Sonntag, 8. November 2015

[INTERVIEW] Jürgen Sichelbauer über Thomas Neumeier


Thomas Neumeier

Unser Interviewpartner ist Jürgen Sichelbauer. Er studiert Lehramt Musik und ist Schlagzeuger in einer Trash Metal Band. Das Verschwinden seines Bruders und obskure Gerüchte um den legendären menschenfressenden TATZELWURM, der angeblich die Alpenregion am Sudelfeld heimsuchen soll, verschlagen ihn in seine Heimat zurück.

1. Wir kennen Thomas Neumeier ja nun doch schon eine Weile durch unsere ganzen bisherigen Gespräche mit Bernhard Lengenricht, Soledad Handler und Yolanda Baker. Kannst du uns denn noch etwas verraten, was wir bisher noch nicht gehört haben?
J. S.: Du meinst zum Beispiel durchgeknallte Spleens, wie etwa, dass er wochenlang in den Bergen campiert hat und Nacht für Nacht auf der Lauer lag, um ein Foto vom Tatzelwurm zu schießen? Nein, sowas würde er nie tun. Nie! Sollte das jemand behaupten, streiten wir es konsequent ab. Er hat da oben nur campiert, um meditativ mit sich und der Welt ins Reine zu kommen.

2. Verrate uns doch mal, was sich seit unserem letzten Interview bei Thomas so getan hat. Gab es da etwas Neues, von dem wir unbedingt wissen sollten?
J. S.: Neben meditativen Berg-Expeditionen hat er inzwischen seinen ersten Auftritt im Radio gemeistert. Nicht perfekt, aber mit Hingabe. Ich denke, es ist ihm gelungen.

3. Man könnte fast schon meinen, wir stalken Thomas, dabei schreibt er einfach nur über so wahnsinnig viele faszinierende Figuren, dass wir mit allen reden wollen. Aber irgendwann wollen wir natürlich auch Thomas mal treffen. Kannst du mal einen Blick in seinen Kalender werfen und uns verraten, wo wir das in nächster Zeit am besten tun können?
J. S.: In der Berchinger Literaturwoche wird er unseren Roman TATZELWURM vorstellen. Darüber hinaus gibt es noch zwei Lesungen in Ingolstadt. Die könnten aber zum Zeitpunkt der Publikation dieses Interviews schon passé sein.

4. Erst einmal genug von Thomas. Was gibt es über dich zu erzählen? Was ist deiner Meinung nach deine beste und was deine schlechteste Angewohnheit? Gibt es etwas, was du an deiner eigenen Geschichte ganz anders geschrieben hättest?
J. S.: Thomas hätte mich viel weniger besonnen schreiben sollen. Ja, echt. Ich bin viel zu geduldig und vergebend. Wie gern hätte ich während der Geschichte meinem einstigen Schulfreund Vinzenz, diesem Aufschneider, mal gehörig eine mitgegeben. Ich mag solche heuchlerischen Selbstdarsteller nicht. Ich wünschte, Thomas hätte mir die Erlaubnis gegeben, das mal tatkräftig auszudrücken. Aber man kann nicht alles haben. Alles in allem bin ich zufrieden mit meinem Autor. Er hat meine Geschichte gut erzählt und aus mir einen schwiegermuttertauglichen Typen gebastelt.
 
5. Unser Interview ist ja schon ein Rollentausch, dadurch, dass wir mit dir und nicht mit Thomas plaudern. Wollen wir das ein wenig weiter treiben? In was für eine Geschichte würdest du Thomas stecken? Gruseliger Horrorroman, dramatische Liebesgeschichte oder actiongespickter Thriller? Oder vielleicht etwas ganz anderes?
J. S.: Gibt es das Genre der Detektiv-Dramödie? Ich glaube, das würde ihm stehen. Er ist ständig am stöbern und recherchieren und schnüffeln. Gleichwohl sollte man das dramatische Moment darin meist nicht allzu ernst nehmen. Das Leben ist immer Drama und Komödie, sagt man, oder? Nur nicht immer in derselben Mischung. Insofern würde das wohl passen.

6. Autoren brauchen einmal Urlaub, Romanfiguren auch. Wie sähe denn der perfekte Urlaubstag für euch beide aus?
J. S.: Für uns beide? Ach herrje. Na ja, es gibt doch diese Luftgitarrenkonteste. In Finnland, glaube ich, findet immer die WM statt. Thomas und ich sollten sowas mal für Luft-Schlagzeuger auf die Beinde stellen.

7. Wie gesagt haben wir ja jetzt schon mit einigen Figuren von Thomas über ihn gesprochen und wissen über sein aktuelles Leben und Werken ganz gut Bescheid. Aber was ist mit den Anfängen? Was weißt du über sein allererstes Buch? Was wurde dem kleinen Thomas vorgelesen? Mit welcher Geschichte begann seine Schreibleidenschaft?
J. S.: Ich weiß zufällig, dass ihm früher immer seine Oma vorgelesen hat, wenn Mum & Dad unterwegs waren. Geschichten über Ritter, Zauberer und sowas. Ich denke, da hat er irgendwann Feuer gefangen. Seine allerfrühesten schriftstellerischen Gehversuche als halbstarker Sechzehnjähriger gingen ja auch in diese Richtung. Bloß gut, dass dieses Zeug bis heute unter Verschluss ist. Hab da mal reinschmökern dürfen. Jessas.
8. Bevor du uns wieder verlässt, kannst du uns noch schnell ein paar anstehende Neuigkeiten verraten? Wann können wir mehr von Thomas lesen?
Sein Roman Zuckermeer steht unmittelbar vor der Veröffentlichung. Ein heiterer Romance-Titel voller Sommer, Sonne, Strand und Sex rund um eine Künstlerkommune und eine allzu geheimnisvolle Erbschaft. Da bleibt kein Auge trocken - sei es vom Küstenwind, vom Salzwasser oder vor Freudentränen.

9. Ein herzliches Dankeschön an Jürgen Sichelbauer für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchten wir auch diesesmal dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Jürgen gesagt wurde.
Thomas: Nichts für ungut, mein lieber Jürgen, aber diesen komischen Luft-Schlagzeug-Kontest kannst du alleine aufziehen. Meinen Urlaub verbringe ich am Strand.


Wenn ihr mehr über Thomas Neumeier erfahren wollt, besucht ihn auf seiner Facebookseite oder bei Literra. Der Roman "Tatzelwurm" ist im Emons Verlag erschienen. Der im Interview erwähnte Romane "Zuckermeer" wird im Oldigor Verlag erscheinen.

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