Sonntag, 7. Juni 2015

[INTERVIEW] Janet Robbins über Martin Barkawitz



Martin Barkawitz

Janet Robbins ist die Protagonistin von „Höllentunnel“. Sie lebt in London, wo sie neben ihrem Studium viel Zeit auf Flohmärkten verbringt, wo sie das Rohmaterial für ihren schrillen Klamottenstil findet. Doch trotz ihres wilden Aussehens ist sie eigentlich eine Frau mit Tiefgang, die mit ihren inneren Dämonen kämpft.

1. Stell uns Martin Barkawitz doch erst einmal kurz vor.
Der Autor, der mich erfunden hat, lebt seit 1997 von seiner Schreiberei. Dabei macht er vor keinem Genre halt, ob nun Krimi, Horror, Science Fiction, Steampunk, Western oder Romantik. So eine Art menschliche Schreibmaschine eben. Naja, der Typ hat eben eine blühende Fantasie …

2. Was denkst du über Martin Barkawitz, wie findest du ihn? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihm findest, wofür du ihn beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Ich schätze, er ist ganz okay, ein bisschen langweilig vielleicht. Wenn er auch äußerlich als Schlaftablette rüberkommt, findet die Action immerhin in seinen Romanen statt. Und das ist ja bei einem Autor am wichtigsten, oder? Was ich gut an ihm finde, ist seine Fairness. Du wirst nicht erleben, dass er über Schriftsteller ablästert, die erfolgreicher sind als er. Da kann er auch echt sauer werden, wenn andere das tun. Warum ich ihn beneide, ist seine Disziplin. Barkawitz haut jeden Tag seine Manuskriptseiten raus, ob es nun stürmt, schneit oder gerade die Welt untergeht. Was ich an ihm überhaupt nicht mag, ist seine Stimme. Der hört sich immer an wie ein besoffener Bauer.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihm, was tut er, wenn sie/er nicht schreibt?
Fechten! Und das erzählt er jedem, der es hören will oder auch nicht hören will. Barkawitz hat ja eine Bauch-Phobie, was bei Männern über Fünfzig auch verständlich ist *gemein grins*. Also trainiert er möglichst viel, fährt auch zu Fechtturnieren – wobei seine Begeisterungsfähigkeit größer ist als sein Können. *Nochmal gemein grins*.

4. Hat er ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Karl May, schätze ich. Genau wie Barkawitz wurde der sächsische Volksschriftsteller ja nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren. Will heißen: Er hat sich den Erfolg erarbeitet und seiner eigenen Fantasie so richtig die Sporen gegeben.

5. Gibt es Rituale, die Martin Barkawitz beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Musik geht gar nicht, das hat er schon ausprobiert. Ansonsten kann er eigentlich überall schreibt, auch in der Bahn oder im Café. Also er ist nicht an einen bestimmten Ort gebunden, in der Hinsicht ist er ganz modern. Hauptsache, es gibt Kaffee.

6. Wie hast du sie/ihn kennengelernt?
Barkawitz brauchte für „Höllentunnel“ eine Heldin mit inneren Konflikten, da habe ich mich wohl angeboten ;-)
Außerdem habe ich eine jüngere Schwester, die eine wilde Partymaus ist und sich selbst ständig in Schwierigkeiten bringt, was in dem Roman eine nicht unwichtige Rolle spielt. Sagen wir: Ich habe Barkawitz in der U-Bahn kennengelernt. Das klingt doch geheimnisvoll, oder? Und auch dieser Hinweis hat etwas mit „Höllentunnel“ zu tun.

7. Weißt du, ob es bei ihm immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Das ist total unterschiedlich. Barkawitz hat ja bisher ein paar hundert Jerry-Cotton-Romane geschrieben, und deshalb ist im dieser New Yorker FBI Agent mehr oder weniger in Fleisch und Blut übergegangen. Während wir Frauen ja für Autoren wie Barkawitz immer etwas Geheimnisvolles darstellen, kann er Cotton ohne viel nachzudenken die irrsinnigsten Fälle lösen lassen. Und das tut er auch ;-)
Und dann die Western! Western gelten ja als Liebesromane für Männer, muss ich noch mehr sagen? Lagerfeuerromantik und Pulverdampf, so richtig was für Kerle eben. Da fällt es ihm wahrscheinlich leichter, sich mit den Protagonisten zu identifizieren.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Martin Barkawitz so besonders?
Ich bin sozusagen eine Heldin wider Willen, und das interessiert den Autor. Während sich beispielsweise Jerry Cotton schon von Berufs wegen dauernd in Lebensgefahr begeben muss, reiße ich mich keineswegs darum. Ich muss plötzlich kämpfen, obwohl ich es gar nicht will oder kann. Und das findet Barkawitz wahrscheinlich besonders spannend.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für  Martin Barkawitz bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer/seiner Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Ja, demnächst kommt „Blutmühle“ heraus – ein Horror-Roman. Im August folgt „Das Armenhaus“, ein Ostfriesland Thriller. Und dann arbeitet Barkawitz noch an einem Science-Fiction-Roman, der nächstes Jahr erscheinen wird.

10. Ein herzliches Dankeschön an Janet Robbins für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Janet Robbins gesagt wurde.
Janet war ehrlich, und das mag ich. Das mit der Bauch-Phobie ist natürlich nicht so nett, aber sie hat mich eben durchschaut … Ansonsten bleibt noch anzumerken, dass ich gerne mit der U-Bahn fahre, egal, in welcher Stadt. So entstand die Grundidee für „Höllentunnel“ –  der Roman spielt in London, weil die britische Hauptstadt eben eines der ältesten und am weitesten verzweigten U-Bahn-Netze der Welt besitzt.


Mehr über den Autoren erfahrt ihr auf seiner Homepage, seinem Twitterprofil und seinem Facebookprofil. Der Roman „Höllentunnel“ ist im Oldigor Verlag erschienen. Einen Trailer zum Buch könnt ihr hier sehen. Der Roman „Das Armenhaus“ erscheint im Bookshouse Verlag. Der Roman „Blutmühle“ erscheint im Rouven-Finn-Verlag.

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