Dienstag, 10. Februar 2015

[REZENSION] Passagier 23 von Sebastian Fitzek (by Nana)

http://www.droemer-knaur.de/buch/8418232/passagier-23
Passagier 23 - Sebastian Fitzek
Droemer-Knaur, 2014
432 Seiten
Preis: 19,99 €
eBook: 14,99 €
ISBN: 978-3426199190

Klappentext:
Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund 20 Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt ...

Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler.
Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm...

 
Meine Meinung:

Lange, lange Zeit bin ich um »Passagier 23« herumgeschlichen und war mir mehr als unschlüssig, ob ich es lesen sollte. Ich meine, es ist ein Fitzek und ich mag die Art zu Schreiben von ihm sehr – aber es ist immerhin eine Geschichte, die auf einem Kreuzfahrtschiff spielt und ich habe schiss vor Wasser … viel …
Naja, aber dann kam eines zum anderen und ich bin doch weichgeworden – danke Droemer-Knaur für das Rezensionsexemplar.

Das Cover ist genial. Generell die ganze Aufmachung ist stimmig und sein Geld wert. Ein klein wenig Beklemmung keimt in mir auf, aber das macht es ja nur noch besser, oder nicht?

Martin Schwartz ist Ermittler. Ein wenig kaputt ist er auch, was aber beim Gedanken an seinen Werdegang und vor allem den seiner Familie, einleuchtend ist.
Daneben machen wir auch Bekanntschaft mit Julia und ihrer Tochter Lisa. Eigentlich eine ganz gewöhnliche alleinerziehende Mutter und der passende Teenager dazu, mit gewöhnlichen Problemen, die sich aber rasch auswachsen können.
Nicht fehlen darf Naomi und Anouk, ebenfalls alleine unterwegs, doch den beiden geht es schon lange nicht mehr so super.
Elena ist die Ärztin auf dem Schiff und eine gute Verbündete von Martin, wenn man es so nimmt.

Daneben spielen noch sehr viele mehr Leute mit, wie der Kapitän Daniel, Gerlinde die coole Omma und ein paar Handlanger ;)
Alle Figuren sind authentisch und interessant dargestellt. Die Sympathien wachsen und fallen mit dem Kennenlernen. Leider wollte der Funke zu Martin nicht direkt überspringen, doch von Abneigung gegen ihn möchte ich nicht sprechen. Er war mir nur manchmal etwas »zu viel«, dennoch konnte ich sein Handeln gut nachempfinden.

Die Sprache war gewohnt super. Sie war nicht zu salopp, aber auch nicht zu hochgestochen. Die Erklärungen flossen leicht daher, die Atmosphäre wurde super vermittelt. Ich habe das Schaukeln quasi gespürt oder die beklemmende Situation von »nuschelnuschel« im Schiff. Richtig gut hat mir das Gefühlsleben von Julia gefallen. Es hat mich wirklich berührt.
Ebenso darf Witz nicht fehlen, den ich sehr genossen habe, der mich auch immer wieder davor bewahrt hat, an meinen Nägeln zu knabbern.

Fazit:
Wer sich einen Fitzek zulegt, der muss wissen, dass alles, was er zu lesen bekommt, keiner geraden Linie folgt. Nichts ist offensichtlich und vieles, was eigentlich logisch erschien, hält eine Überraschung parat. Immer, wenn ich glaubte, auf der richtigen Spur zu sein, passierte etwas Unvorhergesehenes. Einerseits war dies wirklich gut umgesetzt, andererseits ließ es mich aber auch ein wenig in der Luft hängen, gerade weil es im Bezug auf eine ganz gewisse, wichtige Person, keine Hinweise darauf gab, was eigentlich dahinter steckte und ich somit quasi kaum die Möglichkeit hatte, dem Täter auf die Spur zu kommen.
Das Thema, oder die Themen vielmehr, die eigentlich behandelt wurden, waren wahrlich nichts für schwache Nerven. Nicht nur die ungeschönten Fakten bezüglich der auf hoher See vermissten Leute, die mich wahrlich erschüttert haben, das hätte ich so nicht vermutet, sondern auch die Tatsache des Kindesmissbrauchs, der hier aufgegriffen wurde – das ist nicht ohne.
Hier wird ein Tabuthema aufgegriffen und dieses mit schockender Ehrlichkeit, aber einem gewissen Fingerspitzengefühl behandelt, wenngleich es seinen Schrecken nicht verlieren kann, was die ein und andere Wandlung in der Geschichte, gerade zum Ende hin, sehr deutlich macht.
Am Ende sind alle Fragen, die sich mir stellten, aufgeklärt worden, ebenso wie ich meiner Fantasie ganz zum Schluss, also wirklich gaaaanz am Ende freien Lauf lassen durfte.
Im Ganzen betrachtet wurde ich gewohnt gut unterhalten und bin nur so über die Seiten geflogen, ich habe das Buch verschlungen.
Allerdings fand ich Passagier 23 im Vergleich zu anderen Büchern von Sebastian Fitzek nicht ganz so überzeugend. Woran ich das festmache, ist schwer zu definieren … es ist eher so ein Gefühl, das es in mir auslöst. Aber, das sage ich klar dazu: es ist total lesenswert. :)


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