher kommt soll es wohl als Anglizismus etwas bedeuten.
    Auf jeden Fall klingt für mich jetzt die marmeladengeschichte auch interessanter.
    Übrigens find ich spontan den namen Soleil schön. Is sie blond im Buch?- So Sonnenhaar mäßig? Oder hat sie einfach nur ein sonniges Gemüt?

    AntwortenLöschen
  2. Sis ist an sich auch okay,aber es wirkte hier einfach zu übertrieben...
    Soleil ist eine Karibische Schönheit, die dank ihres Dauerlächelns und ihrer bunten Kleidung stets strahlt wie eine Sonne :)

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...