Sonntag, 13. März 2016

[INTERVIEW] Steinmaul über Sarah König


Sarah König

Steinmaul, selbsternannter König der Wüste ist Antagonist im Roman »Flammengarde«, der am 17.03. im Machandel Verlag erscheint.
Steinmaul ist ein Steinriese. Sein graphitfarbenes Äußeres und seine imposante Größe unterscheiden ihn eindeutig von den weichen, blassen Menschen.
Einst lebte er in einem großen Volk. Die Niedertracht der wüstenstämmigen Felsformer hetzte die Steinriesen auf ihren Wanderungen durch die Steinwüste gegen die Neuankömmlinge auf: Die Menschen. Noch ist nicht genauer bekannt, wie die Felslinge es geschafft haben, die Steinriesen zu manipulieren – und auch ihre Gründe sind bisher unbekannt – sicher ist nur, dass kein Riese die Reise zu den Menschen überlebte. Außer Steinmaul.
Damals noch ein Kind schleppte er sich weiter zu dem Menschenreich, zu dem einzigen Ort, der Rettung versprach. Sie nahmen ihn auf, später ernannte der König ihn sogar zu seinem Berater. Bis er eines Tages gesteigertes Interesse an der Prinzessin offenbarte und sein Weg an der Seite der Menschen jäh ein Ende fand.
Dass er nun etwas über seine Erschafferin erzählen kann, gefällt ihm. Er mag es gern, wenn ihm jemand zuhört.

Wir bitten darum, nicht zu filmen oder zu fotografieren und alle Handys auszuschalten. Diese Wunder der modernen Technik könnten unseren heutigen Gast aus der Fassung bringen, und das wollen wir ja nicht. Also Steinmaul, dürfen wir dir eine Tasse Tee anbieten, bevor wir mit den Fragen beginnen?
„Nein, danke. Gegen einige trockene Kiesel hätte ich hingegen nichts einzuwenden.“

1. Stell uns Sarah König doch erst einmal kurz vor.
„Sarah lebt mit ihrem Freund und Nachwuchs im Kreis Steinfurt, in der größten Stadt an der Ems. Sie schreibt Kurzgeschichten und Romane im Genre Fantasy. Ihre Geschichten handeln von Freundschaft, Liebe und ein bisschen Abenteuer.“

2. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
„Früher hat sie ja wenigstens noch gearbeitet, aber seit kurzem ist Sarah eine Mutter, sie kümmert sich also zurzeit vorrangig um das kleine Ding in ihrem Leben. Ihr Schreiben, das immer viel zu kurz kommt, steht also nun hinter Windeln wechseln an. Und schlafen sobald sich die Gelegenheit bietet.“ [Bevor Gerüchte aufkommen: Ich hab noch ne Woche bis zum Termin, aber hoffentlich kommt die Kleine pünktlich, und dann wäre sie vor der Veröffentlichung da. :vibes:]

3. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
„Soweit ich weiß hat sie kein Vorbild. Das wäre ja auch noch schlimmer, wenn sie jemandem nacheifern wollte und deshalb so ist, wie sie ist – das würde ja bedeuten, da ist noch jemand wie sie. Lässt ihre armen Figuren leiden und gönnt sich nur wirklich einmal im Jahr Zeit, nur zu schreiben. Wenn sie nicht eine wahre Inspiration vor November überkommt müssen wir uns ganz schön anstrengen, dass sie uns als so wichtig wahrnimmt, dass sie uns diesen Schreibmonat einräumt.
Sie mag allerdings Christine Nöstlinger sehr gerne und sie sagt, dass sie die »Gretchen«-Reihe auf jeden Fall ihrer Tochter zu lesen geben wird, weil ihr selbst so viel von dieser Erzählung mitgegeben wurde.“

4. Gibt es besondere Gepflogenheiten, die Sarah beim Schreiben an den Tag legt? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
„Sie nimmt es sich oft vor, ganz diszipliniert will sie sein. Das klappt aber nicht. Gut, nicht immer. Oftmals braucht sie ein bisschen was zum Ausblenden, damit sie sich konzentrieren muss und das klappt dann. Sie trinkt gern Tee und etwas zu essen in Reichweite ist nie verkehrt. Egal ob Obst, etwas Süßes oder Eukalyptusbonbons. Ich kann es nicht nachvollziehen, aber sie kocht ab und zu Eier und gönnt sich diese als kleine Mahlzeit zwischendurch.“ Steinmaul schaudert.


5. Wie hast du sie kennengelernt?
„Sie hielt mich in einer Kurzgeschichte gefangen. Kann man sich das vorstellen? Mich, Steinmaul – König der Wüste.“ Steinmaul schüttelt den Kopf. Er scheint noch immer sehr gekränkt von diesem Vorgehen. „Rahel und Denaz standen in der Geschichte im Mittelpunkt, und ich sollte nur den bösen Gegner spielen, der eben einfach kurz auftauchte und sich damit zufriedengeben würde. Sie hat mich unterschätzt, ganz klar. Ich war nicht bereit, mich ihren engen Grenzen anzupassen. Ich wollte mehr.
Sie hat es versucht, die Kurzgeschichte an den Mann zu bringen, meine ich. Und ist grandios gescheitert. Heute ist sie glücklich darüber. Wirklich. Hätte sie aber vorher nie gedacht. Doch der November mit mir, also der NaNoWriMo 2012, das war sicher der beste ihres Lebens.“

6. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
„Es ist häufig so, dass sie von einer kurzen Erzählung zu einem Roman kommt, aber es muss nicht immer so sein. Doch ihr wurde schon gesagt, dass ihre Kurzgeschichten wirken, als bräuchten sie mehr Platz. Und vor allem während des Novembers 2012 haben ihr viele gesagt, dass sie es richtig gut finden, dass sie die Geschichte der »Flammengarde« zu einem Roman macht.“

7. Einmal ganz direkt gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Sarah so besonders?
„Na, das liegt ja wohl auf der Hand.“ Steinmaul verzieht das Gesicht. Bei einem Menschen würden sich die Augenbrauen heben. „Rahel und Denaz haben genug miteinander zu tun, können ja kaum die Finger voneinander lassen. Und ich bin auch viel interessanter. Außerdem bin ich in Wahrheit ja der tragische Held des Romans, die Menschen sind doch im Vergleich wirklich langweilig!“

8. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Sarah bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
„Sie ist ziemlich froh, dass die Veröffentlichung meines Romans jetzt über die Bühne geht, zu einem Augenblick, wo sie sich ganz auf ihre kleine Familie konzentrieren will. Ich weiß, dass sie Projekte abgeschlossen hat. Eines durchläuft zurzeit die erste Überarbeitung durch Sarah selbst und wird hoffentlich bis zum dritten Quartal Betalesern zugehen. Soweit ihr Plan.“ Steinmaul zuckt mit den kantigen Schultern. „Ein anderes Projekt hat sie gerade von einer guten Freundin zurückbekommen, die ein Fazit verfasste, das auf weitere, gründliche Überarbeitung plädiert. Ein weiterer Roman muss noch beendet werden … ich sagte ja bereits, das Schreiben kommt eigentlich immer zu kurz. Aber sie möchte gern auch in diesem Jahr den NaNoWriMo mitschreiben. Mal schauen, ob das klappt, wo doch dieses kleine Menschlein nun so viel der Aufmerksamkeit für sich beansprucht.
Ihr eigentliches Ziel aber ist, dass nach »Flammengarde« nicht Schluss ist – und dass mein Roman der Anfang einer durchgehenden Reihe von Veröffentlichungen wird, damit ihr Name nicht in Vergessenheit gerät.“ Steinmauls Blick wird nachsichtig. „Menschen und ihre Wünsche.“

9. Ein herzliches Dankeschön an Steinmaul für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Steinmaul gesagt wurde.
Sarah wirft Steinmaul einen abschätzigen Blick zu. „Richtigzustellen wäre allenfalls, dass der Steinschädel hier sich in die erste Reihe stellte und wie ein Naseweis mit den Fingern schnippte, kaum, dass es darum ging auszumachen, wer das Interview führt. Rahel und auch Denaz hätten sicherlich ebenfalls-“
Steinmaul unterbricht: „Das ist doch nun wirklich kleinlich, Prinzesschen.“
„Nenn mich nicht so!“ Sarah schnaubt. „Und jetzt ab, ich bin dran!“
Murrend tritt Steinmaul zurück, nicht jedoch, ohne der Lesekatze noch einmal verschmitzt zuzuzwinkern.
Sarah schnaubt und bläst sich eine Strähne aus der Stirn. „Ich möchte mich natürlich noch bedanken. Für eure Zeit und die eurer Leserinnen und Leser, die hoffentlich ein bisschen Spaß hatten.“ Sie lächelt. „Und vielleicht machen sie den ein oder anderen ja neugierig auf die Figur, die hier gesprochen hat!“


Wenn ihr mehr über die Autorin erfahren wollt, besucht sie einmal auf ihrem Blog, bei Facebook oder Twitter. Der Roman "Flammengarde" erscheint im Machandel Verlag.

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