Sonntag, 25. Dezember 2016

[INTERVIEW] Alden über Marie H. Mittmann


Marie H. Mittmann

Mein Name ist Alden. Die Dark Fantasy Novelle „Das Erbe der Eule“, die vor Kurzem beim Armûn Verlag erschienen ist, ist meine Geschichte. Ich habe die Geflüster gejagt, die in die Köpfe der Menschen eindringen und ihnen tödliche Gedanken zuraunen, und ich habe nach einem Mädchen gesucht, das mir eines Tages im Nebel das Leben gerettet hat.
Sie fragen sich wahrscheinlich, warum ich aus dem Fenster schaue und mich nicht zu Ihnen umdrehe. Aber glauben Sie mir, Sie wollen die Antwort vielleicht gar nicht wissen. Und Sie können sich sicher sein, dass ich Ihnen zuhöre, auch wenn ich Sie nicht sehe.

1. Stell uns Marie H. Mittmann doch erst einmal kurz vor.
Sie schreibt Geschichten verschiedenster Art, von Dark Fantasy bis Romantik, und das eigentlich schon seit der Grundschule. 2012 erschien ihre erste Kurzgeschichte in einer Anthologie („Die Geister der vergangenen Welt“ in der Anthologie „Masken“ beim Art Skript Phantastik Verlag) und seitdem schreibt sie eigentlich immer an mindestens einem Projekt, meist schon mit drei weiteren im Hinterkopf.
Marie lässt sich schnell für Ideen begeistern, auch wenn sie ein wenig verrückt sind, und freut sich über die kleinen Abenteuer des Alltags. Deshalb überrascht es viele Leute auch erst einmal, dass sie gleichzeitig düstere Geschichten schreibt.

2. Was denkst du über Marie, wie findest du sie/ihn? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Wofür ich sie beneide? Dafür, dass es in ihrer Welt nicht solche Monster gibt wie hier in meiner. Und dafür, dass sie diese Welt noch sehen kann … denn auch wenn ich den ersten Schnee fallen hören und im Frühling die Apfelblüten riechen kann, würde ich doch fast alles dafür geben, diese Dinge noch einmal zu sehen.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
Marie liebt es, draußen unterwegs zu sein und zu reisen. Ein gutes Buch darf dabei natürlich nicht fehlen, aber auch einen Zeichenblock hat sie hin und wieder dabei. Außerdem macht sie Karate – das ist auch so etwas, das die meisten Menschen erst einmal überrascht – und ist eine echte Wasserratte. Aber wenn man ihr einfach ein Bild von einem süßen Kätzchen zeigt, lässt sie sich auch ziemlich schnell ablenken – was vor allem ihr Freund sehr gut beherrscht!

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Ein Autor, der Marie sehr früh beeindruckt hat, ist Kai Meyer. Seine Bücher zeigten ihr im Teenie-Alter, dass es wirklich spannende Fantasy aus Deutschland gibt. Ein richtiges Vorbild hat sie allerdings nicht, auch wenn sie zum Beispiel Patrick Rothfuss' Kingkiller Chronicles oder Lian Hearns Der Clan der Otori bewundert.

5. Gibt es Rituale, die Marie beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Ein festes Schreibritual hat Marie nicht, aber sie schreibt meistens abends – wobei sich der „Abend“ dann auch gerne bis Mitternacht oder später ausdehnen kann.


6. Wie hast du sie kennengelernt?
Marie hat mich ausfindig gemacht, nachdem sie zum ersten Mal von einem Mann hörte, der nur „die Eule“ genannt wurde. Wer diese Eule war, wusste sie bei unserer ersten Begegnung noch gar nicht so genau. Das war im Hinterhof eines halb verfallenen Klosters in York, England, bei einer Greifvogel-Flugshow. Denn die großen Eulen, die so leise jagen, dass sie sogar das Trippeln einer Maus unter einer hohen Schneedecke hören, haben sie seither nicht mehr losgelassen …

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Der Anfang einer Geschichte ist für Marie meist irgendein kleines Detail, das ihre Aufmerksamkeit erregt. So wie eben diese Information, dass Eulen genauso sehr mit den Ohren jagen wie mit den Augen. Darum herum fügen sich dann nach und nach die Puzzleteile der Handlung und der Charaktere zusammen.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Marie so besonders?
Ich denke, das kann Marie am besten selbst beantworten. Normalerweise würde ich ohnehin keine Interviews geben, denn es gibt auch so schon genug Gerüchte über mich und das, was passiert ist. Aber ich wollte ihr diesen Gefallen nicht abschlagen.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Marie bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Mehrere Kurzgeschichten – sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch – werden im Laufe des nächsten Jahres erscheinen. Dabei ist viel fantastisches, mal mehr und mal weniger düster. Und natürlich schreibt sie auch schon fleißig am nächsten größeren Projekt.

10. Ein herzliches Dankeschön an Alden für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Alden gesagt wurde.
Na gut, dann sollte ich jetzt wohl die Frage beantworten, warum Alden dieses Interview geben musste, obwohl er sonst ja eher schweigsam ist. Die Antwort ist einfach: Weil „Das Erbe der Eule“ und Alden für mich etwas ganz besonderes sind und bleiben werden.
Zum einen ist „Das Erbe der Eule“ meine Debüt-Novelle und zum anderen war es die emotional aufwühlendste Schreiberfahrung, die ich bisher hatte. Bei einigen Szenen bin ich wirklich im Zimmer auf und ab getigert und hab gedacht: Das kannst du doch nicht mit ihm machen! Wer die Geschichte kennt, wird wissen, welche Szenen ich meine … aber mehr kann ich dazu leider nicht sagen, um Spoiler zu vermeiden ;)
Außerdem möchte ich mich natürlich noch für dieses Interview bedanken. Sogar ich habe dabei noch ein paar neue Einblicke in Aldens Gedanken bekommen!
Also: Vielen Dank an Nika von den Lesekatzen und an Cat Lewis, die dieses Interview vorgeschlagen hat! 


"Das Erbe der Eule" ist im Amrûn Verlag erschienen. Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann sie auf ihrer Homepage besuchen.


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