Donnerstag, 3. Dezember 2015

[REZENSION] Das Licht der letzten Tage - Emily St. John Mandel (by Nika)

Das Licht der letzten Tage - Emily St. John Mandel
PIPER, 2015
broschiert, 416 Seiten: 14,99 €
eBook  21,99€
Hörbuch, 11 Stunden 32 Minuten: 19,99 €
ISBN: 978-3492060226

Klappentext:
Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.



Meine Meinung:




„Das Licht der letzten Tage“ ist sicher keine typische Dystopie. Das liegt zum einen daran, dass sie nicht mehrere Jahrhunderte in der Zukunft spielt, sondern keine dreißig Jahre nachdem die georgische Grippe geschätzt 99 % der Menschheit hier und jetzt das Leben gekostet hat. Zudem erfahren wir in Rückblenden immer wieder, wie einige Menschen diese Tage um die weltweite Ausbreitung der Grippe erlebten. Zum anderen liegt es daran, dass „Das Licht der letzten Tage“ ein sehr ruhiges, ja fast schon leises Buch ist. Wer aufregende Kampfszenen, Revolutionen oder von Diktatoren geleitete Regime erwartet, ist hier falsch aufgehoben.

Die Welt in „Das Licht der letzten Tage“ ist noch so frisch, so jung nach dem Zusammenfall der Welt, wie wir sie kennen, dass sich keine landesweite Regierung in Nordamerika, sei es nun in Kanada oder den USA, oder ein Zusammenschluss von beidem, gegründet hat. Die Menschen leben als Gemeinschaften in Dörfer, Städten, Höfen oder ziehen – wie die Perspektivträgerin Kristin in Gruppen von einem Platz zum nächsten.

„Das Licht der letzten Tage“ beleuchtet die Leben von sehr verschiedenen Menschen vor, während und nach dem Ausbruch der Krankheit und doch sind ihre Leben miteinander verbunden. Jeder der Perspektivträger kannte den Schauspieler Arthur Leander, der auf der Bühne tot zusammenbrach, während um ihn herum langsam die uns bekannte Welt unterzugehen begann. Dieses menschliche Bindeglied zwischen den Perspektivträgern, die sich selbst über weite Strecken des Buches gar nicht kennen oder begegnen, taucht immer wieder auf. Auch seine Vergangenheit erfahren wir rückblickend und mit dieser Vergangenheit eng verbunden ist ein Comic, der sich ebenfalls stetig durch den Roman zieht.

Der Roman ist, wie gesagt, kein Buch für Actionfans, aber für alle, die einmal einen ganz neuen Ansatz für eine Dystopie versuchen und jenseits der bekannten Pfade wandeln wollen, ist „Das Licht der letzten Tage“ eine klare Leseempfehlung. Der einzige Wehmutstropfen ist, dass der Roman recht offen endet.


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