Donnerstag, 11. Februar 2016

[REZENSION] Das Buch ohne Staben - Anonymus (by Key)

Das Buch ohne Staben, Anonymus
Bastei Lübbe, 2012
447 Seiten
Preis:  8,99 €
ISBN: 978-3-404-20640-7

Klappentext:
Auch ein Massenmörder muss an seine Rente denken. Erst recht nach 18 Jahren Gemetzel und einer höllischen Menge Bourbon. Und so kommt es, dass der berüchtigte Bourbon Kid seinen Job an den Nagel hängen will. Doch so einfach ist das nicht. Der Mönch Peto ist ihm auf den Fersen, denn Bourbon Kid hat alle Mitbrüder des Mönchs auf dem Gewissen. Außerdem trachten ihm diverse Zeitgenossen nach dem Leben: eine Reihe von Vampiren und Söldnern, eine Mumie, ein neuer Dunkler Lord – die Liste scheint endlos.
Rente hin oder her. Bourbon Kid hat die Nase voll und erstellt seine eigene Abschussliste. Und diesmal verschont er niemanden ...


Meine Meinung

"Gesprächsdauer 5:25"

Jetzt macht ihr erst mal in dieser Reihenfolge ein paar Dinge:
1. Da dies eine laufende Serie ist, sind Spoiler nicht verhandelbar, akzeptiert das bitte.
2. Ihr kennt Teil 1 schon und wisst nicht ob ihr weiter lesen sollt? Dann schaut ihr euch den Trailer an. (siehe Link)

3. So, jetzt seid ihr wieder drin? Dann vergesst den Klappentext da oben. Wer auch immer für den Murks verantwortlich ist, sollte sich schämen. 
4. Holt euch nen Bourbon. (Jack Daniels und Jim Beam sind auch in Ordnung.) 
5. Freut euch, es sind wohl schon weitere Bände angekündigt. (15 April 2016 - Drei Killer für ein Halleluja)
6. Freut euch noch mehr, es wird gemunkelt, Teil 1 könnte Filmrechttechnisch schon bei Hollywood liegen. Und gelabelt ist es auch: Bourbon Kid™
7. Nach der Rezi könnt ihr ja mal bei DeviantArt unter dem Stichwort: 'Bourbon Kid' Bilder wie das hier anschauen. FanArts sind cool!
8. Wenn ihr mal nicht wisst, wo ihr Urlaub machen sollt, vergesst es, Santa Mondega ist KEINE Option. Auch nicht zu Halloween! 
9. Ah ne Facebookseite hat der fragwürdige Autor übrigens auch.
10. Viel Spaß mit meiner Rezension. 





"9N86 Kryokammer Nr. 8447"

Gleich vorab entzaubere ich mal den ganzen Schmu. Bourbon Kid hat nicht vor in Rente zu gehen. Killer, Kopfgeldjäger, Söldner, korrupte Cops, Vampire und schon gar nicht korrupte Vampir-Cops und andere schießwütige Psychos gehen nicht in Rente und bekommen keine Absolution erteilt. Ist irgendwie klar, oder? Davon abgesehen, ja jemand benutzt das Buch des Todes, erstellt eine Liste und wessen Name da drauf steht erfreut sich nicht mehr lange der lebenden Gesundheit. Aber das macht doch alles nichts! Denn in Santa Mondega gibt es das so ziemlich größte Aufkommen von Untoten, vor allem Vampire und Werwölfe die in verschiedenen Clans durch die Stadt ziehen und sich in all den uns schon bekannten Bars samt Deckenventilatoren treffen. Dass da überhaupt noch jemand Normales lebt ist wirklich erstaunlich. Dass in diese Stadt Leute freiwillig fahren wollen um makabere Flitterwochen zu verbringen, ist an Dämlichkeit kaum zu überbieten.

Deswegen widmen die ersten Kapitel sich einer Rückblende von vor 18 Jahren. In denen ganz viele uns bekannte Jungs und Mädels auftauchen. Für mich war dabei das Highlight: Der Angriff der Vampire auf die Kirche zur Musik von Richard Strauss/ Odyssee im Weltall. Super inszeniert. Durch diesen Kniff schafft es der Autor mich wieder total mitzureißen. Und mein Herz an den kleinen Jungen: Casper zu verschenken. Wir erfahren ganz viel über die Personen die wir aus Teil 1 kennen. Es werden aber auch genauso viele neue Nebencharaktere hinzugefügt. Unter anderem ein Vampir namens Kione, ein Mädchen namens Beth und ein Junge namens Bull. Alle drei verschwinden dann aber erst einmal wieder in der Versenkung und die Handlung springt zurück in die Gegenwart. Ein Jahr nach dem Tapioca-Eklipse-Massaker.


"Ich brauch nen Kerl mit Eiern aus Stahl."
"Wo?"
"Santa Mondega."
"Fick dich!"

"Vampire infiltrieren."
"Fick dich, Arschloch!"  

Durchschnittlich wird hier auf jeder zweiten Seite geflucht, geschimpft und gemordet. Cromwell meint ja das liege an dem blauen Stein, der auch jetzt wieder im Fokus vieler Leute steht. Wer also schon dachte, im ersten Teil gehe es blutig zu, der wird im zweiten Band in Blut baden. - Leider. Denn mit Kot und Gehirnfetzen an der Wand, nebst Blut und was auch sonst noch, leiden nicht nur Handlung und Humor. Das Splattern überwiegt und ist nicht mehr so cool. Denn es überlagert dabei Charakterzüge die mir überhaupt nicht in den Kram passen. Es wird wieder ordentlich gemordet und Leser, die an Coulrophobie leiden, denen erweist der Bourbon Kid einen riesigen Gefallen. Allerdings wissen wir ja schon, dass der Kid 'nen feuchten Pferdekuss darauf gibt, was andere wollen. Er macht sein Ding, ausschließlich sein Ding und es gibt wahrscheinlich auf der ganzen Welt nur drei bis vier Menschen die Welpenschutz bei ihm genießen und verschont bleiben.

Deshalb befindet sich mein zweites Highlight im hinteren Eck des Buches. Als nämlich Peto und Dante zusammen mit Mr. raue Stimme: Bourbon Kid zwischen hunderten von Aschehäufchen jeder einen Bourbon trinken, während die Jukebox ‚Boys are back in Town‘ von Thin Lizzy schmettert - da die Band grad indisponiert ist. Überhaupt kredenzt der Autor diesmal weit weniger Filmanspielungen sondern vor allem Musik, was sehr gut ist. Hier können sogar Mumien Klavier spielen.
Die nächste geniale Szene befindet sich dann tatsächlich im letzten Kapitel erst wieder.
"Sehr, sehr tief in seinem Herzen"

Fazit


Nein, wir sind immer noch nicht in einer Romanze, weshalb mir das auch gar nicht gefiel. Gerockt haben stattdessen Dante und Kacy als Paar. Auch wenn dat Mädel schon mal mehr auf Zack war. Die Vögel schießt regelmäßig Sanchez ab, dessen Bar nach wie vor Hauptschauplatz bleibt, denn alles was dort passiert, scheint auf einer riesigen Achse der Möglichkeiten zu liegen, ich nenn es mal Fixpunkt. Der „dickhäutige Servierer dubioser Drinks“ bleibt das Herzstück der Serie, da stimmt mir sogar Rameses Gaius zu und hat nichts dagegen ihn mit seiner Tochter zu verheiraten. Allerdings hat die ihren eigenen Kopf. Und von Vanity mit den langen schwarzen Haaren, dem Kinnbart sowie den Augen die die Farbe von Gold über Schwarz zu Silber wechseln will ich unbedingt mehr lesen.

Im Allgemeinen aber habe ich folgende Kritikpunkte: Zu viele Namen. Zu wenig von dem charakteristischen Humor wie zB: "erfüllt von Untodesangst(...)". Nicht so hervorragend durchdacht und untereinander verbunden. Splatter ist in Ordnung, hier aber nicht mehr cool, da die Logik leidet. Das kann man erwarten, kann man aber auch geschickter inszenieren, wie "Das Buch ohne Namen" bewiesen hat.
Eines bleibt aber für mich fraglich: Werden wir weiterhin unseren Anti-Helden haben? Oder erleben wir gerade eine Verweichlichung?

Mein Urteil nutze ich um zu betteln: Bring' mir diesen Trick mit der Zigarette bei!
Euch anderen kann ich nur raten: "Werft einen Blick hinter euch."





 
Titel in der Serie
Das Buch ohne Namen
Das Buch ohne Staben
Das Buch ohne Gnade
Das Buch des Todes
Der rote Mohikaner
Der Psychokiller
Drei Killer für ein Halleluja
Sanchez - eine Weihnachtsgeschichte

Hinweis
Leserunde auf Lovelybooks zu Teil 3

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