Donnerstag, 9. April 2015

[REZENSION] Gebrannte Kinder von Inca Vogt (by Nana)

http://www.amazon.de/Gebrannte-Kinder-Psychothriller-Inca-Vogt/dp/1505514029/ref=tmm_pap_title_0
Gebrannte Kinder - Inca Vogt
SelfPublishing, 2015
520 Seiten
Preis: 13,99 €
eBook: 2,99 €
ISBN: 978-1505514025

Klappentext:
Die junge Journalistin Toni Amato stößt zufällig auf eine Verbindung zwischen einer grausigen Mordserie, die ganz Frankfurt in Aufregung versetzt, und Missbrauchsfällen in den Achtzigern. Alle Spuren führen zu einem Aussiedlerhof mit düsterer Vergangenheit. Mehr instinktiv als bedacht jagt Toni den gefährlichen Killer mit dem Spitznamen Racheengel und scheint der Kripo immer einen Schritt voraus zu sein. Zur gleichen Zeit wird der Kindertherapeut David Frensen von verstörenden Flashbacks heimgesucht, nicht ahnend, dass sein Leben eine Lüge ist. Die Suche nach Erklärungen führt ihn zu den Tatorten – und dem Hof, wo alles anfing. Ist David der kaltblütig folternde und mordende Rächer, dem Toni bei ihren Nachforschungen gefährlich nahe kommt? Oder treibt jemand ein perfides Spiel mit ihnen?

 Meine Meinung:

Ich bedanke mich recht herzlich, dass die Autorin uns diesen Thriller vorgeschlagen hat und uns ein Rezi-Exemplar überlassen hat. Das Cover ist … ja … seltsam? Nun, irgendwie blutig, irgendwie auch nicht. Es wird jedenfalls nicht direkt klar, wie Titel und Cover zusammenpassen. Der Klappentext, den ich gelungen finde, führt mich dann aber auf eine Spur.

Inca Vogt kommt ohne Umschweife zum Punkt, lässt mich teilhaben an einer Szene aus den Achtzigern und macht gleich zu Beginn deutlich, für zart besaitete ist dieser Psychothriller absolut nichts. Das setzt sich selbstverständlich fort, als die Autorin kühl und detailliert Folterungen offenlegt.
Harter Tobak.

Umso mehr genieße ich als Leser die Sequenzen dazwischen, die Passagen, in denen ich Toni Amato verfolgen darf. Eine Journalistin, die mit den Problemen des Alltags zu kämpfen hat, die sich einen Namen machen will, Geld verdienen will, überleben will und zufällig in einen Strudel aus Missbrauch, Gewalt und Vertuschung rutscht.
Zum Glück gibt es aber auch die Kommissarin Chris Kante, die zu Toni rasch einen Draht aufbaut. So gewinnt die Soko Racheengel ein Sprachrohr und überdies noch helfende Hände was die Aufklärung der Folterungsfälle bringt.
Daneben bietet mir die Autorin mit David Frensen aber auch einen gesonderten Abschnitt, der natürlich mit dem ganzen zu tun hat, dennoch seine eigene verzwickte Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die mich leiden und fluchen lässt.
Und auch die Informanten rücken immer mehr in den Vordergrund. Alle erzählen sie eine Geschichte, alle hätten sie ein Motiv, sogar viele Motive und ich lausche gebannt Toni, Viktor (ihrem Kollegen) und Kante, wie sie die Puzzleteile auseinander pfriemeln.
Dabei geht Tonis italienisches Temperament nicht unter und obwohl ich gewillt bin, hier und da die Arme in die Luft zu werfen und Toni ob ihres unbedachten Verhaltens in die Schranken zu weisen, handelt sie italienisch logisch ;)

Zum Höhepunkt und zur Aufklärung hin wird es dann etwas turbulent. So sehr, dass ich phasenweise gar keine Ahnung mehr habe, wer nun mit wem und weshalb wer wer ist und wie das alles ineinander griffelt und wie kam Toni denn nun dahin, wo sie war und äh …
Kurz: ich verlor mal kurz den roten Faden und taumelte ein wenig planlos umher. Ob es nun daran lag, dass ich zu sehr später Stunde noch fertig lesen wollte und ohnehin müde war, oder, weil die Kapitel sich dann rascher als gewöhnlich ablösten und ich Schwierigkeiten hatte, mich von einem Kapitel zu lösen und ins nächste zu stolpern, ich weiß es nicht.
Fakt ist, irgendwann kam ich dann doch wieder in der Geschichte an und konnte bis zum Schluss folgen.

Fazit:
Aufbau und Lösung des Falls haben wir sehr gut gefallen, ich durfte mitfiebern, miträtseln und Szenen der Vergangenheit sehen, die ich besser nicht gesehen hätte. Wichtig ist hier einfach, dass nichts geschönt wird – gar nichts, weswegen ich definitiv jedem Abrate, der mit Kindesmissbrauch zu tun hatte und über dieses Kapitel in seinem Leben noch nicht 100% drüber hinweg ist!!! Hier besteht garantiert Trigger-Gefahr.
Ebenso wurde hier ein aufwühlender Psychothriller mit authentischen Charakteren geschaffen, die unterschiedlich sind und auf ihre Weise agieren.
Ein wenig mehr Struktur zum Ende hin, ein paar Straffungen im Gesamttext und eine deutlichere Kennzeichnung von den vielen, vielen Dialogen hätten ab und an im Text nicht geschadet (ich verlor mich bei Dialogen oftmals darin, nicht mehr zu wissen, wer nun was gesagt hat, weil diese zum Großteil untereinander weg geschrieben sind).
Über den Fall, die Inszenierung und Auflösung hingegen, kann ich nicht meckern.

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