Sonntag, 5. April 2015

[INTERVIEW] Zersa über Tina Alba


Tina Alba

Seid gegrüßt! Ich möchte mich kurz vorstellen – Ich bin Zersa, Ata des Katzenstammes. Ich gehöre in die Geschichte „Nachtjägerseele“, und ich möchte die Gelegenheit nutzen, meine Autorin auszuquetschen, da sie mir die Gelegenheit gegeben hat, noch einen weiteren Roman mit Leben zu füllen – einen, in dem ich noch enger mit meinem Gefährten Tiano zusammengeschweißt werde, wofür ich ausgesprochen dankbar bin.

Wir bitten darum, nicht zu filmen oder zu fotografieren und alle Handys auszuschalten. Diese Wunder der modernen Technik könnten unseren heutigen Gast aus der Fassung bringen, und das wollen wir ja nicht. Also Zersa, dürfen wir dir eine Tasse Tee anbieten, bevor wir mit den Fragen beginnen?

Tee ist immer gut. Er sorgt für innere Ruhe und klare Gedanken.



1.  Stell uns Tina Alba doch erst einmal kurz vor.
Oh, wo soll ich da anfangen? Tina in wenigen Worten zu beschreiben, ist gar nicht so einfach. Vielleicht erst einmal die einfachen Dinge – sie ist 42 Jahre alt, hat ihren Imako schon lange gefunden und lebt zusammen mit ihm in Ostfriesland. Tina liebt Katzen – sie teilt sich die Wohnung mit vier schnurrenden Mitbewohnern. Ihr Waldsilber verdient sich Tina mit der Arbeit an einem Ort, der „Hochschule“ heißt. So wie ich das verstanden habe, forscht sie dort und beschäftigt sich mit „Gleichstellungsarbeit“. Seltsames Wort. Bei uns im Stamm sind wir alle gleich, da muss niemand dem anderen erst gleichgestellt werden. Menschen sind komisch.
Wenn sie nicht an dieser „Hochschule“ arbeitet, macht Tina Musik oder schreibt an ihren Geschichten. Wenn die Katzen sie denn dann lassen. *grinst*


2. Was denkst du über Tina, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Ich mag Tina, denn ohne sie würden Tiano und ich, würde unsere ganze Welt gar nicht existieren. Tina ist ein sehr kreativer Mensch, sie hat viel Phantasie, das bewundere ich. Manchmal frage ich mich, wo sie die ganzen Geschichten hervorzaubert, ob sie irgendwo wachsen und Tina sie wie Blumen pflückt, oder ob sie wie die Tränen der Göttin aus einer Quelle hervorsprudeln.
Wenn es etwas gibt, das mich an Tina wirklich nervt, dann ist das ihre Ungeduld. Manchmal vergisst sie, dass Dinge Zeit zum Wachsen brauchen. Manchmal muss sie alles sofort haben, alles muss auf Anhieb funktionieren und sofort perfekt sein. Da muss Tina noch eine Menge lernen, glaube ich, aber vielleicht kann ich ihr dabei ein wenig helfen.
*Tina schaut Zersa an und fühlt sich ehrlich ertappt*


3.  Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie/er nicht schreibt?
Was tut Tina, wenn sie nicht schreibt? Sie liest. Manchmal verschlingt sie ein ganzes Buch an einem Nachmittag oder zweien, sie liest Bücher aus Papier und Bücher auf so einem seltsamen kleinen magischen Ding, auf dem wie durch Zauberhand immer mehr und mehr  Buchstaben erscheinen und in dem, wie Tina sagt, schon über 50 Bücher sind. Erstaunlich, diese Menschenmagie.
Und wenn Tina nicht liest oder Geschichten schreibt, dann musiziert sie, schreibt Lieder für sich und ihre Musikgruppe oder sie singt im Chor. Ein oder zweimal in der Woche tut sie etwas, das sie „ihre müden Knochen zum Sport schleppen“ nennt. Was auch immer sie da tut.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Mit Vorbildern tut ich Tina generell etwas schwer. Natürlich gibt es Autorinnen und Autoren, deren Stil sie bewundert, aber von dem Wunsch „Ich möchte schreiben können wie XY“ hat sie sich verabschiedet, es geht ihr eher darum, ihren eigenen Stil zu finden und zu verbessern. Im richtigen Leben sind Tinas Vorbilder die Menschen, die selbstlos helfen, Frieden schaffen und Tiere und Natur schützen.

5. Gibt es besondere Gepflogenheiten, die Tina beim Schreiben an den Tag legt? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Musik, Tee, Kaffee oder Kakao oder auch mal ein schönes Glas Rotwein gehören für Tina auf jeden Fall zum Schreiben dazu. Und mir ist aufgefallen, dass es Tina guttut, wenn eine Katze in der Nähe ist. Wohlgemerkt, in der Nähe, sprich, zusammengerollt auf Sessel oder Bett, nicht auf den Tasten ihrer seltsamen Schreibmaschine oder auf ihrem Notizbuch. Die Musik sollte am besten instrumental sein – Gesang lenkt zu sehr ab, sagt Tina, sie hört dann eher auf den Liedtext, als dass sie sich auf das Schreiben konzentriert.

6.      Wie hast du sie kennengelernt?
Ich war eines Tages einfach da. Begonnen hat alles mit einem Namen, als der ich in Tinas Gedanken herumspukte. Damals schrieb er sich noch ein wenig anders: „Cersa“. Nach und nach bekam der Name dann ein Gesicht –mein Gesicht, und ich wuchs und wurde mehr und mehr zu einer Person, zu der Figur mit allen Ecken und Kanten und Fähigkeiten, die ich jetzt bin. Eine Gestaltwandlerin sollte ich sein, das stand von Anfang an fest. Und da schwarze Panther zu den Lieblingstieren meiner Tina gehören, war auch schnell klar, dass meine zweite Gestalt die eines Panthers sein sollte. Ich wuchs weiter. Wurde eine Heilerin, flüsterte Tina ins Ohr, wie mein Stamm mich respektvoll nennt: Ata. Und ich flüsterte ihr von meinem Volk, von den Uruni, ich beschrieb ihr die Wälder, in denen wir lebten. Inspiration und Figurenflüstern schufen mich, meinen Wald, meine Freunde, meine Gefährten. Ich weiß, Tina hat mich gesehen, während sie meine und Tinaos Geschichten aufschrieb. Wir sehen einander, wenn sie das Buch aufschlägt, in dem ich lebe.

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Nicht immer, aber oft. Oft beginnt es mit einem Namen. Oder einem Bild. Manchmal weiß Tina, wie eine Figur aussehen soll, und grübelt stundenlang über den richtigen Namen nach –denn der richtige Name ist für eine Romanfigur essentiell wichtig. Stimmt der Name nicht, fühlt sich die ganze Figur „falsch“ an. Darum wurde bei mir ja auch die Schreibweise noch mal von Cersa zu Zersa geändert. Und manchmal ist eben zuerst der Name da, um den sich dann nach und nach eine Figur mitsamt ihrer Geschichte spinnt.

8. Einmal ganz direkt gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Tina so besonders?
Ich denke, das liegt daran, dass meine Geschichte eine zweite Chance bekam. Eigentlich wurde ich nämlich gar nicht für den Machandel-Verlag geschrieben, sondern für eine Ausschreibung für Liebesgeschichten mit Gestaltwandlern. Meine Geschichte wurde abgelehnt und landete in der Schublade, und ich wusste nicht, ob ich jemals aus dieser Schublade wieder herauskommen würde- und dann bewarb sich Tina mit mir beim Machandel-Verlag, und meine erste Geschichte erschien. Da fühle ich mich dann schon als etwas Besonderes.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Tina bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer/seiner Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Ohhh, da gibt es einiges. Ich bin ja nicht allein beim Machandel-Verlag. Tina hat es nämlich geschafft, noch ein weiteres Völkchen aus ihrer Feder dort unterzubringen. Im Augenblick schreibt sie an „Silbersang“, der Geschichte eines Legendenbewahrers, dessen Volk unter einem schlimmen Fluch gefangen ist und das er unbedingt retten will. „Silbersang“ ist die Vorgeschichte einer Figur, die vielleicht der eine oder die andere schon kennt, nämlich aus Tinas Roman „Feuersänger“, der ebenfalls komplett überarbeitet und in zwei Bände geteilt im Machandel-Verlag ein neues Zuhause finden wird. Ihr dürft also gespannt sein. Auch auf die Nithyara-Kurzgeschichtensammlung, die in Feuersängers Gefolge erscheinen soll. Vielleicht schafft es Feuersänger ja auch noch, hier selbst zu Wort zu kommen, er kann über sein Volk und seine Geschichten viel besser erzählen als ich.

10. Ein herzliches Dankeschön an Zersa Ata für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Zersa gesagt wurde.
Ich habe das Gefühl, Zersa kennt mich schon ziemlich gut. Wir haben ja auch inzwischen genug Zeit miteinander verbracht. Ich bin auf jeden Fall sehr froh darüber, dass sie nicht über all die peinlichen Momente gesprochen hat, die Autorin und Figur hin und wieder so miteinander erleben können. Ich danke ihr für die Feuersängerwerbung, und werde, wenn ihr wollt, auch gern eine Handvoll Nithyara zum nächsten Interview schicken. Bis dahin wünsche ich allen Leserinnen und Lesern des Lesekatzenblogs alles Gute und frohe Ostern!

Mehr über die Autorin erfahrt ihr auf ihrer Homepage oder auf ihrer Facebookfanseite.

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