Sonntag, 9. August 2015

[INTERVIEW] Felix über Hannah Simon



Hannah Simon
Ich bin Felix aus „Felix oder Zehn Dinge, die ich an dir liebe“, erschienen im März 2015 in der Frankfurter Verlagsanstalt. Ich liebe Listen, gelte als der letzte Gentleman Münchens und normalerweise lasse ich mich in meinem Blog über schöne Dinge aus – Architektur und Design. Doch einmal passierte mir etwas Unschönes: Ich habe eine Glücksallergie bekommen. Und mich dann verliebt ... Aber das müsst Ihr schon selbst lesen. Jetzt soll es ja um Hannah gehen. Und um die zehn Dinge, die ich an ihr liebe ... oder so ähnlich jedenfalls.

1. Stell uns  Hannah doch erst einmal kurz vor.
Hannah liebt die Beatles, sehnt sich nach dem Meer, hat in Köln, München und Berlin gewohnt, und wollte schon in der Grundschule Spanisch und Schwedisch lernen. Keine dieser Sprachen spricht sie heute wirklich. Aber zumindest ist sie dann Literatur- und Sprachwissenschaftlerin geworden. Und dann Texterin. Und danach Schriftstellerin. Tja, denn dann kam eben ich in ihr Leben.

2. Was denkst du über Hannah, wie findest du sie/ihn? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr/ihm findest, wofür du sie/ihn beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Nach so vielen Jahren, wie wir beide zusammen verbracht haben, kennt man natürlich auch die Macken des anderen. Aber die würde ich Euch hier nicht verraten. (Ich lege nun mal Wert auf gutes Benehmen.) Sie lacht viel und kann ganz schön beharrlich sein, wenn es darauf ankommt. Und sie hat für mich immer alles stehen und liegen lassen – ich war ihr wichtiger als Fenster putzen, Essen kochen und Freibad. Das ist doch eine besonders tolle Eigenschaft, oder?!

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr/ihm, was tut sie/er, wenn sie/er nicht schreibt?
Sie sorgt dafür, dass ihr Sohn nicht heimlich zum Kühlschrank krabbelt und ein Muster in die Butter beißt, dass ihre Tochter ein frisch gewaschenes Spiderman-Kostüm zum Verkleiden hat, und dass ihrer Hündin vorschriftsgemäß der Bauch gekrault wird.

4. Hat sie/er ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Jedes Mal, wenn sie einen guten Roman liest, ist das ein gutes Vorbild und ein schöner Ansporn. Da ist es egal, ob es sich um eine Neuerscheinung oder einen Klassiker handelt.
Und im normalen Leben: Leute, die aufrichtig und mit Liebe ihr eigenes Ding machen – das kann auch die Ladenbesitzerin in einem besonders schönen Shop um die Ecke sein, Kollegen, die hilfreiche Tipps und dabei auch noch gute Laune verbreiten, oder ihre Hündin, die auch mal auf dem Sofa liegt und hingebungsvoll nichts tut.
 
5. Gibt es Rituale, die Hannah beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Hannah ist eine totale Tee-Tante. Ich würde jetzt nicht sagen, dass sie Tee braucht, um zu schreiben; sie macht es sich aber gern am Schreibtisch mit einer Tasse gemütlich.
Zum aktuellen Romanprojekt gibt es auch immer eine ganz bestimmte Musik. Meine Playlist heißt schlicht „Felix“. Ganz nette Songs dabei (bunt gemischt von Adele bis Whitesnake), die wir wirklich rauf und runter gehört haben. Diese Lieder versetzen sie in eine ganz bestimmte Stimmung, die zu mir passt. Das macht es einfacher, wieder in das Projekt einzutauchen, wenn sie gerade mal schnell zum Kühlschrank musste, weil ihr Sohn dann doch die Butter in die Finger – oder zwischen die Zähne – bekommen hat.
Wenn heute dann einer der Songs im Radio läuft, sind wir beide sofort wieder mitten in der Geschichte.

6. Wie hast du sie/ihn kennengelernt?
Ich bin in ihre Wohnung spaziert, als sie gerade einen Krankenhausbericht gelesen und eine seltsame Idee hatte (die mit der Allergie gegen Glück). Ich war eben der einzige, der für diese Idee infrage kam. Wenn man schon Felix heißt …
So richtig gut kennengelernt haben wir uns dann erst mit der Zeit, weil sie mir ständig Löcher in den Bauch gefragt hat. Auch über meine Kindheit und so. Ich kam mir manchmal vor wie auf der Couch eines Psychoanalytikers!

7. Weißt du, ob es bei ihr/ihm immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Bei Florian und Liv, meinen Nachfolgern, war es ähnlich. Sie hatte eine verrückte Idee, und schon waren die beiden da (mit sämtlichen Familienmitgliedern, die sich da drängeln). Jetzt fragt sie denen Löcher in den Bauch – aber sie sind wirklich genau die Richtigen für dieses Projekt, das war Hannah sofort klar.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Hannah so besonders?
Nun ja, ich bin quasi so etwas wie ihre erste große Liebe: Der Protagonist aus dem Romandebüt. Wir haben eben ein ganz besondere, langjährige und enge Verbindung. So sehr, dass sie schon mal in ihrem neuen Szenenplan statt „Florian“ doch tatsächlich „Felix“ geschrieben hat. Peinlich, so etwas.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Hannah bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer/seiner Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Hannah arbeitet gerade den Szenenplan ihres neuen Romans aus. Bis ein neues Buch in den Läden steht, müssen sich die Leser also noch ein wenig gedulden. Aber bis dahin gibt es noch ein paar Lesungen mit mir. Ich würde mich freuen, Euch dort zu sehen!

10. Ein herzliches Dankeschön an Felix für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin/dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Felix gesagt wurde.
Ich muss gar nichts richtigstellen – Felix war ja höflich genug, Euch nicht zu erzählen, dass ich zu dem Tee auch immer viel zu viele Kekse esse, dass ich romantisch bis zum Rande des Kitsch sein kann, und dass ich mir gern Kochbücher kaufe und lese, dann aber nichts daraus koche. Das wird also nicht verraten!

Nur so viel: Wie Felix freue auch ich mich, wenn ich mal einige von Euch bei einer Lesung kennenlerne. Bis dahin liebe Grüße! 


Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann sie auf ihrer Homepage besuchen. "Felix oder zehn Dinge, die ich an dir liebe" ist im Verlag Frankfurter Verlagsanstalt erschienen.

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