Sonntag, 19. Juli 2015

[INTERVIEW] Stefan über Rena Larf



Rena Larf

Stefan spielt die wichtigste männliche Rolle in dem Roman „Bartstoppelküsse“.
Nach fünfzehn Jahren taucht er urplötzlich wieder im Leben von Scarlett auf und benimmt sich so, als sei er nie fort gewesen. Sie waren Studienkollegen und haben nicht nur den Hörsaal sondern auch das Bett oder manchmal auch den Rücksitz ihres alten VW Käfers geteilt. Aus irgendwelchen Gründen hat Stefan dieser verrückten, leidenschaftlichen Beziehung den Rücken gekehrt und ist nach dem Studium ins Ausland gegangen. Er hat in Amerika in der Werbebranche gearbeitet. Nachdem er erfolgreich war und sich dort ein Standbein aufgebaut hat, verliebt er sich in eine Amerikanerin aus dem Südwesten und heiratet. Seine Tochter aus dieser Ehe stirbt im Alter von acht Jahren bei einem Verkehrsfall. Etwas, was er nie verwunden hat und was aus dem launigen Liebhaber einen nachdenklichen und zynischen Mann gemacht hat. Stefan lässt sich scheiden wegen unüberbrückbarer Differenzen und geht zurück nach Deutschland. Heute arbeitet er als Berater für Qualitätsmanagement mittelständischer Unternehmen. Alles könnte gut werden. Wenn da nur nicht Scarlett wäre....

1. Stell uns Rena Larf doch erst einmal kurz vor.
Sie ist zwar Deutsche, aber wurde in den Niederlanden geboren. Dort hat man die Tatsache ihrer Geburt erst einmal in die Sterbeurkunde eingetragen, bevor dem holländischen Beamten der Irrtum auffiel. Deswegen kommt sie mir manchmal so vor, als wäre sie nicht von dieser Welt. Aber sie hat mich zum Leben erweckt und dafür bin ich ihr sehr dankbar.

2. Was denkst du über Rena Larf wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Ich stehe ja eher auf dunkelhaarige Frauen, aber so eine Blondine würde ich auch nicht von der Bettkante schubsen. Sie hat hübsche Augen, ein süßes Lächeln und noch ein paar andere weibliche Vorzüge, die sofort ins Auge springen. Ich beneide sie um ihre langjährige Beziehung zu einem Mann, den sie anscheinend liebt. Was ich gar nicht an ihr leiden kann, ist die Tatsache, dass sie manchmal genauso sarkastisch ist wie ich. Dann fliegen bei uns auch schon mal die Fetzen!

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
Wir waren schon zusammen im Kino. Sie liebt Actionfilme, genau wie ich. Da bin ich froh, dass ich nicht in so einen Romantikschinken mitkommen muss. Wir waren zusammen in „Shades of Grey“, obwohl wir da beide der Ansicht waren, dass dieser Film hätte besser gemacht werden können. Rena trinkt gerne trockenen Rotwein, was ich gut verstehen kann, denn auch ich teile diese Vorliebe. Rotwein kannst du dir immer unter den Arm klemmen, wenn du zu einem Date gehst. Ach, ja. Und essen geht sie gern. Wobei es ihr zwar auch um Kulinarik auf dem Teller geht, aber viel mehr um das Beisammensein und die intensiven Gespräche mit Menschen, die sie mag.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Wenn du ein Vorbild als etwas siehst, was du nachahmen möchtest, dann nein. Sie geht ihren Weg ohne Idol, und wenn sie mal eins braucht, dann nimmt sie mich.(grinst)

5. Gibt es Rituale, die Rena beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Musik? Nein, Sie braucht Ruhe. Mich nervt dann immer das Geklapper der Tastatur auf der sie häufig schon nachts rum haut. Sie isst gerne Fruchtgummi und Lakritz, besonders wenn es heikel wird und sie nicht weiterkommt. Na ja, ein paar Gramm mehr auf den Hüften hat mich an einer Frau noch nie gestört.

6. Wie hast du sie kennengelernt?
Oh, schon vor Jahren in einem kleinen Musikclub. Wir haben da beide den gleichen Geschmack und mögen eher die kleinen Clubkonzerte als die Riesenaufläufe in großen Hallen. Wir haben uns dann ein wenig aus den Augen verloren, aber keiner konnte den anderen vergessen. So einen gut aussehenden Kerl wie mich trifft man ja auch nicht alle Tage.

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Manche Figuren tauchen über Nacht bei ihr auf und lassen sie nicht mehr los. Mit anderen tut sie sich schwerer und grübelt viel, bevor sie die in ihr Leben lässt. Manchmal kickt sie die auch wieder raus.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Rena so besonders?
Ich bin ehrlich zu ihr. Sie sieht mich so, wie ich wirklich bin. So kennen mich nur wenige Frauen. Nicht einmal Scarlett. Ich trage zum Beispiel nur italienische Schuhe und das wird sich in diesem Leben auch nicht mehr ändern. Versuch zwecklos. Ist ´ne Macke! Ich mag meine Freiheit, lasse mich trotzdem manchmal gerne an die Leine nehmen, wenn die Richtige kommt. Ich bin ein ehrgeiziger Sportler, gelegentlich Macho. Ich trinke zu viel und esse zu wenig. Schlafe mit offenem Fenster, gelegentlich auch mit offenen Augen. Ich bin tiefgründig, manchmal abgründig, gelegentlich melancholisch, meistens jedoch ein zynisches Arschloch. Jetzt weißt du, was mich für Rena so besonders macht.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Rena bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Keine Ahnung. Ich halte nichts von Wahrsagern und Kristallkugeln. Meistens kommt es im Leben sowieso ganz anders wie geplant. Ich bin das beste Beispiel dafür. Sie arbeitet jetzt für einen Verlag, soviel ich weiß. Da bleibt wohl nicht so viel Zeit zum schreiben. Alles was sie mir erzählt ist, dass sie kurz vor der Vollendung einer Biographie für einen Musiker steht und viel reisen will. Vielleicht nimmt sie mich ja mit und wir tüfteln gemeinsam ein paar Stellungen für einen neuen Liebesroman aus. (lacht)

10. Ein herzliches Dankeschön an Stefan für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Stefan gesagt wurde.
Mein Leben verlief ungestört, harmonisch und geradlinig. Bis ich Stefan getroffen habe.
Er hat alles durcheinander gewirbelt. Aber manchmal denke ich an ihn, wie an das letzte Einhorn und frage mich, wo er nur die letzten zwanzig Jahre gewesen ist. Aber aus uns kann ja nichts werden, und das ist auch besser so. Wir haben beide feste Partner.
Nur manchmal, dann treffen wir uns auf ein schönes Glas Rotwein und ein paar Antipasti und er zeigt mir seine schicken, neuen Italiener, die er aus Mailand mitgebracht hat.
Ist doch auch schon was, oder?



Wenn ihr mehr über die Autorin erfahren wollt, besucht sie doch einmal auf ihrer Homepage, ihrer Facebookfanseite oder ihrem Blog. Ihr könnt ihr auch auf Twitter folgen. Der Roman „Bartstoppelküsse“ ist im Oldigor Verlag erschienen.

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