Sonntag, 17. Januar 2016

[INTERVIEW] Cruth über Helen B. Kraft


Helen B. Kraft

Cruth ist der Sohn und eigentliche Erbe von Crothar der Legende, dem Bestienkönig aus Scáthgard einer unwirtlichen und fremdartigen Welt. Weil Cruth keine Hoffnung hat, dass sein mithin unsterblicher Vater jemals abdankt, kommt er in die Welt der Menschen, um herauszufinden, wer die Portale zwischen den Welten geöffnet hat – und um endlich seine Ruhe zu haben.

1. Wir kennen Helen ja schon ein wenig durch unser Gespräch mit Shatan, Lilith und Emma. Würdest du sie auch so beschreiben? Oder siehst du Helen ganz anders?
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie Shatan und Lilith darauf kommen, dass Helen verdient, in die … wie nennt ihr es noch gleich … Hölle? … zu kommen. Mir gegenüber war sie sehr zuvorkommend. Sie hat mir geholfen, meine Beziehung zu meinem Vater ähm aufzuarbeiten. Ohne sie, wenn ich da mal so grundehrlich sein darf, wäre ich nie auf die Idee gekommen, mich gegen den Bestienkönig zu stellen. Mal ehrlich, Crothar trug nicht umsonst den Beinamen Legende. Aber Helen hat so eine Art an sich, wie soll ich sagen, sie kitzelt das Beste … oder Schlechteste, je nachdem wie man es sehen will, aus einem raus. Dabei bin ich eigentlich eine friedliebende Bestie. Konflikte meide ich, wo ich kann, aber wenn es kracht, dann eben richtig.

2. Verrate uns doch mal, was sich seit unserem Interview mit Emma bei Helen so getan hat. Gab es da etwas Neues, von dem wir unbedingt wissen sollten?
Helen hat in 2015 sämtliche von ihr aufgestellten Rekorde gebrochen, behauptet sie zumindest. Sie hat geschrieben wie eine Wahnsinnige und das meiste davon wird auch demnächst erscheinen bzw. ist bis zur Veröffentlichung des Interviews schon erschienen. Gerüchten zufolge sind auch weitere Legenden über meine Person darunter, aber wenn ich sie danach frage, schweigt sie beharrlich. Nur ihr Augenausdruck … der gefällt mir nicht. Nein, absolut nicht.

3. Wir plaudern hier ja so ganz gemütlich im stillen Kämmerlein, aber sag mal, wie verhält sich Helen denn außerhalb so? Ist sie nett zu ihren Lesern? Sucht sie das Scheinwerferlicht und strahlt in jede Kamera? Oder ist sie eher schüchtern und bekommt vor öffentlichen Auftritten Herzrasen und Schweißausbrüche?
Eines weiß ich sicher, Helen liebt ihre Leser. Neulich war sie vollkommen entsetzt darüber, als sich eine Leserin dafür bedankte, dass Helen ihr Aufmerksamkeit schenkt. Stundenlang hat Helen auf die Nachricht gestarrt und konnte es einfach nicht fassen, dass andere Autoren offenbar ihre Leser ignorieren – und sie sprach nicht von Bestsellerautoren. Sie nimmt sich gerne Zeit, um mit den Lesern über aktuelle oder laufende Projekte zu sprechen, das macht ihr Spaß, dann leuchtet sie von innen. Ansonsten tritt sie nicht unbedingt gerne in die Öffentlichkeit, sie tut es zwar, wenn sie muss, aber sie sagt dann immer, ihr "ginge der Arsch auf Grundeis". Unsereins würde eine gewähltere Ausdrucksweise nehmen, aber so ist Helen einfach. Wenn sie aus unseren Geschichten lesen soll, braucht sie vorher etwas zur Beruhigung, manchmal reicht gutes Zureden, manchmal muss es etwas Hochprozentiges sein.

Aha, das klingt ja spannend. Können wir uns davon auch selbst überzeugen? Wo kann man Helen denn demnächst mal live erleben?
Wenn alles gut geht, so sagt sie, wird sie wieder auf der Leipziger Buchmesse 2016 lesen. Aus dem Roman, der von mir handelt. Ob ich das so gut finde, weiß ich noch nicht, aber mir wurde von Shatan gesagt, dass sie das ganz ordentlich machen würde und man daher keine Angst zu haben bräuchte. Vom Inhalt dessen, was da gelesen wird, sprach er aber nicht, sondern nur von ihrer Vortragsstimme.

4. Wir wissen ja schon, was Helen so neben dem Schreiben treibt und wie sie beim Schreiben vorgeht. Aber wie ist es bei dir? Was tust du so den ganzen Tag, das dazu führte, dass Helen über dich schreiben musste?
*seufzt* Nicht ich war der eigentliche Grund, sondern mein Vater. Helen hat sich an Crothar die Legende gehängt, stolperte über meinen Namen und plötzlich stand sie da. Wie Barrique ist sie aufgetaucht, einfach aus dem Nichts. Oh, ihr kennt ja Barrique gar nicht, er ist ein teleportierender Kobold, aber mehr darf ich nicht verraten. Also zurück zum Thema. Warum ich so besonders sein soll, weiß ich auch nicht, ich bin ein ganz normaler Bestienmann. Naja, gut, ich renne nicht jedem Weiberrock hinterher, ziehe den Frieden dem Krieg vor und mag es insgesamt lieber etwas ruhiger, was nicht heißt, dass ich nicht austeilen kann oder werde, wenn es darauf ankommt. Ich verstehe sowieso nicht, was so schlimm an Familiengründung sein soll, aber die meisten Bestien haben es nicht damit, was wohl der Grund für Helens Interesse war.

5. Wenn du Helen mal etwas Gutes tun könntest, was wäre das?
Ich weiß, dass sie gerne den Silbertempel besichtigen und eine gewisse Bestie persönlich treffen möchte, wenn ich es könnte, würde ich es ihr ermöglichen.

6. Gibt es etwas, von dem du glaubst, sie sollte das unbedingt noch lernen? Einen Ort, den sie unbedingt einmal sehen sollte?
Sie verfügt über die meisten Eigenschaften, die ich gerne bei Bestien sähe: Geduld, Aufmerksamkeit, Zielstrebigkeit, Einfühlungsvermögen und eine Spur von Grausamkeit, von daher glaube ich nicht, dass es da noch viel gibt, was sie aus meiner Sicht lernen müsste, auf jeden Fall finde ich, sie sollte Scáthgard besuchen.

7. Der Film zum Roman! Na komm, lass uns ein wenig träumen (oder auch nicht). Wie sähe deine ideale Verfilmung deiner Geschichte aus? Wer müsste dich spielen? Wer sollte Regie führen? Dürfte Helen das Drehbuch schreiben und einen Cameoauftritt haben oder besser nicht? Wer macht die Filmmusik? Und – natürlich ganz wichtig: Wer begleitet Helen zur Oscarverleihung?
Leider habe ich absolut keine Ahnung, wovon du sprichst. Helen hat mir zuvor aber gesagt, was ich antworten soll, ich gebe das mal wieder und hoffe, nichts zu verwechseln. Sie meinte, ich sähe Jamie Dornan ähnlich, aber zum Glück habe ich keinerlei Ähnlichkeit mit einer gewissen Filmfigur – was auch immer sie damit meint. Sie behauptet auch die schottischen Highlands wären ein idealer Drehort, aber das Drehbuch schreiben soll gefälligst jemand anderes machen – sie hatte mit mir äh meinem Buch schon genug Arbeit. Mitspielen möchte sie nicht, weder als Cameo noch als sonstwas, sie hält sich nicht für besonders telegen, noch so ein Begriff, den ich nicht verstehe. Bei Filmmusik hofft sie auf Two Steps from Hell, wobei ich keine Ahnung habe, was diese Hölle jetzt schon wieder damit zu tun haben soll. Und für die Oscarverleihung nimmt sie natürlich ihren Mann mit, wobei sie das Wort "natürlich" sehr komisch betont hat – so ganz glaub ich das nicht.

8. Lass uns mal einen Blick in Helens Schlafzimmer werfen ... Was liegt auf dem Nachttisch? Welche Kollegen liest sie selbst gern?
Zunächst einmal, Helen hat keinen Nachttisch. Das Bett ist so breit, wie es einer Bestie angemessen ist und dann ist dafür kein Platz – aber ich glaube, das gehört nicht hierher. Jedenfalls liest sie immer noch sehr gerne die Romane von Jeffrey Deaver und einer gewissen Annika Dick, von der sie gerade wieder eins auf ihr Tablett gezogen hat … und ich dachte immer damit serviert man Getränke, aber bitte …

9. Bevor du uns wieder verlässt, kannst du uns noch schnell ein paar anstehende Neuigkeiten verraten? Wann können wir mehr von Helen lesen?
Oh, das gibt es schon wieder einiges. Nicht lange nach dem Buch über mich, hat sie über meine Tochter geschrieben, Schwarzstein und Königin. Der Titel gefällt mir, er hat Klang! Auch im Dezember ist der letzte Band der Reihe "Victorian Secrets – Verbotenes Vertrauen" erschienen und soweit ich weiß, stehen weitere Bände der Bestienr-Reihe für 2016 an. Aber genaueres muss sie euch selbst verraten.

10. Ein herzliches Dankeschön an Cruth für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchten wir auch diesesmal dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Cruth gesagt wurde.
Es ist überhaupt nicht wahr, dass ich "natürlich" besonders betont habe. Natürlich nehme ich meinen Mann mit zur Oscarverleihung!

Wer mehr über Helen B. Kraft erfahren wollt, besucht sie doch einmal auf ihrer Homepage oder ihrer Facebookfanseite. Die Reihe "Erbe der sieben Wüsten" erscheint im Machandel Verlag. Der zweite Teil "Schwarzstein und Königin" ist bereits erschienen.

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