Montag, 3. August 2015

[INTERVIEW] Jeremy Houser über Jessica Winter



Hey! Mein Name ist Jeremy Houser. Ich bin achtzehn Jahre alt und beende dieses Jahr in einer Highschool in Massachusetts, USA mein letztes Schuljahr. Ich bin eine der Hauptfiguren in Jessicas Debütroman „Bis du wieder atmen kannst“. Ich bin groß und durchs Footballtraining nicht unbedingt schlecht gebaut. Jessica sagt, ich hätte geniale Augen – Mädchenkram – und meine Haare sind schwarz und immer unordentlich. Wollt ihr sonst noch was wissen? Irgendwie eigenartig, von sich selbst zu reden. Können wir dann mit dem eigentlichen Interview anfangen?
Ich finde die Idee sehr cool, den Spieß mal umzudrehen und als Charakter einige Worte zu meiner Schöpferin zu verlieren. Andererseits frage ich mich, wieso unbedingt ich dafür Rede und Antwort stehen muss. Ich bin sicher, Julia hätte mehr zu sagen gehabt als ich.

1. Stell uns Jessica Winter doch erst einmal kurz vor.
Eigentlich wird sie lieber Jessie genannt, weil man nur dann Jessica zu ihr sagt, wenn man sauer auf sie ist :) aber egal jetzt… Sie wird bald 26 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann seit drei Jahren in der Nähe von Linz – was ich persönlich überhaupt nicht verstehen kann, weil sie mit ihrer amerikanischen Staatsbürgerschaft sofort auswandern könnte. Bei uns ist es doch viel cooler.
Sie schreibt, seit sie halt eben zu schreiben gelernt hat, hat aber ihren ersten Roman erst 2007 begonnen. Scheinbar war die Geschichte aber nicht gut genug für sie, weil sie nach der Hälfte aufhörte und erst Jahre später wieder einmal las. Sie wollte weiterschreiben, bekam dann aber eine bessere Idee – also mich – und schrieb unsere Story innerhalb von fünf Monaten fertig.

2. Was denkst du über Jessica Winter, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Sie ist schwer in Ordnung. Ein ziemlich emotionaler Mensch, mit viel Mit- und Feingefühl. Sobald sie auch nur jemand anderen heulen sieht, werden ihre Augen ebenfalls nass. Also könnt ihr euch vorstellen, wie oft sie während des Schreibens unserer Geschichte Tränen in den Augen hatte. Sie steht für Gerechtigkeit ein, das mag ich, weil ich auch so bin.
Was ich an ihr beneide, ist dass sie so zielstrebig ist. Sie weiß genau, was sie will und arbeitet hart dafür, dass sie genau das schafft/bekommt. Also, wenn es um wirklich wichtige Dinge geht, ansonsten braucht sie schon sehr lange, um Entscheidungen zu treffen, lässt sich auch viel zu leicht von anderen verunsichern.
Anstrengend ist ihr Ehrgeiz. Sie setzt sich oft zu sehr unter Druck und stresst dann. Aber selber schuld. Immerhin ist sie ja hauptberuflich Lehrerin, macht eine Zusatzausbildung und ist in ihrer Gemeinde sehr aktiv.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr/ihm, was tut sie/er, wenn sie/er nicht schreibt?
Zeit mit ihrem Mann verbringen, oder lesen. Oder Musik hören/machen. Wenn sie sich mehr Zeit und Geduld zum Üben nehmen würde, könnte sie wahrscheinlich ganz gut Klavier spielen. Außerdem geht sie gerne spazieren, weil ihr da die meisten Ideen kommen und ins Kino geht sie auch gerne.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Nicht wirklich in dem bestimmten Sinn. Es gibt schon einige Autoren, die sie sehr cool findet, zum Beispiel Colleen Hoover, oder Jojo Moyes. Aber als Vorbild würde ich die auch nicht bezeichnen. Sie macht ihr eigenes Ding und das finde ich gut.
Ich weiß, dass sie zu ihrer Schwiegermutter aufsieht, weil die ziemlich cool ist.

5. Gibt es Rituale, die Jessica beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Hmm. Eigentlich nicht, denn sobald sie beginnt zu schreiben, driftet sie absolut ab in meine Welt und hört und sieht nicht mehr viel um sich herum. Musik ist ihr schon wichtig, aber nicht während Schreibphasen. Aufs Essen vergisst sie dauernd – halt abends, dann muss ihr Mann ihr ständig etwas zubereiten und bringen.
Ihre Decke ist sehr wichtig, weil sie ständig friert.

6. Wie hast du sie kennengelernt?
In der Schule. Sie hat ihre SchülerInnen gerade an einer Schularbeit schreiben lassen und plötzlich schoss ihr eine Szene mit mir und Julia durch den Kopf. Das ist die Szene, wo ich gerade von Julias Geheimnis erfahre. Sie war total berührt von dem, was passiert ist und schrieb gleich stichwortartig auf, was sie sah. Zuhause nahm das dann Form an und in kürzester Zeit hatte sie ihre ersten hundert Seiten geschrieben.

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Also eigentlich läuft es immer ähnlich. Gerade dann, wenn sie am wenigsten damit rechnet, teilweise sogar während des Schreibens der einen Geschichte fallen ihr Szenen zu neuen oder anderen Ideen, die sie schon hatte ein. Die schreibt sie dann gleich auf, um sie zu einem späteren Zeitpunkt weiterzubearbeiten.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Jessica so besonders?
*lacht verlegen* Gute Frage, ich glaube Jessie und ich haben einfach eine ziemlich intensive Verbindung zueinander. Sie versteht meine Aktionen/Handlungen/Entscheidungen. Ich war der erste Charakter, der in ihrem Kopf herumschwirrte. Ich war auch derjenige, der sich durch den Roman hindurch am meisten entwickelte, bei dem sie lange Zeit nicht sicher war, wie es mit mir weitergehen würde. Ich werde derjenige sein, bei dem es ihr am schwersten fallen wird, mich gehen zu lassen. Ich glaube, ich erinnere sie auch ein wenig an ihren älteren Cousin, den sie schon sehr lange nicht mehr gesehen hat. Und na ja…ich bin halt ein cooler Typ. *zwinker*

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Jessica bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer/seiner Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Also langweilig wird ihr bestimmt nicht. Abgesehen vom zweiten Band, den sie mit Julia und mir endlich mal fertig stellen muss, hat sie schon zwei weitere ganz konkrete Geschichten im Kopf, auf die sie sehnsüchtig wartet, endlich Zeit dafür zu finden, sie weiter auszubauen. Andererseits weiß ich auch, dass es ihr sehr schwer fällt, von Jules und mir Abschied zu nehmen. Sie hat uns als ihre ersten richtigen Figuren ganz tief in ihr Herz geschlossen und wird wahrscheinlich immer am meisten an uns hängen. Zu Recht selbstverständlich :)

10. Ein herzliches Dankeschön an Jeremy für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Jeremy gesagt wurde.
Ich finde, er hat das grandios gemacht, und das obwohl er normalerweise kein Mann großer Worte ist :)

Wenn ihr mehr über die Autorin erfahren wollt, besucht sie doch einmal auf ihrer Homepage oder ihrer Facebookfanseite.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...