Donnerstag, 14. August 2014

[REZENSION] Verloren in der grünen Hölle von Ute Jäckle (by Nana)

http://www.bookshouse.de/buecher/Verloren_in_der_gruenen_Hoelle/Verloren in der grünen Hölle - Ute Jäckle
Bookshouse, 2014
470 Seiten
Preis: 15,99 €
eBook: 3,99 €
ISBN: 9789963523979

Klappentext:
Das Leben der siebzehnjährigen Kolumbianerin Elena verläuft glücklich und sorgenfrei. Bis sie eines Tages gemeinsam mit zwei Freundinnen auf dem Weg zu einem Einkaufsbummel entführt und in das Camp einer professionellen Kidnapperbande mitten im Regenwald verschleppt wird. Eine Zeit voller Todesangst und Schrecken bricht für die Mädchen an, denn der cholerische Bandenführer Carlos kennt keine Gnade.
Elena will sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden, sie rebelliert mit dem Mut der Verzweiflung gegen die Männer und fordert damit den Zorn von Carlos heraus. In letzter Minute beschützt der attraktive Entführer Rico sie vor dem gefährlichen Anführer und stürzt Elena in einen Gewissenskonflikt. Ehe Elena bewusst wird, auf was sie sich einlässt, zieht es sie in einen reißenden Strudel aus Leidenschaft und tödlicher Gefahr.



Meine Meinung:

Gleich zu Beginn möchte ich mich ganz herzlich bei Bookshouse für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken. Als ich das erste Mal von diesem Buch hörte, war ich direkt neugierig. Eine Entführung in Kolumbien, der Regenwald, Angst und Verzweiflung, aber auch Hoffnung? Das klang einfach zu gut, um es nicht zu lesen.

Elena ist die Protagonistin der Geschichte und zu Beginn eine verwöhnte 17jährige. Sie erfüllt so komplett das Klischee gemeinsam mit ihren beiden Freundinnen. Doch lange kann sie das nicht aufrecht halten, denn die Geschichte startet direkt.
Luisa ist Elenas Freundin und eigentlich kommt sie recht ruhig rüber – das bleibt auch so, was ich aber nicht als störend empfinde, denn die Autorin hat mit ihr ein paar Überraschungen vor.
Adriana hingegen ist eine sehr starke Persönlichkeit mit viel Grips.
Pedro ist mir sehr unsympathisch – frei nach dem Motto, riesen Mundwerk, aber nicht die Bohne dahinter und sein Kumpane Jose ist etwas unbeholfen. Ich habe bei ihm das Gefühl, er würde gerne mehr, getraut es sich jedoch nicht.
Carlos, wie der Klappentext schon sagt, ist eine ganz linke Bazille. Ein Antagonist, wie er, im wahrsten Sinne des Wortes, im Buche steht. Ihm gegenüber stellt sich Rico, über den ich gar nicht so viel vorweg sagen möchte. Außer vielleicht, dass Gegensätze sich bekanntlich anziehen.

Die Sprache ist super. Am Anfang fand ich mich als Leserin in einem richtig schicken Buch für Teenager. Die Prioritäten waren klar, shoppen und Spaß haben. Aber das wandelt sich recht rasant und schlagartig. Nun kommen auch treffende Metaphern und Spannung auf. Die Gefühle werden gut beschrieben und, was mir wichtig war, übermittelt. Das herrschende Chaos ist nicht nur auf die Umgebung begrenzt, sondern auch auf das Innere der Figuren und das wurde sehr gut transportiert.

Fazit:
Relativ schnell kam ich an den Punkt, bei dem ich sagen wollte „was (zur Hölle) ist das?“.
Alles beginnt ganz unscheinbar, bis die Entführung beginnt. Die Autorin spielt nicht nur mit den Gefühlen der Figuren, sondern auch mit denen der Leser. Von himmelhoch jauchzend, bis zu Tode betrübt – alles ist dabei.
Wenngleich ich mich ab einem gewissen Punkt damit konfrontiert sah, zu denken, passiert da noch was? Andererseits, es ist eine Geiselnahme. Im Regenwald. Die Tagesabläufe sind eben beschränkt und so hat die Autorin aber meinen Gedanken auch rasch aufgegriffen und mit dem Zwiespalt zwischen Rico und Elena aufgetrumpft. Auch die Geschichten von Pedro, Luisa und Adriana wurden noch einmal zugespitzt.
Entsprechend perplex war ich, als ich mich plötzlich wieder mit dem Leben außerhalb des Alltags im Regenwald konfrontiert sah. Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet, dachte eigentlich, die Befreiung wäre schlussendlich das Ende, aber es ging noch viel weiter. Auch hier bot die Autorin einige Überraschungen. Sie schaffte es sogar, mich kurzzeitig Tränen hinwegblinzen zu lassen, ehe sie mich dann doch erlöste und eine ganz speziell fiese Szene rasch beendete ;)
Jedenfalls und hier spoiler ich lieber mal (ACHTUNG SPOILER)…
Kenne ich mich mit Gerichtsverhandlungen nicht wirklich aus. Ich fand die Vernehmung von, oh, wie hieß er gleich? Vincente, glaube ich, als eher unglaubwürdig, ich fand fast, es hatte weniger mit der eigentlichen Verhandlung an sich zu tun, aber wie gesagt, da kenne ich mich nicht aus.

Weiter die Tatsache, dass dann am Ende so vieles so überraschend geschehen ist, wenngleich alles logisch war und von der Spannung her gut platziert, dass es mir einen klitzekleinen Hauch zu viel war, ab einem gewissen Punkt.
(SPOILER ENDE)
Aber, das tat alles in allem keinen Abbruch. Ich finde, die Autorin hat ein überzeugendes, spannendes und actionreiches Werk gebastelt, das mit Gefühl und tollen Figuren überzeugen konnte. Ich kam beim Lesen voll auf meine Kosten und möchte daher eine Leseempfehlung aussprechen ;)


 

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    habe das Buch auch gelesen und fand das Ende ebenso wie du etwas zu gewollt und gestellt. Die Szenen im Dschungel fand ich glaubwürdiger
    Wünsche dir einen tollen Tag
    GLG,
    Mel

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Mel,

    da bin ich ja beruhigt, dass ich mit der Empfindung nicht ganz alleine bin. :)

    LG, nana

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...