Sonntag, 8. Februar 2015

[INTERVIEW] Soledad Handler über Thomas Neumeier



Thomas Neumeier

Die Figur: Soledad Handler, Kiminalkommissarin, von Freunden „Sol“ genannt.

Hallo Sol! Darf ich dich so nennen? Du bist Kriminalkommissarin und spielst in Neumeiers Roman „Laszive Landhausriten“ eine Schlüsselrolle. Möchtest du uns ein bisschen davon erzählen?
Klar, mit Vergnügen. Ich verkörpere darin die entscheidende Nebenrolle. An mir liegt es, die Dinge geradezubiegen. Auf die Hauptrolle ist nämlich kein Verlass. Die verkörpert eine ziemlich lästige Nervensäge namens Leo Leder. Mein Kollege Veith und ich wollten ihn zu einem Mord befragen und sind dabei an eine sexuell motivierte Geheimgesellschaft geraten, die in einem abgelegenen Chateau deftige Orgien feiert. Hat ein paar Komplikationen mit sich gebracht.

1. Stell uns deinen Autor Thomas Neumeier doch erst einmal kurz vor.
Relativ umgänglich, aber eine komische Type ist er schon. Tut immer so, als ob er alles im Griff hätte, aber dann steht er vor Riesenproblemen, wenn er ein Geschenk einpacken oder die Yuka-Palmen in seiner Wohnung gießen soll. Er ist ja nun auch schon über 30, aber sich gefahrlos rasieren, das kann er immer noch nicht. Dem wirkt er gerade entgegen, indem er einen Dreitagebart stehenlässt. Sieht lächerlich aus, wenn du mich fragst. Ich habe ein Foto mitgebracht, pass mal auf:


2. Du verbringst doch viel Zeit mit ihm, was tut er, wenn er nicht schreibt?
Bislang wäre mir nichts aufgefallen, wofür ich ihn verhaften müsste. Außer vielleicht, wenn er unter der Dusche zu IRON MAIDEN singt. Im Sommer radelt und schwimmt er viel. Zumindest redet er sich das ein, denn die meiste Zeit liegt er auf seinem Handtuch und schmökert in Büchern. Im Winter verkriecht er sich dann eher und tankt in Thermen und anderen Wohlfühloasen sein nötiges Licht auf. Manchmal gehen wir da zusammen hin. Ich wollte ihn neulich auch mit auf unseren Polizeiball nehmen, aber da fürchtet er all die gut durchtrainierten Kollegen, mit denen ich arbeite. Das hat er natürlich so nicht zugegeben, aber er ist leicht zu durchschauen.

3. Hat er ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Bin mir nicht sicher, ober der überhaupt ein normales Leben hat. Vorbilder? Keine Ahnung. Vielleicht der Typ aus der Fernsehwerbung, der sich ohne Schnittwunden rasieren kann.

4. Gibt es Rituale, die Thomas beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Er sagt immer, nur nüchtern kann man was zu Papier bringen, aber spätestens abends um halb zehn gießt er sich seinen Spätburgunder ein. Musik läuft auch manchmal im Hintergrund. Teilweise gefällt sie mir. Manches ist aber ziemlich schräg. Essen tut er beim Schreiben nicht. Aber seine Küche ist gleich nebenan. Er neigt dazu, es mit den Gewürzen zu übertreiben. Wenn er mich zum Essen einlädt, komme ich immer schon eine halbe Stunde früher, um ihm rechtzeitig den Pfeffer wegzunehmen.

5. Wie hast du ihn kennengelernt?
Ich musste ihn mal als Zeuge vorladen. Beim Altmühltaler Kanurennen ist ein langhaariger Typ dabei gesehen worden, wie er dem Obersiechenbacher Team einen Kasten Bier aus dem Boot geklaut hat. Wir haben leider nicht nachweisen können, ob er das war. Er wollte ein Geständnis ablegen, wenn ich dafür diese Rolle in seinem Buch übernehme. Hätte ich gewusst, was da alles auf mich zukommt, hätte ich mich nie auf den Deal eingelassen.

(c) Begedia
6. Weißt du, ob es bei ihm immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Keine Ahnung, ob er immer Bierkästen klaut, um Leute in seine Bücher zu bekommen. Ich hoffe nicht. Aus zuverlässiger Quelle weiß ich, dass er mal jemanden in einer britischen Offiziersakademie rekrutiert hat. Wo er Leo Leder aufgetrieben hat, will ich lieber gar nicht wissen.

7. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Thomas so besonders?
Na, ich bin die einzige verlässliche Kraft in diesem rasanten Roman. Die anderen sind entweder verdächtig oder Riesenrindviecher. Vor allem Leo Leder. Ich wünschte, den hätte er mir erspart.

8. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Thomas bereit? Wie sieht der momentane Stand seiner Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
In der Tat. 2015 gewissermaßen am laufenden Band. Überwiegend Krimis und Romantic Suspense. „Das Geheimnis der Prewett Villa“ ist gerade bei OLDIGOR raus. Im April/Mai folgt mit „Zuckermeer“ eine romantische Sommerballade. Etwa zur Jahresmitte geht es mit einem Mysteriethriller bei O’CONNELL PRESS weiter. Im Herbst dann sein erster Heimatkrimi bei EMONS.

9. Ein herzliches Dankeschön an Kriminalkommissarin Soledad Handler für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Soledad gesagt wurde.
Ha! Von wegen, Sol, ich würde deine ach so supertoll durchtrainierten Arbeitskollegen fürchten! Lächerlich! Wann ist der nächste Polizeiball?

Wenn ihr mehr über Thomas Neumeier erfahren wollt, besucht ihn auf seiner Facebookseite oder bei Literra.

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