Dienstag, 9. Juni 2015

[REZENSION] Stadtgespräche aus Gelsenkirchen von Birgit Salutzki (by Nana)

http://www.gmeiner-verlag.de/programm/titel/1126-stadtgespraeche-aus-gelsenkirchen.html
Stadtgespräche aus Gelsenkirchen - Birgit Salutzki
Gmeiner Verlag, 2015
192 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-8392-1715-3

Klappentext:
Kohle war gestern!  Gelsenkirchen steht für Zechen und graue Industrie – Birgit Salutzki beweist: Kohle war gestern! Waschechte Kinder des Ruhrgebiets zeigen Ihnen in den »Stadtgesprächen aus Gelsenkirchen« ihre bunte königsblaue Heimat. Ob Oberbürgermeister Frank Baranowski, der Politik im Hans-Sachs-Haus macht, oder der Kabarettist HG. Butzko, der bereits im Grillo-Gymnasium für Lacher sorgte, ob Boxprofi Francesco Pianeta, der sich bis zum Weltmeisterkampf gegen Wladimir Klitschko durchboxte, oder die Sängerin Maegie Koreen, die in der Bahnhofstraße musiziert. Lauschen Sie 45 Gelsenkirchenern, die aus dem Nähkästchen plaudern – und das auf die ihnen typische Art und Weise: humorvoll und mit dem Herzen auf der Zunge!

Unter anderem mit: FC-Schalke-04 Kultfußballer Gerald Asamoah, Sternekoch Björn Freitag, Bestsellerautor Kai Twilfer

 
Meine Meinung:

Rezensionen zu Sachbüchern fallen mir immer etwas schwerer. Häufig gibt es ja keine Handlung. Keine Personen. Keine Dramapunkte, Wendepunkte, sondern einfache, harte, unumstößliche Fakten.

Dachte ich. Bisher.

Im Zuge der Lovelybooks-Leserunde von Birgit Salutzki durfte ich die »Stadtgespräche aus Gelsenkirchen« lesen.
Schon die Aufmachung besticht. Die Qualität ist hervorragend. Festes, dickes Papier, abgerundete Ecken, die das Buch schön griffig machen und sich nichts in die Handfläche bohrt, wenn man im Bett liegt und liest.
Generell zeigt mir das Cover viel bunt und genau das erwartet mich auch im Inneren.
Unzählige Fotos, von Menschen, von Orten, von Begebenheiten. Wunderbar in Szene gesetzt oder einfach herrlich herzliche Schnappschüsse.
Das alles macht die Seiten auf den ersten Blick hin lebendig.

Die Kapitel sind unterschiedlich lang und unterschiedlich aufgebaut. Während einige Gelsenkirchener zum Interview gebeten wurden, wird über wieder andere in einer Reportage berichtet. Schnell wird klar, hier zählt die Geschichte hinter der Geschichte. Hier geht es um mehr, als einen VIP ins richtige Licht zu rücken, sondern Gelsenkirchen und die Geschichte der Menschen, die sie mit einer bestimmten Location in eben jener Stadt verbinden, wird hier wichtig.
Das alles macht Spaß zu lesen.
Ich habe mich gleichermaßen über Geschichten von Autorenkollegen gefreut, ebenso über kleinere Stars, und mir gänzlich unbekannte Menschen.
Ich durfte ein Stück Herzlichkeit der Stadt erfahren, teilhaben am Schalke-Fieber und dank der stets angegebenen Verankerung in der Stadt (meist mit Internet-Adresse), immer mal weiter in die Materie Gelsenkirchen tauchen.
Wunderbar.

Fazit:
Vor den »Stadtgespräche aus Gelsenkirchen« hatte ich ein recht tristes Bild von dieser Stadt. Irgendwie dachte ich an Bergbau, an grau in grau, an trostlos, an voll und, zugegeben, auch an arm.
Dieses Bild wurde nun komplett aus seinen wackeligen Angeln gehebelt.
Gelsenkirchen ist lebendig, die Stadt pulsiert, die Menschen sind herzlich und offen. Die Stadt wächst, sie engagiert sich. Klar, sie hat ihre Vergangenheit mit Bergbau und Co. Ebenso ist sie aber auch absolut treu, gerade im Bezug auf ihren Fußballverein.
Wenngleich es mir ein bisschen viel Fußball war. Aber das gehört in Gelsenkirchen eben dazu, so sind sie, die Gelsenkirchner.
Alles in allem ist dieses Buch wirklich lesenswert und hilfreich, um den eigenen Horizont zu erweitern. Sicherlich war dies nicht das letzte Stadtgespräche-Buch, das ich gelesen habe.

Kommentare:

  1. Schöne Rezi aber wie kommt man als Nicht-Gelsenkirchener auf die Idee so ein Buch zu lesen?

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    1. Hallo und danke für deinen Kommentar :)
      Das war eigentlich ganz einfach, auf der Leipziger Buchmesse durfte ich die Autorin persönlich kennenlernen und ich erfuhr da ein wenig was über das Buch und die Entstehung.
      Dann war es aus den Augen, aus dem Sinn, bis ich zufällig bei Lovleybooks über die Leserunde gestolpert bin. Da habe ich mich gleich erinnert und beworben :)
      Liebe Grüße, Nana

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