Sonntag, 18. Dezember 2016

[INTERVIEW MEERKATZEN] Aqua Marine über Antje Ippensen



Aqua Marine ist eine rätselhafte Katze in der sog. „Stadtwelt“ – man nennt das prachtvolle Tier auch eine „Königin der Zeit“ – und sie steht in enger Beziehung zur Regentin dieser Welt, Belaza Cromoon. Beide bestehen so manche Bewährungsprobe in der Geschichte „Aqua Marine“ … und natürlich hat die selbständige, philosophierende Katze auch eine enge Beziehung zum Meer.
Das Schnurren Aqua Marines: dunkel glitzernde Töne waren es, harmonisch aneinandergereiht … Belaza schmeckte den Schnurrgesang wie flüssiges zartsüßes Gold, und sein knisterndes Aroma übertrug sich kraftspendend auf alle ihre Sinne.
Auszug aus „Meerkatzen“
Die hochentwickelte Katze hält sehr viel davon, den „Spieß umzudrehen“, es kommt ihrem Bedürfnis, mit den Menschen auf Augenhöhe zu sein, sehr entgegen.

1. Stell uns Antje Ippensen doch erst einmal kurz vor. Gibt sie dir genug zu essen? Lässt sie dich regelmäßig nach draußen?
Antje Ippensen ist Literatin mit Leib und Seele. Sie sieht sich als Weltenüberbrückerin zwischen ernster und unterhaltsamer Literatur, und das Schreiben rettet ihr das Leben. Ständig. Sie füttert mich mit Phantasien: mit Bildern, Worten und Ideen, und ich gedeihe prächtig dadurch. Und sie respektiert meine Freiheit. Ich glaube, sie glaubt bis heute nicht daran, dass ich ihr zugelaufen bin. Ich denke, sie ist davon überzeugt, dass ich sie gefunden habe.

2. Was denkst du über Antje Ippensen, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Sie ist leidenschaftlich beim Schreiben und empathisch, das schätze ich sehr. Aber sie neigt dazu, sich zu verzetteln und tausend Projekte gleichzeitig stemmen zu wollen. Da bleibt mir schon mal vor Schreck das Schnurren im Hals stecken! Immer eine Maus nach der anderen fangen, sag ich immer.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
… ähm? – Also, lustigerweise hat sie ja einen Hund, mit dem sie Gassi geht. Dabei denkt sie aber fast immer an ihre Geschichten, hat sie mir glaubhaft versichert. Der Hund hasst übrigens Katzen: keine Ahnung, wieso. An die blöde Story von der Erbfeindschaft zwischen Hund und Katz glaube ich nämlich nicht.
Ansonsten schreibt sie eigentlich permanent, so dass die Frage irgendwie sinnlos ist. Wenn sie nicht physisch schreibt, also am Laptop oder mit der Hand, dann im Kopf. Die Literatur ist wie einer dieser Parasiten bei Star Trek, bei den Trill. Sie besetzt dich und füllt dich ganz aus. So hat sie es mir erzählt. Ich hoffe, ich habe das richtig verstanden. Schließlich bin ich nur eine schlichte Katze.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Im Leben sehr eindeutig ihre Freundin Louise von Stein, mit der sie zusammenlebt. Im Schreiben: Da gibt es eine Menge Autorinnen und Autoren, die Antje beeindrucken und begeistern. Um eine hervorzuheben: Myra Çakan, die Science Fiction schreibt und dem Cyberpunk in Deutschland Leben einhauchte.

5. Gibt es Rituale, die Antje Ippensen beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu essen, das in Reichweite stehen muss?
Ingwertee. Sie trinkt, während sie schreibt, Mengen und Mengen davon, bäh. Das ist das, was ich beobachten konnte und ich kann dem so gar nichts abgewinnen.


6. Wie hast du sie kennengelernt?
Im Ideenraum Nummer 847. Da materialisierte ich plötzlich. Nein, Scherz … also das Buch heißt ja „Meerkatzen“, und in der Tat traf ich Antje Ippensen zum ersten Mal vor vielen Jahren an der südlichen Atlantikküste, in Portugal, es war wild, aber herrliches Wetter, blauer Himmel, sehr, sehr warm: Empfindliche Menschenohren verbrutzelten geradezu in der Sonnenglut. Aber ich glaube, Antje erinnert sich nicht mehr an unsere erste Begegnung. Es ist alles sehr geheimnisvoll.

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Dazu kann ich in der Tat recht wenig sagen. Ich vermute aber, aufgrund meiner genauen Beobachtungen, die ich in Bezug auf meine Schöpferin gemacht habe, dass es bei jeder Geschichte und jeder Figur anders ist.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Antje Ippensen so besonders?
Ohne Zweifel bin ich – genau wie Charly, der Detektivkater aus dem Katzenkrimi „Das Gefieder der Wahrheit“ eine Art Wiedergänger/Hommage-Katze an ihren 2010 verstorbenen Ragdollkater „Harly“, der auch etwas Besonderes war.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Antje Ippensen bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Oh, sie schreibt gerade an vielen Projekten, wie immer, u.a. an ihrem Fantasy-Sechsteiler „Riyala – Tochter der Edelsteinwelt“, Band 5+6 und sie ist auch in der Planung zu einer Fortsetzung der Katzenkrimireihe um Charly. „Als der Flüsterer schrie“, es geht darin um einen Katzenflüsterer, der telepathisch mit Tieren kommuniziert. – Es gibt laufend was Neues. Auch hat sie gerade erfolgreich „Die Lange Nacht des Schwarzen Humors“ hinter sich gebracht, eine literarische Horrorparty in ihrem Atelier Redensart, dort finden immer mal wieder kulturelle Events statt, die sie zusammen mit Louise von Stein organisiert.

10. Ein herzliches Dankeschön an Aqua Marine für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Aqua Marine gesagt wurde.
Nur eine Kleinigkeit: Also, meine Hündin Una war früher eine Straßenhündin in Rumänien. Und ich nehme mal stark an, dass sie Straßenkatzen als Nahrungskonkurrenten wahrgenommen hat und sie deshalb hasste – verständlicherweise. Mit im Hause lebenden Katzen käme Una, glaube ich, klar, zumal sie eine hochintelligente Hündin ist. Sie hat fast etwas Katzenhaftes, ist auch überaus stolz und eigenständig. Sowie mein Ragdollkater Harly, witzigerweise, etwas Hundeartiges an sich hat. Man sagt ja auch, Ragdolls seien die Hund unter den Katzen. – Ja, und deshalb werde ich Una auch als Charakter in der Fortsetzung der Tierkrimis vorkommen lassen … darauf freue ich mich schon sehr!



Aqua Marine ist die Heldin der gleichnamigen Geschichte. Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann sie auf einer ihrer beiden Facebookseiten oder ihrer Homepage besuchen.




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