Sonntag, 18. Oktober 2015

[INTERVIEW] Jenny Bradfield über Sören Prescher



Sören Prescher

Jenny Bradfield ist ein in sich gekehrtes 16jähriges Mädchen, das in Boston zur High-School geht und während der Sommerferien mit ihren Eltern in die kleine Küstenstadt Milton reist. Sie befürchtet, an den langweiligsten Ort der Welt geraten zu sein, aber das ist, bevor sie den Außenseiter Tom kennenlernt und sich in ihn verliebt.
Als ich sie fragte, ob sie statt mir dieses Interview geben möchte, hat sie anfangs gezögert, weil so was Neuland für sie ist. Aber ich habe ihr gut zugeredet und gesagt, dass sie hier die Gelegenheit hat, über all die guten und vielleicht auch negativen Sachen unserer Zusammenarbeit zu erzählen. Ich glaube, diese Aussicht hat sie dann doch ziemlich schnell überzeugt.

Willkommen, nimm Platz *Küsschen, Küsschen* bitte bedien' dich doch an den Keksen und der Milch. Und wenn wir fertig sind, zeige ich dir meine Schuhsammlung – wenn das kein Anreiz ist?



1. Stell uns Sören Prescher doch erst einmal kurz vor.
Sören hat Frau und Kinder, ist 37 Jahre alt und damit eigentlich schon steinalt. Aber das Alter sieht man ihm nicht an, er ist immer noch zu albernen Scherzen aufgelegt und verhält sich auch sonst nicht immer wie der typische Erwachsene. Wie meine Eltern zum Beispiel. Im Vergleich zu ihm kommen sie mir deutlich älter vor.

Und Schuhe? Liebt er Schuhe?
Haha … guter Witz. Schuhe und Mode spielen bei ihm eine ziemlich untergeordnete Rolle. Solang die Sachen sauber sind und passen, scheint ihm alles andere nicht so wichtig zu sein. Ein typischer Mann eben.
 
2. Was denkst du über Sören Prescher, wie findest du ihn? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihm findest, wofür du ihn beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Ich bewundere ihn für seine besonnene Art. Während ich in mancher Situation kurz vor dem Durchdrehen stehe, bleibt er ruhig und gelassen. Wenn es mir nicht so gut geht, hat er stets ein offenes Ohr und schafft es in der Regel schnell, mich aufzumuntern. Auszusetzen an ihm habe ich eigentlich gar nichts.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihm, was tut er, wenn er nicht schreibt?
So wie viel Zeit verbringen wir gar nicht miteinander. Er lebt in Nürnberg und ich in Boston. Das liegt nicht gerade um die Ecke. Aber wir tauschen viele E-Mails aus und telefonieren regelmäßig.
Wenn Sören nicht schreibt, kümmert er sich um seine Familie. Seine vier Kinder halten ihn ordentlich auf Trab. Aber wenn er mal nicht arbeitet oder der Nachwuchs bei der Oma ist, geht er gern mit seiner Frau essen und ins Kino. Auch von Konzerten schwärmt er mir immer wieder vor.
 
4. Hat er ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben? Und wie sieht es mit dem Kleiderschrank aus, ist er ordentlich?
Er bewundert Schriftsteller wie Stephen King und Andreas Eschbach. Kurioserweise aber auch Musiker wie Bruce Springsteen oder Ryan Adams – was sich im ersten Moment komisch anhört. Aber bei näherer Betrachtung sind das ebenfalls Leute, die schreiben und was zu erzählen haben. Ich glaube, wäre er nicht Autor geworden, würde er was mit Musik machen. Das Künstlerische liegt ihm einfach im Blut.
Entsprechend sieht es aber auch in seinem Kleiderschrank aus. Er versucht zwar Ordnung zu halten, trotzdem sieht es manchmal recht chaotisch aus.

5. Gibt es Rituale, die Sören Prescher beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Gelegentlich nascht er beim Schreiben Nüsse oder Weingummis, aber als Ritual würde ich das nicht bezeichnen. In der Regel dudelt immer Musik in seiner Nähe. Manchmal laut, manchmal leise. Nur auf Deutsch darf es nicht sein, weil er sich dann nicht konzentrieren kann.

6. Wie hast du ihn kennengelernt? Details, wir brauchen Details...
Das war in einer Bar in Boston. Meine Freundin Eileen hatte mich versetzt und ich war so sehr in Gedanken vertieft, dass ich buchstäblich über ihn gestolpert bin. So kamen wir ins Gespräch und haben dann mehrere Stunden lang geredet. Bei ihm hatte ich gleich von Anfang an das Gefühl von Vertrautheit.

7. Weißt du, ob es bei ihm immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Soweit ich weiß, spricht er normalerweise nicht einfach wildfremde Leute in Bars an. Sören ist verheiratet und hat nur Augen für seine Frau. Aber durch seine Arbeit als Autor ist er viel unterwegs und kommt mit den Menschen ins Gespräch. Wenn da jemand was Interessantes zu erzählen hat, hat er gern ein offenes Ohr.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Sören Prescher so besonders?
Das ist eine gute Frage. Er meinte, es geht um seinen Liebesroman „Momentaufnahme“ und da ich die Hauptperson darin bin, wäre es am besten, wenn ich die Fragen dazu beantworte. Im Grunde genommen hat er damit ja Recht. Ich weiß am besten, was sich während meines Urlaubs in Milton wann wie wo abgespielt hat. Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht zu sehr von meinem geliebten Tom schwärme. An ihn denke ich nämlich pausenlos.

9. Werfen wir doch mal einen Blick ins Lifestyle Magazine: Welche neuen Trends wird Sören Prescher hervorbringen? An welchen Designerstücken wird aktuell gearbeitet? Wann dürfen wir ihn wieder auf dem roten Teppich bewundern? Und ganz wichtig: WER wird ihn auf dem roten Teppich begleiten?
Er hat seine Finger immer an mehreren Projekten gleichzeitig. Aber was genau? Darin hüllt er sich in Schweigen, bis alles fertig ist. In den kommenden Monaten soll auf jeden Fall der zweite Teil seines Mysteryromans „Marty 2“ erscheinen. Darauf bin ich schon sehr gespannt. Die Geschichte spielt ja in den USA, quasi bei mir um die Ecke, und ist so megaspannend, dass ich kaum erwarten kann, zu erfahren, wie es weitergeht.
Außerdem hat er noch einen zweiteiligen Horrorroman namens „Die Wurzeln des Bösen“ in der Pipeline, den er zusammen mit Tobias Bachmann geschrieben hat. Ich habe in die Bücher mal reingelesen. Puh … da geht es ordentlich zur Sache.

10. Ein herzliches Dankeschön an Jenny Bradfield für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Jenny gesagt wurde.
Vielen Dank für die Gelegenheit. Jenny hat das allerdings so toll gemeistert, dass ich absolut nichts richtigzustellen habe. Ich möchte nur die Gelegenheit nutzen, ihr nochmals dafür zu danken, dass sie mir so sehr ihr Herz ausgeschüttet hat. Ohne das wäre der Liebesroman „Momentaufnahme“ wohl nicht halb so berührend geworden. Ich kann die Geschichte nur jedem wärmstens empfehlen.


Wer mehr über den Autoren erfahren möchte, sollte ihn eimal auf seiner Homepage oder seiner Facebookseite besuchen. Der Roman "Momentaufnahme" ist im Oldigor Verlag erschienen. Die Dilogien "Marty" und "Die Wurzeln des Bösen" erscheinen im rouven-finn Verlag.

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