Sonntag, 28. August 2016

[INTERVIEW] Daniel Lehmann über Sören Prescher


Sören Prescher

 Kennengelernt habe ich Daniel Lehmann Mitte der Neunziger, als er noch im kleinen Ort Berrow lebte. Über die Jahre hinweg haben wir uns nicht so häufig getroffen, aber trotzdem nie aus den Augen verloren. Inzwischen sind wir beide Mitte dreißig und noch immer dicke Kumpels. Er wohnt mit seiner Freundin Sabine im baden-württembergischen Ludwigsburg und arbeitet für ein großes deutsches Wirtschaftsunternehmen.
Nachdem er die Hauptrolle in meinem Roman „Raststopp“ spielt, habe ich ihn gefragt, ob er nicht ein paar Interviewfragen über den Thriller beantworten möchte. Anfangs zögerte er, willigte aber schließlich doch ein. So ist er eben: Ein geradliniger Typ, der sich von nichts und niemandem einschüchtern lässt.

1. Wir kennen Sören Prescher ja schon ein wenig durch unser Gespräch mit Robert Krauss, der ihn unter anderem die Frage klären ließ „Wer mordet schon in der Oberlausitz?“ Robert bezeichnete ihn als recht friedliebenden Burschen, der zudem ein leidenschaftlicher Musik- und Filmfan ist. Würdest du ihn auch so beschreiben? Oder siehst du Sören Prescher ganz anders?
Sören ist in der Tat ein friedliebender und ziemlich umgänglicher Bursche. Das mit seiner Leidenschaft für Musik und Filme stimmt tatsächlich. Du solltest mal seine CD- und DVD-Sammlung sehen, da bleibt dir die Spucke weg. Es braucht nur ein Stichwort zu seinen Lieblingskünstlern und sofort erzählt er dir alles darüber, wer wann mit wem warum was aufgenommen hat. In der Hinsicht ist er wie mein Freund Frank Müller aus Nürnberg oder mein Kollege Basti, mit dem ich das nervenaufreibende „Raststopp“-Abenteuer erlebt habe. Einfach unglaublich, mit was für Kleinigkeiten die sich beschäftigen. Sören ist eher der besonnene Typ, nicht so wie ich. Mir kann es meistens nicht schnell genug gehen.

2. Verrate uns doch mal, was sich seit unserem Interview mit Robert Krauss bei Sören Prescher so getan hat. Gab es da etwas Neues, von dem wir unbedingt wissen sollten?
Hmmh. … lass mich mal überlegen. Getan hat sich eigentlich nur was in Sachen Buchveröffentlichungen. Dieses und letztes Jahr war da ordentlich was los. Ein zweiteiliger Mysterythriller, ein Liebesroman, ein Klosterkrimi und ein Thriller sind erschienen. Dazu die eine oder andere Kurzgeschichte. Da frage ich mich schon, ob der Mann überhaupt jemals schläft.

3. Wir plaudern hier ja so ganz gemütlich im stillen Kämmerlein, aber sag mal, wie verhält sich Sören Prescher denn außerhalb so? Ist er nett zu seinen Lesern? Sucht er das Scheinwerferlicht und strahlt in jede Kamera? Oder ist er eher schüchtern und bekommt vor öffentlichen Auftritten Herzrasen und Schweißausbrüche?
Puh … du stellst Fragen. Er ist definitiv nett zu seinen Lesern, freut sich über alle Rezensionen und konstruktiven Kritiken. Wenn jemand etwas zu einer der Geschichten wissen will, ist er immer gern bereit, die Fragen zu beantworten. Dass er das Scheinwerferlicht sucht, kann man so direkt nicht sagen. Aber er scheut es auch nicht. Er freut sich über Interviews, gibt in Nürnberg gern mal Signierstunden und ist auch bei Lesungsanfragen nicht abgeneigt. Natürlich ist er vor öffentlichen Auftritten ein bisschen nervös. Als Nervenbündel würde ich ihn aber nicht bezeichnen.

Aha, das macht mich neugierig. Können wir uns davon auch selbst überzeugen? Wo kann man Sören Prescher denn demnächst mal live erleben?
Da fallen mir spontan drei Termine ein:

  1.  Sonntag, 25. September 2016, 15:00 Uhr im Nürnberger Kulturladen Ziegelstein (Ziegelsteinstraße 104, 90411 Nürnberg). Dort liest er aus unserem Thriller „Raststopp“.
  2.  Samstag, 1. Oktober 2016, 21 Uhr bei den Literaturtagen in Weinstadt. Hier stellt er zusammen mit seiner Co-Autorin Silke Porath im Keller des Weinguts im Hagenbüchle, Schnait den gemeinsamen Krimi „Klosterkeller“ vor.
  3.  Wie fast jedes Jahr dürfte er auch diesmal auf der BuCon in Dreieich anzutreffen sein. Am 22. Oktober am Stand der Agentur Ashera, um genau zu sein. Vielleicht liest er auf der BuCon auch aus einem seiner Bücher, aber das weiß ich nicht so genau.


4. Wir wissen ja schon, was Sören Prescher so neben dem Schreiben treibt und wie er beim Schreiben vorgeht. Aber wie ist es bei dir? Was tust du so den ganzen Tag, das dazu führte, dass Sören Prescher über dich schreiben musste?
Eigentlich bin ich ein ganz normaler Typ, wohne mit meiner Freundin Sabine in Ludwigsburg und arbeite als Außendienstmitarbeiter für ein größeres deutsches Unternehmen. Als ich allerdings mit meinem Kollegen Basti auf der Rückfahrt von einem Seminar auf einem Rastplatz nahe Bayreuth halten musste, kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall mit einem gesuchten Schwerverbrecher. Bevor ich mich versah, ging es in meinem Leben auf einmal drunter und drüber. Für einen Autor ist so was natürlich ein gefundenes Fressen.
Sören kenne ich übrigens seit über zwanzig Jahren. Damals habe ich ihm von meinem Heimatort Berrow erzählt, und was ich da mit meinen Freunden Michael und Frank erlebt habe. Aber das ist buchstäblich eine andere Geschichte und würde jetzt zu weit führen.

5. Wenn du Sören Prescher mal etwas Gutes tun könntest, was wäre das?
Ich glaube, über mehr Zeit würde er sich sehr freuen. 48 Stunden oder so, kämen ihm sehr gelegen. Aber ich befürchte, einen Großteil davon würde er dafür verwenden, um noch mehr zu schreiben. Er kann einfach nicht anders. Bei einem großen Batzen Geld würde er sicherlich auch nicht nein sagen, doch wer würde das schon?

6. Gibt es etwas, von dem du glaubst, er sollte das unbedingt noch lernen? Einen Ort, den er unbedingt einmal sehen sollte?
Reisen könnten für kommende Werke nicht verkehrt sein. Einmal nach Neuseeland, nach Skandinavien, Island oder Japan. Würde mich echt mal interessieren, in was für Geschichten er diese neuen Eindrücke verarbeiten würde.

7. Der Film zum Roman! Na komm, lass uns ein wenig träumen (oder auch nicht). Wie sähe deine ideale Verfilmung deiner Geschichte aus? Wer müsste dich spielen? Wer sollte Regie führen? Dürfte Sören Prescher das Drehbuch schreiben und einen Cameoauftritt haben oder besser nicht? Wer macht die Filmmusik? Und – natürlich ganz wichtig: Wer begleitet Sören Prescher zur Oscarverleihung?
Die ideale Verfilmung der „Raststopp“-Geschichte wäre natürlich eine möglichst originalgetreue. Dafür wäre es schon sinnvoll, wenn Sören am Drehbuch beteiligt wäre. Einen Cameo-Auftritt würde er auf jeden Fall haben wollen. Meine Rolle spielen könnte einer der Hemsworth-Brüder. Gerne auch Max Riemelt oder Daniel Wiemer, um mal zwei talentierte deutsche Darsteller zu nennen. Regie darf J.J. Abrams führen. Aber so begehrt, wie der Mann momentan ist, sehe ich da gewisse Terminschwierigkeiten. Was die Filmmusik betrifft: Das ist eher Sörens Baustelle. Der könnte dir bestimmt auf Anhieb ein halbes Dutzend begnadeter Komponisten nennen.
Wer ihn zur Oscarverleihung begleiten sollte, ist ja wohl klar: Ich natürlich. Na gut, seine Frau dürfte ebenfalls mit von der Partie sein.

8. Lass uns mal einen Blick in Sören Prescher Schlafzimmer werfen ... Was liegt auf dem Nachttisch? Welche Kollegen liest er selbst gern?
Neben seinem Nachttisch liegt immer ein ganzer Stapel ungelesener Bücher, von denen er sich eins nach dem anderen vornimmt. Momentan liest er „Der Mann, der niemals schlief“ von Simon X. Rost. Mir sagen weder der deutsche Autor noch der Titel etwas, aber Sören klang schwer begeistert davon. Danach stehen vermutlich mal wieder Andreas Eschbach, Stephen King und F. Paul Wilson auf dem Plan. Nicht zu vergessen, alte Bekannte wie Tobias Bachmann, Vincent Voss oder Tom Liehr. Die liest er ebenfalls gerne.

9. Bevor du uns wieder verlässt, kannst du uns noch schnell ein paar anstehende Neuigkeiten verraten? Wann können wir mehr von Sören Prescher lesen?
Dieser Tage erscheint im Rouven Finn Verlag die langersehnte Taschenbuchausgabe von „Marty 2“, im Oktober folgt die Anthologie „Fleisch 4“ (Eldur Verlag), zu der er eine Kurzgeschichte beigesteuert hat. Weiter geht es im Frühjahr 2017 mit einem düsteren Horrorthriller im Luzifer Verlag, auf den ich mich schon besonders freue. Und im Sommer 2017 kommt die gemeinsam mit der unübertrefflichen Silke Porath verfasste Kurzkrimi-Sammlung „Wer mordet schon in der Sächsischen Schweiz?“ heraus.

10. Ein herzliches Dankeschön an Daniel Lehmann für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchten wir auch dieses Mal dem Autor Sören Prescher selbst die Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Daniel Lehmann gesagt wurde.
Im Grunde genommen hat Daniel das alles tiptop gemacht. Auszusetzen oder hinzuzufügen wüsste ich spontan nichts. Ich danke ihm, dass er sich die Zeit genommen hat und euch für die Interview-Gelegenheit. Und natürlich all meinen treuen Lesern. Es ist schön, dass es euch gibt.


Der Roman „Raststopp“ ist im Bookshouse Verlag erschienen. Wer mehr über den Autor erfahren möchte, kann ihn auf seiner Homepage oder seiner Facebookfanseite besuchen.

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