Freitag, 7. Oktober 2016

[Rezension] Das Erbe der Macht, Andreas Suchanek (by Key)

Das Erbe der Macht - Band 1: Aurafeuer, Andreas Suchanek
Greenlight Press, 2016

Preis: 2,49€
EBook: 120 Seiten
ASIN: B01K5J6LEE

Die Welt, wie du sie kennst, ist eine Lüge!
Seit über einem Jahrhundert verbirgt der Wall die magische Gesellschaft vor Menschenaugen, garantiert Friede und Gleichheit zwischen Menschen und Magiern. Doch in den Schatten tobt ein Krieg um die Vorherrschaft.
Jenifer Danvers ist eine Lichtkämpferin. Als ihr Freund und Kampfgefährte stirbt, erwacht mit Alexander Kent ein neuer Erbe der Macht, der von ihr in die Welt der Magie eingeführt werden muss.
Keiner von beiden ahnt, dass das Gleichgewicht der Kräfte außer Kontrolle geraten ist. Das Böse holt zum großen Schlag aus, um den Wall endgültig zu zerschmettern.

Machtvolle Zauber, gefährliche Artefakte, uralte Katakomben und geheime Archive: Erlebe mit an, wie sich die Lichtkämpfer und der Rat des Lichts – Johanna von Orleans, Leonardo da Vinci, und weitere Größen der Menschheitsgeschichte – gegen die Macht des Bösen stellen.


Meine Meinung: 
"Das Schicksal antwortete."
Willkommen zur neuen Urban Fantasy Reihe aus den zweifellos glühenden Fingern des Autors Suchanek. Ich lese bisher seine noch laufende SF-Serie: Heliosphere. Doch auch hier, macht er sich ganz gut. Ihr habt den Einstiegszeitpunkt verpasst? Kein Problem, schon Ende diesen Monats gibt es den zweiten Teil. Bei der Kategorisierung: Urban Fantasy, denke ich immer an Folgendes: Unsere Welt, unsere Zeit und dann irgendein Schmankerl obendrauf, was es in Echt nicht gibt. Hier sind es Farben. Ja gut, nee Farben haben wir ja auch so. Also sagen wir: Farbmagie. Es geht so ein wenig um Auren und geheime Symbole (Sigil) die man nur selbst kennt und um Essenzen.

Eben eine solche grüne Magie überfällt den Protagonisten Alex auf dem Nachhauseweg, im nicht so beschaulichen Teil Londons. In seiner nächsten Szene ist der End Zwanziger dann hinter seiner Coolness und seinem Aufreißer-Gehabe versteckt und wird zum Ziel des Appetites eines Hutzelweibes. Wie auch immer diese nach England kam. Die ganze Eskapade fängt nun damit an, dass er erst mal fachmännisch magisch geblitzdingst wird. Pech für Alex, gut für die Leser, die ab da live mitverfolgen können, wie es ist zwischen lauter Lichtkämpfern aufzuwachen und seine 'neugeborenen' Schritte zu unternehmen. Allen voran das Kennenlernen der neuen Fähigkeiten, dem Bestimmen seiner eigenen Farbe; der Umgebung und natürlich der neuen 'Klassenkameraden'.
 

"Farben wurden zu Gerüchen,
Gerüche zu einer Tonfolge
.
"
Widmen wir uns mal bisschen den Bausteinen. Der Autor verfährt in der 'Er'Perspektive und in der Vergangenheitsform, nutzt Kapitelziffern sowie kurze Titel, wendet sogar einen Prolog, aber keinen Epilog an. Wir bewegen uns szenisch voran, mit Erinnerungen, außerdem wechseln wir die Perspektiven der einzelnen Teammitglieder, Gegenspieler und Ratsmitglieder. Das zusammen lässt sich hervorragend gut konsumieren als Leser. Ich persönlich hab' allerdings immer son bisschen zu kämpfen mit seiner Anwendung von Prologen. Aber wenn das nun wirklich das einzige Problem ist, was ich mit seiner Schreibe habe, fällt das nicht weiter ins Gewicht.

Für den ersten Teil haben wir allerdings wirklich viel geboten bekommen. Viele Charaktere, immerhin geht es um ein Team innerhalb einer ganzen Lichtkämpfer-Armee und dann ist da noch deren Hauptquartier: das Castillo, mit all jenen die noch dazugehören, von den Portalmagiern, über die Lehrkräfte, die Heiler, den China Imbiss Außenposten, bis hin zu anderen Teams die da auch noch rumlaufen dürften, für die aber kein Platz mehr ist. Gut, dass es ein Glossar gibt. Denn auch die Gegner wollen sich kurz zu Wort melden und dann sind da auch noch zahlreiche Nebenfiguren die die Hintergründe der Personen ein wenig anleuchten. Aber wirklich nur punktuell, denn dazwischen findet ja auch noch verdammt viel Handlung statt, wir können ja in der Pilotfolge nicht einfach nur dem Neuerweckten dabei zusehen, wie er sich heimisch einrichtet.


"Ich habe einen Plan, in einem Plan, in einem Plan."
Natürlich hat das Böse einen Plan, natürlich hat der Autor ebensolchen. Und wahrscheinlich wird man in Teil 12 (wahlweise einhundertsechundsechzig) mit der Hand vor die Stirn klatschen, weil das ja schon von Anfang an alles da war - äh gewesen sein wird. Noch aber, lässt einen der Teil mit viel Neuem zurück, dass man dankbar über Handys, Kaugummiblasen und Energydrinks ist, die man einwandfrei zuordnen kann.
Suchgloben, Onxy Quader, Magiewall, Kristallfeuer, Zaubersprüche, Essenzstäbe, Folianten, Artefakte und australische Traumzeitpfade treffen hier auf: Komplott, Rache, Mobbing, Slums, Dynastien, Selfies, Bier und Discos. Einstein, Da Vinci und wer weiß wer noch alles trifft auf alle möglichen Nimags jeder Couleur.


Praktische Anwendung der Magie bisher: Holz zu Nebel: vorteilhaft für Einbrecher, aber stellt euch vor, ihr hättet mal wieder euren Haustürschlüssel vergessen! Oder: Hast du kalten Kaffee? Muttu waam machen! Auch sehr schön die Kontaktsteine, zumindest solange bis dein Teammitglied auf einem Altar geopfert werden soll und du die Schmerzen auch fühlst.


Fazit: 
Was ich nicht mochte: "Boah Alter!" und Jen, eines der Teammitglieder, die ist so ne Zicke und so vorurteilsbeladen. Außerdem so ein bisschen mein abstruses Denken: Wenn eine magische Blase eine Ausnahme hat für den der drin steckt… muss es noch mehr Schlupflöcher geben. Das Nicht-Auskugeln eines Schultergelenkes. Die Zusammenarbeit des ganzen Licht-Vereins. Generell fehlt hier noch zu viel Information.
Was mir sehr gut gefallen hat: Ein gewisser: 'Schlund' mit vorbeifliegenden Räumen, den ich gern noch einmal sehen möchte. Die nebulöse Schattenfrau und ihre Tricks und ihr, ja, investigatives Beschreiben einer Situation. Die Worte: Nimag und Sigil. Das Achtgeben auf Emotionen, welche die Anwendung/ Beherrschung von Magie zu nicht ganz planmäßigen, eventuell katastrophalen Ausführungen kommen lassen können. Die Magie die weiter wandert und sich ihren Menschen selbst aussucht. Das Paar: Kevin und Max. Dass ich ein bisschen 'Werwolf' spielen kann.
 

Ich habe die Sorge das Potential ist noch nicht ganz ausgeschöpft. Will sagen: ich hatte beim Lesen das Gefühl, es ginge noch nen Zacken besser. Eben aus jener Krone würde ich ihn daher nur brechen, um zu sagen: Da ist noch Luft nach oben, was in diesem Fall positiv zu bewerten ist und mehr ein Ansporn sein soll. Ich mag die Ideen, bin gut eingestiegen und für die Kürze lässt es einen schon echt ge-suchanek-t zurück.
 
Unterm Strich: vermutlich Feinripp-Unterwäsche.



Titel in der Serie 'Das Erbe der Macht':
#1 Aurafeuer
#2 Essenzstab (Oktober 2016)

#3 ...

Kommentare:

  1. *lol* gute Zusammenfassung - stimme dir zu 95% zu, wobei die "nicht ausgekugelte Schulter" bei mir nicht ins Gewicht fiel. Und Jen finde ich gar nicht so voruteilsbeladen - mir wäre dieser arrogante Möchtegern-Womanizer und Blender Alex auch mächtig auf'n Zeiger gegangen :)

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    1. So unterschiedlich kann man die Chars empfinden^^

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  2. Huhu,
    mit dieser Rezensionen kann ich beruhigt anfangen zu lesen. Bei mir sind nämlich die ersten drei Teile eingezogen und du lässt mich hoffen, dass es wirklich gut wird.

    Lieben Gruß,
    Isbel

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