Sonntag, 26. Juli 2015

[INTERVIEW] Olrig über Uschi Zietsch


Uschi Zietsch
Olrig ist ein Mann mit vielseitigen Talenten. Der gebürtige Kúpir aus dem Zwergenvolk ist als Feingeist und Poet auf die Welt gekommen, der jedoch nie so recht zu Ruhm und Ansehen bei seinem Volk kam. Das mochte daran liegen, dass er die Genüsse des Lebens sehr schätzte und im Mittelfeld einer zahlreichen Familie nie die gebührende Achtung erhielt. Er heiratete gern und oft, jedoch ging es jedes Mal schief. Um wieder einmal einer Frau zu entkommen, ließ er sich mehr aus Jux und wegen einer Wette zur Wahl des Kriegskönigs aufstellen – und wurde prompt gewählt. Erstaunlicherweise kann er nicht nur mit Worten, sondern auch mit der Axt hervorragend umgehen; und vor allem versteht er sich auf Diplomatie. Seine Zeit als Kriegskönig und sein Anteil am Krieg um das Tabernakel wird in den „Chroniken von Waldsee – die Trilogie“ ausführlich beschrieben.

Wir bitten darum, nicht zu filmen oder zu fotografieren und alle Handys auszuschalten. Diese Wunder der modernen Technik könnten unseren heutigen Gast aus der Fassung bringen, und das wollen wir ja nicht. Also, Olrig, dürfen wir dir eine Tasse Tee anbieten, bevor wir mit den Fragen beginnen?

TEE?! Seid ihr von Sinnen? Ein Fässchen kaltes, schäumendes Bier wäre angebracht, und dazu eine gegrillte Schweinshaxe, wenn’s recht ist. Tee! Also wirklich! Und das mir, einem gestandenen Zwerg. Wenn ich meine Axt dabei hätte, würde ich euch dafür fordern!

1. Stell uns Uschi Zietsch doch erst einmal kurz vor.
Was gibt’s da schon viel vorzustellen? Sie ist ein Mensch, vor über einem halben Jahrhundert in einem anderen Universum geboren, und hat sich der schreibenden Zunft angeschlossen. Sie lebt mit ihrem Gatten auf einem kleinen Hof mit Pferden, Hunden und was da sonst so kreucht und fleucht und dichtet in idyllischer Umgebung.

2. Was denkst du über Uschi, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Lass uns kurz nach hinten gehen, dann werde ich dir ins Ohr flüstern, was ich nicht leiden kann an ihr. Haha! Nein, ernsthaft. Sie ist schon ganz in Ordnung. Sie kümmert sich um jeden, den sie in ihr Herz geschlossen hat, und es ist ihr wichtig, im bescheidenen Rahmen ein bisschen Glück und Gerechtigkeit zu verteilen, wozu sie auch ihre Bücher zählt. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten ist sie immer großzügig. Na gut, sie könnte manchmal weniger schulmeisterlich sein und sollte nicht immer gleich an die Decke gehen. Aber sie gibt sich Mühe.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
Ich erlebe sie immer nur schreibend, was in der Natur der Sache liegt. Manchmal erzählt sie aber auch von den Dingen, die sie sonst so tut. Was die Arbeit betrifft, hat sie ja ein paar kleine Firmen zu versorgen, und sie kümmert sich um Haus und Hof. Abgesehen davon reist sie sehr gern, schaut sich leidenschaftlich bewegte Bilder an, liest, ist draußen mit dem Pferd unterwegs, und, was mir am besten gefällt, sie schätzt und genießt ein gutes Essen mit passenden Getränken. Am liebsten in Gesellschaft guter Freunde.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Es gibt einige – nicht wenige – Leute, die sie bewundert oder sogar verehrt, aber ein Vorbild ... nein, ich glaube nicht. Darüber hat sie nie gesprochen.
 
5. Gibt es besondere Gepflogenheiten, die Uschi beim Schreiben an den Tag legt? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Essen und Trinken muss grundsätzlich immer in Reichweite sein, das steht außer Frage und halte ich persönlich für absolut wichtig, damit der Denkprozess aufrechterhalten werden kann. Musik hört sie meistens, wenn es gegen Ende zugeht, wenn das Schreibtempo sich mehr und mehr steigert und die Konzentration wächst. Dann ist sie auch nicht mehr ansprechbar. Ansonsten schreibt sie überall, hauptsächlich in ihrem Arbeitszimmer, und im Sommer draußen im Hof, mit und ohne Musik. Und an allen sonstigen Orten, wo sie sich halt gerade aufhält.

6. Wie hast du sie kennengelernt?
Als sie sich in die Welt Waldsee vertiefte, habe ich mich bemerkbar gemacht. Na schön, ich habe mich ein wenig vorgedrängelt, damit ich nicht übersehen werde. Schließlich habe ich zu der Geschichte gehörig beigetragen und dem jungen Rowarn auf die Sprünge geholfen. Ohne mich wäre er einige Male ganz schön aufgeschmissen gewesen.

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen?
Es ist bei jedem anders. Manche lassen sich leicht finden, nach anderen muss sie erst sehr lange forschen und sie suchen, und so manche wiederum tauchen einfach mittendrin auf und lassen sich ums Verrecken nicht mehr abwimmeln, egal was sie unternimmt. So vielfältig die Charaktere, so vielfältig auch ihr Verhalten. Sie bemüht sich, sie darin nicht einzuschränken. Suum cuique, sagt sie manchmal dazu.

8. Einmal ganz direkt gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Uschi so besonders?
Na hallo, hast du mir nicht zugehört? Ich bin ein ZWERG! Das allein ist schon Grund genug! Und ich habe da so einige Eigenschaften, in denen sich Uschis Gatte wiederfindet. Mein Humor beispielsweise! Meine Freundlichkeit! Was auch immer – ich habe nun mal den besten Überblick und beobachte lieber, als dass ich mich selbst darstelle! So, und jetzt schenk Bier nach, aber dalli!

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Uschi bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
So bald glaube ich nicht, dass es was zu lesen gibt, denn sie ist ja immer sehr beschäftigt und in vielen Universen unterwegs. Ich weiß aber, dass sie noch den Abschluss der Waldsee-Chroniken verfassen will und sich anschließend an die Hauptgeschichte des Träumenden Universums machen wird, wovon in der Trilogie ja schon einige Male die Rede war. Schließlich herrscht da draußen der Ewige Krieg, und es muss ein Weg gefunden werden, ihn zu beenden. Waldsees Geschichte befindet sich da lediglich mittendrin, es gibt noch so einiges vorher und nachher.

10. Ein herzliches Dankeschön an Olrig für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Olrig gesagt wurde.
Hat hier jemand Bier gesagt? Krieg ich auch eins?


Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann sie auf ihrer Homepage, ihrer Facebookfanseite oder ihrem Blog besuchen. Oder ihr stattet dem Träumenden Universum einen Besuch ab. Die Chroniken von Waldsee erscheinen im Fabylon Verlag.


Kommentare:

  1. Bore da, Nika.
    Der Herr Zwerg läßt sich mit einem Faß Bier & einem Schweineviertelchen ja ordentlich verköstigen - vermutlich reagiert er deshalb so friedsam auf all die Fragen. :-)

    Ich denke, es gibt einiges aus der Feder der Autorin, das zu entdecken sich lohnt.

    bonté

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    1. Wir haben uns auch bemüht, den Fauxpas mit dem angebotenen Tee ganz schnell wiedergutzumachen, indem wir das beste Bier ausgepackt hatten, dass wir da hatten. ;)

      Das auf jeden Fall. Key hat bereits einen der Waldseebände bei sich liegen, da wird es also auch demnächst eine Rezension dazu hier geben.

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    2. ...optimal, wird Uschi sicherlich freuen zu lesen.

      bonté

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    3. Key hat es bei ihr auf der Leipziger Messe gekauft, sie sollte es also schon wissen. ;)

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