Donnerstag, 20. November 2014

[REZENSION]: 5 Tage im April von Christoph Marzi (by Valli)

http://www.arena-verlag.de/artikel/5-tage-im-april-978-3-401-06855-8
5 Tage im April, Christoph Marzi
Arena Verlag, 2014
328 Seiten
Preis: 14,99 €
Preis E- book: 11,99 €
ISBN: 978-3401068558


Inhalt:
Als Jack sich - mit einem rätselhaften Brief in der Tasche - auf den Weg nach Seals Head Harbor macht, ahnt er noch nicht, welches dunkle Geheimnis ihn dort erwartet. Schnell begreift Jack, dass er in dem kleinen Küstenort kein Fremder ist. Auf mysteriöse Weise scheint seine eigene Vergangenheit mit der Legende des Ortes verbunden zu sein. Nach einer Reihe merkwürdiger Ereignisse will Jack bereits die Flucht ergreifen. Da taucht plötzlich Sadie auf, das Mädchen mit den meerblauen Augen. Sie ist die Einzige, die ihm bei der Suche nach Antworten helfen kann. Mit Sadie verbringt Jack fünf Tage, die sein Leben für immer verändern


Meine Meinung:

Bevor ich mit meiner Rezension beginne, möchte ich mich herzlich bei dem Arena Verlag bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar bereitgestellt hat.

Aufmerksam auf dieses Buch wurde ich durch das Cover. Durch das blaue Cover mit dem Titel, der aus verschiedenen Schriftarten zusammengesetzt wurde, fällt das Buch sofort ins Auge,wenn es im Bücherregal steht. Die blauen Wellen, die weiße Schrift und die kleinen roten Herzen verraten schon sehr viel über die Geschichte.
Der Klappentext bestätigt den ersten Eindruck nochmal und so ist man sofort in dem Inhalt der Geschichte drin.

Jack,dessen Mutter im Sterben liegt, beschließt sich nach Seal Head Harbor zu fahren. Nachdem er einen mysterösen Brief an einen John Gilbert gefunden hat, den seine Mutter abschicken wollte, erhofft er sich durch den Brief ,und vor allem John Gilbert, mehr über seine Vergangenheit zu erfahren. Bisher weiß er nämlich rein gar nichts über seinen Vater, seine Großeltern oder die Vorgeschichte seiner Mutter.
Dort angekommen, trifft er auf Ben, der ihn direkt zu einem kleinen Gasthof, in dem Jack wohnen kann. Nellie, die Besitzerin, nimmt ihn sofort herzlich auf.
Doch diese beiden scheinen die einzigen Bewohner des kleinen Küstenorts zu sein, die sich über Jacks Anwesenheit freuen.
Komischerweise scheinen die Menschen dort vor allem seinen Vater zu verabscheuen und übertragen diese Einstellung auf ihn.
Unverhofft lernt Jack Sadie kennen. Bei ihnen ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch gerade ihr Vater und ganz besonders ihre Großmutter scheinen Jack zu verabscheuen. Doch warum? Was ist damals passiert?

Der Schreibstil dieses Buchs gefällt mir an sich wirklich gut. Die Sprache ist einfach und gut verständlich. Durch die Ich- Perspektive wird man schnell in die Geschichte mit einbezogen. Die Beschreibungen der Umgebung fand ich allgemein auch gut, wobei sie mir an manchen Stellen zu ausgeschmückt waren. Für mich wurde an diesen Stellen die Spannung der Geschichte gebremst.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Spannung komplett gefehlt hat. Christoph Marzi versteht es die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Die Geschichte wird im Laufe des Buches immer verstrickter und ich konnte es kaum abwarten endlich alles über die Vergangenheit zu erfahren.
Diese innere Anspannung wurde bei mir vor allem durch die „guten“ und „bösen“ Charaktere ausgelöst. Jack ist von Anfang an sehr sympathisch und seine Handlungen sind auch meistens nachvollziehbar. Ich störte mich an keinem seiner Charakterzüge und war bereit für die Reise mit ihm. Vor allem Ben und Nellie werden sehr positiv dargestellt. Beide sind auf ihre Art sehr herzlich, freundlich und wichtig für Jacks Aufenthalt. Außerdem gibt es kleine Nebenfiguren, die man sofort ins Herz schließt, obwohl diese nur einen kurzen Auftritt haben.
Die „bösen“ Charaktere, die ich hier an dieser Stelle noch nicht verraten möchte, haben es geschafft meinen Puls des Öfteren höher schlagen zu lassen. Teilweise spürte ich regelrecht die Wut in mir aufsteigen und war froh darüber gerade alleine in meinem Bett zu liegen.
Welche Figur mir leider am wenigsten gefallen hat, war Sadie. Sie ist definitiv auf Jacks Seite und neben ihm die Hauptfigur des Buches. Doch leider waren mir ihre Handlungen manchmal nicht transparent. Zum Beispiel fand ich ihre Reaktion darauf, dass Jack wegen ihr in Streitereien verwickelt war oder von der Gemeinde verstoßen wurde, zu seicht. Sie wirkte damit auf mich sogar ein wenig kalt bzw. teilnahmslos.

Was ich zudem sehr nett fand, war der Übergang von der Großstadt nach Seals Head Harbor. Es kam mir vor als würde Jack in eine andere Welt reisen. Während in der Großstadt der Schauplatz vor allem das große Krankenhaus war, hatte Jack in Seals Head Harbor erst einmal Probleme überhaupt einen Bus zu finden, der ihn dorthin bringt.
Er kommt von der Anonymität in eine kleine Gemeinde, in der Jeder jeden kennt und man sofort als Fremder enttarnt wird.
Diese Gegensätze gefielen mir sehr gut.

Was mich an diesem Buch LEIDER enttäuscht hat, war das Ende.
Nach dieser Abwehrhaltung und diesem Abscheu, dem Jack in diesem Küstenort begegnet, hatte ich mir eine überraschende und grandiose Auflösung gewünscht.
Das Idee für das Ende war auf jeden Fall gut, aber mir war es für dieses Buch schlichtweg zu unspektakulär.

Fazit:
Ein packendes Buch über die Selbstfindung, die Liebe und den Mut, sich der Vergangenheit zu stellen. Auch wenn das Buch für mich an der ein oder anderen Stelle zu schleppend war, konnte es mich immer wieder in seinen Bann ziehen. Das Ende war leider ernüchternd und hat mich mit der Frage: „War es das denn wirklich schon?“ zurückgelassen.

Daher bekommt das Buch von mir: 

                                   

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