Sonntag, 6. Dezember 2015

[INTERVIEW] Feenkönigin über Barbara Schinko



Barbara Schinko

Wir bitten darum, nicht zu filmen oder zu fotografieren und alle Handys auszuschalten. Diese Wunder der modernen Technik könnten unseren heutigen Gast aus der Fassung bringen, und das wollen wir ja nicht. Also Feenkönigin, dürfen wir dir eine Tasse Tee anbieten, bevor wir mit den Fragen beginnen?
Tee? Nein, danke. Ein Schlückchen Feenwein, wenn Ihr ihn habt – nicht? Nun, was soll man auch von einem Menschen erwarten.
Wie ich höre, ist die hiesige Gepflogenheit, sich den Lesern kurz vorzustellen. Gestatten, ich bin die Königin von Elphame, die Königin der Fey, die Feenkönigin, etcetera etcetera. Gewiss habe ich auch einen Namen, doch hoffe ich nicht, dass Ihr es so weit an Anstand fehlen ließet, danach zu fragen! Das Buch, aus dem ich stamme, heißt „Die Feengabe“. Es erschien ursprünglich 2011 und ist nun, nachdem der Verlag Ende September 2015 seine Pforten geschlossen hat, seit Oktober im Self-Publishing als eBook erhältlich. Zwar bin ich nicht die Protagonistin, aber ich darf mich wohl als eine Titelheldin betrachten.
(Anmerkung der Autorin: Das eBook ist hier bei Amazon für den Kindle und für den Tolino zum Beispiel hier, hier, hier und hier erhältlich.)

1. Stell uns Barbara Schinko doch erst einmal kurz vor.
Sie ist ein Mensch. Lebt in der Menschenwelt, hat blonde Haare, blaue Augen und – wie die meisten Menschen – den Kopf voll närrischer Gedanken.

2. Was denkst du über Barbara, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Natürlich kann ich nicht alles gutheißen, was sie über uns Fey schreibt! Sie könnte Elphames Wunder preisen, könnte von jenen erzählen, die jahrelang unsere Gäste waren und die uns, wenn wir ihrer überdrüssig wurden, auf Knien anflehten, sie nicht zurück in ihre eigene Welt zu schicken! Warum schreibt sie nicht diese Geschichten auf, sondern erzählt von ein paar törichten Menschen, die einander aus meinem Reich zerren wollen? Einander retten. Mit wahrer Liebe, Schwesternliebe, eiserner Liebe. Sie rümpft die Nase. Wie rührend. Und wie dumm.
Sie überlegt lange, ehe sie widerstrebend hinzufügt: Eins muss ich ihr zugute halten: Sie sieht uns Fey nicht nur als Bösewichte. Von einer Sterblichen darf man kaum erwarten, dass sie mich oder Elphame vollkommen versteht, aber immerhin hat sie eine Schwäche für Widersprüchliches. „Wunderbar und trügerisch“ nennt sie uns. Und wer selbst aus einem dermaßen langweiligen Land stammt, das stets den gleichen Gesetzen gehorcht, das keine Musik in sich trägt, der mag uns wohl so nennen.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
Was Menschen eben so tun. Zahlen jonglieren. Schlafen. Essen. Träumen. In einem abgedunkelten Raum zusehen, wie bunte Bilder über eine Leinwand laufen. Und manchmal reist sie in Länder, die meinem Land vielleicht ein wenig mehr ähneln als ihres, die noch ein bisschen Musik in sich tragen.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Eine sterbliche Autorin namens Astrid Lindgren, wie ich höre. Diese kletterte scheinbar noch im hohen Alter mit einer Freundin auf Bäume, weil es alten Frauen ja schließlich nicht verboten sei, das zu tun.

5. Gibt es besondere Gepflogenheiten, die Barbara beim Schreiben an den Tag legt? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Etwas zu essen? Wohl kaum! Wenn sie so richtig in meine oder eine andere Welt vertieft ist, vergisst sie alles um sich.

6. Wie hast du sie kennengelernt? Und weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Durch Mavie, jenes törichte Menschenmädchen, das meinem Sohn sein neuestes sterbliches Spielzeug wegnehmen wollte. Wie sie und Mavie einander kennengelernt haben – nun, ich nehme an, auf die für sie übliche Art. Sie sagt, und ich habe andere Sterbliche darüber lachen gehört, dass die Helden ihrer Bücher einfach an ihre Tür klopfen und ihr ein Abenteuer bringen, das erzählt werden will.

7. Einmal ganz direkt gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Barbara so besonders?
Diese Frage sollte wohl eher lauten: Mit wem hättet Ihr Euer Gespräch sonst führen wollen? Wohl gar mit Mavie oder ihren Gefährten? Zweifellos bin ich am besten geeignet, ein Buch zu vertreten, das „Die Feengabe“ heißt! Allenfalls käme noch mein Gatte, der König von Elphame, in Frage – aber den könntet Ihr gewiss nicht von seiner ach so geschätzten Musik fortlocken, nur um mit ihm über Sterbliche zu plaudern!
Oder dachtet Ihr an meinen Sohn? Ihr wärt nicht die Erste, die nach einem Vorwand für ein Stelldichein mit ihm sucht. Ich darf Euch warnen: Er ist zurzeit auf Menschenfrauen nicht gut zu sprechen. Und er liebt das Feuer ein wenig zu sehr.
Eine lange Pause. Da wäre natürlich auch meine Tochter, aber selbst ich muss gestehen, dass meine Geduld für ihr Gejammer und das ewige Flötenspiel mitunter an Grenzen stößt.

8. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Barbara Schinko bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Ihre Zukunft? Reichtum, Ruhm, Bettelstab, woher soll ich das wissen? Dass sie weiter schreibt, kann ich bezeugen; auch dass ich weder die beste noch die schlimmste Person bin, die durch ihre Werke geistert.

9. Ein herzliches Dankeschön an die Feenkönigin für die Beantwortung der Fragen.
Die Königin nickt ihrer Gesprächspartnerin huldvoll zu. Mit einem Klirren wie von Silberglöckchen ist sie plötzlich verschwunden.

10. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von der Feenkönigin gesagt wurde.
Puh! Bevor jemand fragt, ja, so ist sie immer – und sie ist unter den Bewohnern Elphames nicht mal die Schlimmste! Nun kann man sich ungefähr vorstellen, was Mavie, Sorley und Stella während ihrer Zeit im Feenreich durchmachen. :-)
Vielleicht noch eine kurze Ergänzung: Im letzten Jahr sind neben der „Feengabe“ noch drei weitere eBooks von mir erschienen: der romantische Roadtrip-Roman „Kirschkernküssebei Carlsen Impress, „Vermissmeinnichtbei Carlsen BitterSweet und der irische Liebesroman „Nur wir zwei auf einer einsamen Inselbei Ullstein Forever. Und im Oktober 2015 durfte ich mein jüngstes und ein ganz besonderes Buch-Baby willkommen heißen: „Schneeflockensommer, meinen realistischen Jugendroman mit Märchenelementen.
Neues zu meiner schriftstellerischen Tätigkeit gibt es immer auf Facebook und meinem Blog. Leseproben findet ihr außerdem auf Wattpad!

Liebe Grüße von mir und meinen Feen :-)

Barbara Schinko


Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann sie außer auf den bereits von ihr genannten Seiten auch bei Lovelybooks und Amazon finden.




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