Donnerstag, 27. August 2015

[REZENSION] Monday Club - Das erste Opfer - Krystyna Kuhn (by Nika)

Monday Club - Das erste Opfer - Krystyna Kuhn
Oetinger Verlag, 2015
384 Seiten
Hardcover
ISBN: 978-3-7891-4061-7
€ 16,99
eBook
Preis: € 12,99
Hörbuch
Preis: € 19,99


Klappentext: 

Kann ein Mensch zwei Mal sterben? Ein perfides Spiel um Wahn und Wahrheit!

Bei der sechzehnjährigen Faye Mason wurde bereits in früher Kindheit idiopathische Insomnie diagnostiziert, eine seltene Schlafkrankheit. Die schlaflosen Nächte hinterlassen Spuren: Oft kann sie Wirklichkeit und Fantasie nicht unterscheiden. Da geschieht etwas Entsetzliches: Fayes beste Freundin Amy kommt bei einem Autounfall ums Leben. Doch wenig später begegnet sie der totgeglaubten Amy auf der Straße. Halluziniert sie? Oder ist Amy noch am Leben? Faye sollte besser nicht zu viele Fragen stellen, auch nicht zum Monday Club, in dem alle wichtigen Leute der Stadt Mitglied sind.

Eine Tote, die lebt, und eine schlaflose Heldin, deren Alpträume wahr werden: der erste Band der Mädchen-Mystery-Trilogie der Extraklasse!








Meine Meinung:
Die Sommerferien sind vorbei und der erste Schultag steht bevor. Faye freut sich darauf, ihre beste Freundin Amy wiederzusehen, die die Ferien in einem Lerncamp verbracht hat. Doch als sie Amy am ersten Schultag wiedersieht, ist diese sehr verändert und bittet Faye um ein Treffen am Abend am Strand, weil sie ihr etwas Wichtiges erzählen muss.

Zu diesem Treffen kommt es jedoch nicht mehr, weil Amy am Abend bei einem Autounfall stirbt. Faye wird von diesem Schicksalsschlag schwer getroffen, war Amy doch wie eine Schwester für sie. Doch schon am Tag ihrer Beerdigung kommen Fragen auf, als der Hilfssheriff auf dem Friedhof schreit, dass Amy gar nicht am Steuer des Unfallwagens saß, wie die offizielle Erklärung hieß. Wieso glaubt Faye, Amy nach ihrem Tod an einer Bushaltestelle gesehen zu haben und wer hat ihr von Amys Handy aus Stunden nach deren Tod eine Nachricht geschrieben? Und was hat es mit dem verrückten Gerede der geistig verwirrten Missy zu tun, die behauptet, im Krankenhaus, in dem Fayes Tante arbeitet, könnten sie Tote wiedererwecken?

Der Klappentext machte mich sehr neugierig und so begann ich voller Hoffnung auf einen spannenden Roman mit dem Lesen. Der Prolog lies mich recht verwirrt zurück, aber ich ging davon aus, bis zum Ende dieses ersten Teiles einer Trilogie zumindest ein wenig mehr darüber zu erfahren.

In die eigentliche Geschichte kam ich da doch wesentlich besser rein und konnte den knapp 400 Seiten langen Roman auch recht zügig durchlesen. Allerdings fragte ich mich häufig, ob es denn wirklich diese fast 400 Seiten sein mussten, bzw. ob man sie nicht hätte besser füllen können. Der Roman beginnt sehr langsam und ruhig und diese Ruhe und Langsamkeit zieht sich fast durchgängig durch das Buch. Die Geschichte hat ihre Längen. Zwar sind die Szenen wunderschön beschrieben mit großer Detailverliebtheit, diese ermüdet aber mitunter rasch, so dass ich das Buch gerade auf den ersten 150 Seiten oft weggelegt habe, um an diesem Tag etwas anderes zu tun. Nach Amys Tod und ihrer Beerdigung dann, hoffte ich, dass die Geschichte mehr Fahrt aufnehmen würde, doch das war leider selten der Fall. Ich mag ja grundsätzlich ruhige Bücher, nur hier war es mir zu ruhig.

Diese Kleinigkeiten und Ausuferungen, die die einzelnen Szenen und die ganze Geschichte für meinen Geschmack sehr in die Länge zogen, vermisste ich hingegen bei den Figuren. Diese bleiben leider überwiegend blass und oberflächlich. Faye ist in einer Beziehung mit Josh, ich kann euch aber leider nicht viel mehr über ihn sagen, außer, dass er gut aussieht und sportlich und reich ist und laut Amy zuverlässig. Wieso Faye sich in ihn verliebt hat? Wieso sie mit ihm zusammen ist? Weiß ich leider nicht und ich konnte die Chemie zwischen den beiden auch nicht wirklich spüren.

Genauso ging es mir leider mit Luke, dem „geheimnisvollen Fremden“, der neu in der Stadt ist, um mehr über seinen vor Jahren verstorbenen Vater zu erfahren, den er nie kannte. Faye vertraut ihm sofort und das in einer Zeit, in der ihr Vertrauen in alle um sie herum immer mehr erschüttert wird.

Wie bei den Figuren kratzt auch die Idee hinter dem Buch stark an der Oberfläche. Die Fortsetzung muss sich für mich auch hier steigern. Das beginnt schon beim titelgebenden Monday Club. Ich weiß nach dem Buch genauso viel über ihn, wie vorher. Der einzige, der hinterfragt, was der Club überhaupt tut, ist Luke. Fragen, denen Faye nicht wirklich nachgeht, die sie sich nie wirklich gestellt hat. Sicher, es wird erwähnt, dass sie sich das schon einmal gefragt hat, aber das wird nebenbei eingeworfen, so, als sei es überhaupt nicht wichtig.

Ich habe letztens einen kurzen Vergleich zwischen einer Buchreihe und einer Fernsehserie gepostet. Bei „Monday Club“ wäre dieser erste Band vergleichbar mit einer zweistündigen Pilotfolge: Die Figuren werden kurz vorgestellt und angerissen, ein Rätsel wird in den Raum geworfen. Dann erscheint „Fortsetzung folgt“. Eine Fernsehserie hat danach 11-21 Folgen Zeit, die Figuren weiter auszubauen, dem Rätsel nachzugehen und es schließlich zu lösen. Hier gibt es nur noch zwei weitere Bücher, die das Gleiche tun müssen. Apropos Fernsehserien: Ich bin nun schon ein paar Jahre der eigentlichen Zielgruppe entwachsen, wage aber zu behaupten, dass Grey’s Anatomy nicht die beste Serie ist, um das Aussehen einer Figur zu beschreiben. Aber das nur am Rande.

„Monday Club“ handelt von Geheimnissen und wirft im Verlauf der Handlung immer wieder neue kleine und große Geheimnisse auf, seien sie gerade gelöst oder werden sie gerade erst als Geheimnis enttarnt. Ich weiß nicht, ob das nicht zu viele Geheimnisse waren. Zumindest fragte ich mich, wie Faye dort überhaupt noch irgendjemandem trauen kann. Ich muss zugeben, ich wartete die ganze Zeit darauf, dass die Personen, denen sie am meisten vertraut, sie hintergehen werden.
                                                                                                                  
Ach ja, der Prolog, der mich so verwirrte? Teil 1 bot für mich leider keine wirklichen Hinweise, was da vor sich ging, bzw. ließ noch viel zu viele Fragen über die Identität sowohl der vorkommenden Figuren als auch der Personen, über die gesprochen wurde, und worüber überhaupt gesprochen wurde, offen.

Ich muss zugeben, bis kurz vor Ende des Romans war ich recht frustriert. Die Sprache und der Stil sind angenehm zu lesen. Der Leser kann sich gut in Faye hineinversetzen, die aufgrund einer Krankheit Schlafstörungen hat und oft Realität und Fantasie nicht unterscheiden kann. Eine Figur wie Missy, die scheinbar in Rätseln spricht, bis man versteht, was sie sagen will, bestärkt diese Situation noch auf positive Weise. Dennoch fühlte sich das Buch für mich unvollständig und aufgebläht an. Ja, es ist der erste Teil einer Trilogie, natürlich darf er nicht zu viel verraten. Aber doch zumindest ein wenig mehr, als der Klappentext dürfte drin sein, oder?

Es heißt, das Beste kommt zum Schluss und der Epilog hat es dann tatsächlich noch einmal geschafft, mich zu begeistern. Hier kam richtig Spannung auf, auf wenigen Seiten wurden nötige Informationen gegeben, neue Fragen aufgeworfen. Faye erinnert sich an Dinge, die entscheidend sind und neue Geheimnisse bergen. Dieser Epilog ist es auch, der mich tatsächlich doch noch neugierig auf den nächsten Teil macht, dem ich auf jeden Fall noch eine Chance geben möchte und von dem ich mir erhoffe, dass er stärker ist als der Auftaktband und an die Stärke des Epilogs anknüpft.

Fazit: Gute Grundidee, die Umsetzung fällt jedoch stellenweise zu lang und oberflächlich aus und man erfährt grundsätzlich bis zum Epilog zu wenig. Dennoch setze ich Hoffnungen in die Fortsetzung.



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