Sonntag, 15. Februar 2015

[INTERVIEW] Jonathan über Tanja Bern



Tanja Bern
Ich muss mich zuerst vorstellen, ist das richtig?

Ja, richtig, unsere Leser wollen ja wissen, wer unsere Fragen beantwortet. Nur ein paar Worte, tut auch bestimmt nicht weh.

Man nennt mich Sir Jonathan Grego… *lächelt verlegen* Ach, lassen wir die Förmlichkeiten, bitte nenn mich einfach John. Tanja hat meine Geschichte in dem Buch „Nah bei mir“ erzählt, oder besser gesagt, sie hat die Erlebnisse für mich aufgeschrieben. Wir kennen uns schon seit Ewigkeiten und ich glaube, wir sind immer noch etwas aufgeregt, wenn wir an die Veröffentlichung denken. Dass ich heute über sie erzählen darf, fühlt sich für mich sehr außergewöhnlich an, aber ich mache es natürlich gern.

Wir bitten darum, nicht zu filmen oder zu fotografieren und alle Handys auszuschalten. Diese Wunder der modernen Technik könnten unseren heutigen Gast aus der Fassung bringen, und das wollen wir ja nicht. Also John, dürfen wir dir eine Tasse Tee anbieten, bevor wir mit den Fragen beginnen?

Ja, sehr gerne, ich trinke ihn am liebsten mit etwas Milch, aber ohne Zucker. Diese technischen Dinge, wie ihr es nennt, kenne ich aber bereits. Ich schaue Tanja recht oft „über die Schulter“ und sie ist ja recht vertraut damit, obwohl die unterschiedlichen Funktionen wirklich ein Rätsel für mich sind.

1. Stell uns Tanja doch erst einmal kurz vor.
Tanja ist im Ruhrgebiet aufgewachsen und fühlt sich dort sehr heimisch, obwohl ihre Liebe eher den nordischeren Ländern gehört. Irland, England, Schweden, Dänemark, das sind die Länder, von denen sie träumt, zu denen sie innerlich flüchtet, wenn sie Ruhe braucht. Doch ihre Heimat ist sehr wichtig für sie, da hier ihre Wurzeln sind. Ich kenne Tanja wirklich nur mit Geschichten und Ideen im Kopf. Sie wird ständig davon begleitet, steht mit einem Fuß immer in einem ihrer Bücher, ganz egal, ob diese bereits fertig sind oder nicht. Sie lebt ihre Figuren, leidet, liebt und lacht mit ihnen. Sehr wichtig ist die Familie für sie, dazu gehören auch ihre Stubentiger.  

2. Was denkst du über Tanja, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Sie ist für mich eine besondere Seelenverwandte und wir beide fühlen uns tief verbunden. Das mag seltsam klingen, ich bin schließlich eine Buchfigur, nicht wahr? Aber wer kennt schon die Wahrheit dahinter? Ich bewundere sie für ihre Leidenschaft. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, geht sie zielstrebig, ja, sogar ehrgeizig vor, um zu erreichen, was sie sich wünscht. Sie ist mit vollem Herzen dabei, wenn ihr etwas wichtig ist. Aber noch viel mehr liebe ich die Toleranz, die sie gegenüber anderen zeigt, und ihre Hilfsbereitschaft. Mh … etwas, das ich gar nicht leiden kann? Da muss ich ernsthaft überlegen … Doch, da gibt es etwas. Sie ist stur! *lacht herzhaft* Wenn man, so wie ich, immer in ihrer Nähe ist, und durchaus mal Ratschläge geben möchte, kann das tatsächlich anstrengend sein.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
Du meinst, es gibt tatsächlich Zeiten, in denen sie nicht schreibt? *zieht vergnügt eine Augenbraue hoch* Doch, tatsächlich, es gibt solche Phrasen. Und dann … nun ja … dann liest sie. Entweder Bücher, Comics oder Schriften auf diesen Bildschirmseiten. Wo wir wieder bei diesem technischen Kram wären. Sie arbeitet oft mit diesen großen und kleinen Bildschirmen. Beim Schreiben muss sie das natürlich, aber sie stöbert auch oft dort herum, wo sich andere treffen. Sie nennt das Facebook. Ich empfinde das als einen sehr … bunten Ort. Nicht wegen der Farben, sondern wegen der Leute, die wirklich bunt zusammengewürfelt sind. Aber sie geht auch gerne in die Natur. Dort fährt sie gerne mit dem Fahrrad oder sie spaziert auf Waldwegen. Mit der Familie spielt sie gerne Gesellschaftsspiele und sie mag auch diese besonderen Übungen, ich glaube, man nennt es Yoga. Zurzeit gibt es aber noch einen besonderen Ort, wo sie sich sehr wohlfühlt. Das ist der Reiterhof, an dem ihre Tochter reiten lernt. Sie liebt es, dort mit den Pferden zusammen zu sein. Dies ist wirklich ein wunderbarer Ort, der mich an Zuhause erinnert.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Ich glaube nicht, zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Es ist eher so, dass sie von verschiedenen Menschen und deren (guten) Taten inspiriert wird. Das wechselt aber täglich.

(c) Arunya-Verlag
5. Gibt es besondere Gepflogenheiten, die Tanja beim Schreiben an den Tag legt? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Oh ja! Meist muss ganz bestimmte Musik zu ganz bestimmten Buchszenen gespielt werden. Am Feuer der Fahrenden wäre ihr bevorzugtes Instrument wohl die Gitarre und auch beim Schreiben bevorzugt sie instrumentale Musik, die sehr unverfälscht ist. Wichtig ist, dass sie von der Musik berührt wird. Ihr Laster ist Kaffee. Da kann ich schimpfen, wie ich will, sie trinkt ihn ständig. Glücklicherweise ist er nie stark aufgekocht. Ah ja, da sind noch die Eukalyptusbonbons. Es steht immer eine kleine Schale davon neben ihrer Tastatur und ihr glaubt nicht, wie schnell die immer leer ist. 

6. Wie hast du sie kennengelernt?
Sie war noch ein Kind und an diesem Tag fühlte sie sich sehr einsam. Irgendwie wünschte sie sich, dass dieses Gefühl endet, sie wollte jemanden, der immer bei ihr ist. Dann war ich da, einfach so. Vielleicht war ich das auch schon vorher, aber seit diesem Tag an spürt sie mich. Und irgendwann habe ich ihr auch meine Geschichte ins Ohr geflüstert. Oder hat sie mich daran erinnert? Das ist tatsächlich ein wenig verzwickt.

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Es läuft immer anders ab, das weiß ich, weil ich ja quasi von Anfang an dabei war. Lórian von den Sídhe traf sie in Irland. Elias und Keija fand sie teilweise an einem schwedischen See. Joshua tauchte einfach frech mit einem Kaffee in ihrer Küche auf und … Jake … ihn rief sie regelrecht zu sich, mitten auf der Autobahn, bei einer ziemlich schnellen Geschwindigkeit. Ich glaube, wir haben uns alle erschrocken, aber Tanja ist da unerbittlich. Ich sag ja, wenn sie sich etwas in den Kopf setzt …

8. Einmal ganz direkt gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Tanja so besonders?
Ich glaube, das habe ich schon angedeutet, oder? Ich bin wohl der Anfang von allem. Ich war immer bei ihr und werde es auch immer sein. Auch wenn das Buch nun geschrieben ist, sogar veröffentlicht, so stehe ich immer noch neben ihr und schaue ihr über die Schulter. *zwinkert verschwörerisch*

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Tanja bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Also ich weiß, dass ihr neuer Roman „Flüstern der Ewigkeit“ im Juli veröffentlicht wird. Darauf freue ich mich besonders, denn diese Vampirgeschichte ist genau nach meinem Geschmack. Zurzeit arbeitet sie an neuen Buchvorstellungen − ihr nennt das Exposé oder? − und sie schreibt an einem Zweiteiler, der romantisch und märchenhaft wird. Es geht dort um Wunschjuwelen. Danach kommt dann ein sehr mystischer Roman an der Reihe, der teils sogar etwas düster werden könnte: Im Zeichen der Rabenfeder. Diese Bücher kommen jetzt alle nacheinander heraus. Was dann sein wird, da bin ich selbst sehr gespannt.

10. Ein herzliches Dankeschön an John für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von John gesagt wurde.
John hat schon alles gesagt und ich brauche auch gar nichts zurechtrücken. Nur eines möchte ich noch erwähnen. Vielleicht habt ihr es auch schon herausgehört? Er mag ein Buchcharakter sein, aber er ist derjenige, der mich immer inspiriert. Denn er ist meine Muse. (Ja, ich habe eine männliche! *lach*)

Mehr über die Autorin erfährt man auf ihrer Homepage oder auf ihrer Facebookseite.

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