Sonntag, 29. März 2015

[INTERVIEW] Örselie über Tanya Carpenter




Tanya Carpenter

Örselie ist ein ganz besonderes Tier im Dunkelwald. Anfang haben sie alle für einen Wolf gehalten, dabei ist sie doch ein Örsel. Um genau zu sein, ein Örsel aus der Löfflerkiste. Aber ein bisschen schaut sie schon aus wie ein Wolf. Oder wie ein bunter Hund. Örselie ist weit weg von Zuhause, weil sie so gerne Abenteuer erlebt. Aber irgendwann wird sie auch wieder nach Hause zurückkehren. Bis dahin lebt sie in der Gästehöhle von Manni dem Decox und erlebt viele lustige und spannende Abenteuer in der Kinderbuchserie von Tanya Carpenter und Tanya Bern. Und mit Tanya hat Örselie eine ganz besondere Verbindung.

1. Hallo Örselie. Schön, dass du zu unserem Interview gekommen bist. Stell uns Tanya Carpenter doch erst einmal kurz vor.
Örselie: Das mache ich doch gerne. Tanya hat ein großes Herz. Vor allem für Tiere. Die sind ihr sehr wichtig. Wenn es nach ihr ginge, würde sicher ein halber Zoo bei ihr Zuhause leben. Außerdem ist sie manchmal ein bisschen verrückt. Ich glaube, da liegt daran, dass sie so viele Geschichten in ihrem Kopf hat. Das färbt ab und zu schonmal ins reale Leben ab. Sie spricht dann mit sich selbst, wenn sie ihre Szenen entwickelt. Im Auto, beim Saubermachen, sogar beim Zähneputzen manchmal. Das ist vielleicht lustig. Unter Leuten macht sie das natürlich nur im Kopf und wirkt dann sehr verträumt und manchmal auch ein bisschen abwesend. Für ihre Lieben nimmt sie sich immer Zeit und will, dass es ihnen gut geht. Darum macht sie sich oft auch viel zu viele Sorgen und grübelt über tausend Dinge nach. Sie ist in allem, was sie macht eine Perfektionistin. Für sich selbst nimmt sie sich dann zu wenig Zeit. Darum müssen ihre zwei Zauberwölfe Spike und Damon sie daran erinnern, dass sie auch mal eine Pause braucht.

2. Was denkst du über Tanya, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr/ihm findest, wofür du sie/ihn beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Ich finde es toll, dass ihr Tiere und Natur so wichtig sind. Und sie hat da wirklich ein Händchen für.
Es tut ihr auch gut, wenn sie draußen unterwegs ist, das merkt sie selbst. Dann ist sie glücklich und kann später mit umso mehr Energie wieder durchstarten. Ich finde es gut, dass sie im Grunde ein sehr ernsthafter Mensch ist, der sich viele Gedanken macht. Gleichzeitig finde ich aber wie gesagt, dass sie manchmal zuviel grübelt und sich Sorgen macht, obwohl dazu noch gar kein Grund besteht. Sie will eben immer, dass alles gut ist und alle zufrieden sind.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr/ihm, was tut sie/er, wenn sie/er nicht schreibt?
Wenn Tanya nicht schreibt, aber Zuhause ist, liest sie gerne Bücher, hört Musik oder schaut Filme. Viel lieber ist sie aber draußen. Dann reitet sie aus oder geht mit den Hunden spazieren. Sie fotografiert auch total gerne. Na ja, und ganz viele Stunden am Tag muss sie ja auch arbeiten in einem Büro, wo ganz viele andere Menschen sind. Dann sind Spike und Damon immer ganz traurig. Und wir Bücher-Charaktere auch. Weil sie dann ja keine Zeit für uns hat.
 
Tanya & Damon
4. Hat sie/er ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Ein echtes Vorbild hat sie nicht. Sie bewundert manche Menschen oder hat Respekt vor dem, was sie geleistet haben. Aber sie ist eher jemand, der immer versucht, das Beste aus dem eigenen Leben herauszuholen und sich nicht an anderen zu orientieren. Wenn man ein Vorbild nennen müsste, könnte man wohl am ehesten ihre Eltern nennen, denn zu denen blickt sie auf, auch wenn ihr Papa ja schon lange nicht mehr lebt.

5. Gibt es Rituale, die Tanya beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Tanya hört fast immer Musik beim Schreiben. Die Lieder stellt sie passend zur Geschichte zusammen. Manchmal läuft auch einfach der Fernseher nebenher. Sie trinkt gerne Tee oder grünen Kaffee beim Schreiben. Den Tee mag ich ja noch, der riecht nach Kräutern. Aber dieser grüne Kaffee, mit dem sie sich vor allem dann wachhält, wenn sie bis tief in die Nacht am Rechner sitzt und schreibt, den mag gar nicht. Spike und Damon liegen ganz oft bei ihr, wenn sie schreibt. Und in den kalten Monaten knistern ein Feuer im Kamin. Das ist sooooo schön kuschelig. 

6. Wie hast du sie/ihn kennengelernt?
Also eigentlich ist das eine traurige Geschichte. Denn sie beginnt damit, dass Tanyas Seelenhund Merlin über die Regenbogenbrücke gehen musste. Er hat ihr ganz doll gefehlt, darum hat sie sich auf die Suche nach einem neuen Gefährten gemacht und ist dabei in der Löfflerkiste gelandet. Dort haben wir uns das erste Mal gesehen. Ja, ja, mich gibt es auch in echt, ist das nicht cool? Tanya fand mich sofort toll. Und weil mein Frauchen auf ihrer Homepage zu jedem von uns Hunden eine Geschichte geschrieben hat und meine – wie ich zu meinem Namen kam – Tanya so gut gefallen hat, fragte sie mein Frauchen, ob sie mich für eine Weile in den Dunkelwald holen darf. Da hat mein Frauchen sofort ja gesagt, weil sie die Idee so süß fand, dass ich in einem Kinderbuch dabei sein darf. Eigentlich heiße ich nämlich Rosebud of Crana’s Heaven & Earth Miakoda. Miakoda heißt „Kraft des Mondes“. Das hat Tanya auch schon gut gefallen, weil sie selbst den Mond so liebt. Na ja, jedenfalls hat mich mein Frauchen Silke als Baby immer Örselie gerufen (abgeleitet von dem Earth in meinem Namen). Und weil ich das mochte, ist es dabei geblieben und ich wurde ein waschechtes Örsel.

7. Weißt du, ob es bei ihr/ihm immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Nein, so wie bei mir ist das glaube ich selten. Meist gibt es die Charaktere ja in Wirklichkeit nicht. Die tauchen einfach irgendwann irgendwo auf und stellen sich Tanya vor. Das kann in den unmöglichsten Momenten sein, aber da ist Tanya dann einfach machtlos dagegen. Plötzlich kommt da jemand vorbei und sagt wie er heißt und fängt an, seine Geschichte zu erzählen. Oder zumindest einen Szene davon. Und dann lässt Tanya das nicht mehr los. Dann will sie alles wissen und den Charakter richtig kennenlernen. Mit allen guten und schlechten Seiten. Sie gibt nicht eher auf, als bis sie alles erfahren hat. Darum sind alle ihre Chars auf eine besondere Weise auch ihre Freunde. Die Helden aber auch die Bösewichte. Weil jeder seinen Platz im Gefüge hat, sagt Tanya immer. Aber ich mag die Guten lieber. Die Bösen finde ich doof.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Tanya so besonders?
*hihi* Soll ich das wirklich verraten? Na gut. Mich und Tanya verbindet etwas gaaaaanz Besonderes. Denn ihr Damon, das ist mein Sohn! Jawohl! Damon ist eines meiner Babies. Eigentlich hätte sie ja einen anderen Welpen bekommen sollen. Aber das Schicksal wollte es anders. Und dann war da Damon. Ein kleiner Red Merle Bub. Genau das, was Tanya immer haben wollte. Da hatte sie ja schon Spike. Der ist ein Blue Merle so wie ich. Darum war das die Erfüllung ihres Traumes. Damon passt auch ganz toll zu Spike. Die beiden sind ein Herz und eine Seele, die allerbesten Hundekumpels. So wie das sein muss. Durch Damon ist ein Teil von mir immer bei Tanya. Er und Spike passen gut auf sie auf.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Tanya bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Da kommt eine ganze Menge auf euch zu. Gerade überarbeitet sie den ersten Band ihrer neuen Vampirserie. Danach wird bestimmt ihr erster Romance-Titel aus dem Lektorat kommen. An dem zweiten Decox-Band schreibt sie auch schon fleißig. Einige Anthologien stehen noch an. Ihre Ur-Serie „Ruf des Blutes“ soll neu aufgelegt werden. Ein paar Frauenromane voller Humor, Spannung und Liebe sind geplant. Und ein modernes Märchen für Erwachsene, auf das sie sich schon riesig freut, wie ich weiß. Also Langeweile ist jedenfalls nicht in Sicht.

10. Ein herzliches Dankeschön an Örselie für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin/dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Örselie gesagt wurde.
Ich finde, Örselie hat das ganz toll gemacht. Und Damon ist total stolz auf seine Mama. Ich habe ihr eigentlich nichts hinzuzufügen. Außer, dass sie im echten Leben ein ganz wundervoller Australian Shepherd ist und ich überglücklich bin, mit Spike und Damon zwei Hunde aus der Löfflerkiste bei mir zu haben. Örselie in den Dunkelwald zu holen ist eine Bereicherung und ich hoffe, sie erlebt mit den Decoxen noch ganz viele Abenteuer. 

Mehr zur Autorin erfährt man auf ihrer Homepage oder auf ihrer Facebookseite

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