Montag, 12. Dezember 2016

[INTERVIEW MEERKATZEN] Carlos über Tanja Bern



Tanja Bern

Ihr wollt also wissen, wer ich bin? Das Wichtigste: Ich bin eine Katze. Ein echter Spanier um genau zu sein. Tanja hat meine Geschichte schon vor vielen Jahren geschrieben, wir kennen uns also schon sehr lange. Mein Name ist Carlos und man sagt mir ein weiches Herz nach. Das ist aber wirklich nur ein Gerücht. Aber das könnt ihr ja in dem Buch „Meerkatzen“ selber lesen.

1. Stell uns Tanja doch erst einmal kurz vor. Gibt sie dir genug zu essen? Lässt sie dich regelmäßig nach draußen?
Also diese Art Fragen darfst du Tanja aber nicht direkt stellen. Sie ist eine waschechte Katzenmama, da wäre sie echt beleidigt, glaube ich. Sie hat für uns Tiere ein feines Gespür. Das hat zur Folge, dass ständig irgendwer mit Fell auftaucht und um ihre Hilfe bettelt. Am liebsten sitzt sie vor diesem Kasten und tippt wie wild auf ihrer Tastatur herum. Sammy, ihr anderer Kater, und ich haben es uns zur Aufgabe gemacht, sie so oft es geht davon abzulenken. Ich sitze dann am liebsten direkt vor dem Bildschirm und Sammy belagert den Schreibtisch. Die Tastatur muss dann natürlich weg. Wir dürfen eigentlich raus, wann immer wir wollen. Beim Futter kann man auch nicht meckern. Nur Jenny, unsere Katzenoma, ist immer ein bisschen mäkelig. Ich lebe ja eigentlich auf Ibiza. Tanja wohnt in einem Städtchen namens Gelsenkirchen. Ich als Buchkatze kann da natürlich hin und her springen. Meine sonnige Insel mag ich aber lieber. Tanja verkriecht sich da eher im Schatten, zu viel Sonne verträgt sie nicht, obwohl sie schönes Wetter liebt. Ich glaube, sie zieht es eher in die Länder, die weiter im Norden sind.

2. Was denkst du über Tanja, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Ich finde es toll, dass sie ins Tierheim geht und sich auch dort um die Katzen kümmert. Sie kuschelt und spielt dann mit ihnen. Manchmal sind die aber noch so scheu, da muss sie dann viel Geduld haben. Was mich manchmal nervt, ist ihre Sorge, wenn wir Katzen draußen rumstreunen. Sammy kommt dem entgegen und quäkt zwanzig Mal am Tag vor der Tür, um ihr zu sagen, dass er noch da ist. Aber ich bin ein Freigeist. Ich muss jagen. Rumstreunern und auf Ibiza auf meine Schwester aufpassen. Da bin ich dann eben mal länger weg. Aber ich kann sie verstehen. 2012 ist unser Freund Pfoti spurlos verschwunden. Sie hat ihn monatelang gesucht, aber er ist fort … Aber beneiden? Ich bitte dich! Ich bin eine Katze! Wie könnte ich denn einen Menschen beneiden? Wir haben es doch viel besser als ihr, sind intelligenter, hübscher, mutiger und vor allem flauschiger.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
Sie liest total gern, macht ganz oft diese Verrenkungen, die man Yoga nennt, und sie reitet auf Star. Das muss ein total liebes und manchmal freches Pferd sein, sie schwärmt ganz schön von ihm. Ansonsten geht sie am Wochenende auch viel Fahrradfahren. Na, da lieg ich lieber genüsslich in der Sonne. Sie guckt aber auch gerne so Serien im Fernseher. Da kann ich dann immer auf ihrem Schoß liegen und gekuschelt werden.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Ich wüsste nicht. Sie ist von ganz unterschiedlichen Dingen inspiriert und nimmt als Vorbild eher eine Einstellung oder die Handlung eines Einzelnen.

5. Gibt es Rituale, die Tanja beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Auf jeden Fall trinkt sie ganz schön viel Kaffee oder diese Energydrinks. Aber wenn man den halben Tag auf diesen Bildschirm starrt, würde ich auch müde werden. Außerdem liebt sie zurzeit so englische Pfefferminzbonbons. Da habe ich den Verdacht, sie ist süchtig danach. Musik hört sie total gerne, aber manchmal braucht sie zum Schreiben auch diese Stille, von der du sprichst. Das ist ganz unterschiedlich. Sammy und ich lieben Tanjas Musikgeschmack, da kann man gut bei schlafen. Und wenn dann noch unser Wasserbrunnen läuft (der brummt so schön), dann hat man als Katze eine echte Tiefenentspannung.
[Carlos grinst und zeigt sein Raubtiergebiss.]

6. Wie hast du sie kennengelernt?
Sie ging damals im Wald spazieren und dachte an ihren verstorbenen Kater Tommy, den sie damals mit der Flasche aufgezogen hat. Ihr ging die Frage durch den Kopf, ob Tiere zwischen einem Beutetier und einem Jäger einen Unterschied machten. Ob sie die Ähnlichkeit spürten. Ich kam dann quasi wie ein Kastenteufel hervorgesprungen und klärte sie auf. Sie mochte mich auf Anhieb, schrieb drei Variationen meiner Geschichte. Seitdem begleite ich sie.

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen?
Ich glaube, das ist jedes Mal anders. Jeder taucht auf unterschiedliche Weise und an einem anderen Ort auf.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Tanja so besonders?
Wie ich schon sagte: Ich bin eine Katze, beziehungsweise natürlich ein Kater! Das macht mich ja wohl an sich schon besonders. Natürlich hättest du auch mit Maro sprechen können, aber der ist eine feige Nuss und hätte sich unterm Sofa versteckt. Und meine Schwester Carla wäre dir auf den Schoß gesprungen und eingeschlafen. Sie liebt es, Menschen als Sofa zu nutzen. An Gesprächen hat sie aber nicht so das Interesse. Außerdem bin ich der Hauptcharakter in „Carlos‘ Katzenherz“. J

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Tanja bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Es sind ja in den letzten Wochen schon mehrere Bücher herausgekommen. Seit dem Frühjahr kann man das Buch mit Robin und Esther lesen. Die haben leider einen blöden Hund, der aussieht wie ein Wolf. Den mag ich gar nicht, obwohl er mich nicht jagt. Ich glaube, er hat Respekt vor Katzen. Dann haben Darvin und Sybil ihre Geschichte mit diesem Blutdingens erzählt. Ach, Ben kam auch extra aus Irland, weil es den dritten Teil von ihm und Hanna nun zu kaufen gibt. Aber jetzt frag mich nicht nach den Titeln, die kenne ich nicht. Bücher lese ich nicht, ich lieg nur drauf. Da muss Tanja euch schon selbst aufklären.

10. Ein herzliches Dankeschön an Carlos für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Carlos gesagt wurde.
Ich denke, ich muss jetzt wohl mit den Buchtiteln herausrücken. Robin und Esther gehören nach Dänemark und erzählen ihre Geschichte in dem Buch „Am weißen Strand“. Darvin und Sybil sind in „Der Blutsaphir“ zu finden. Dies ist der zweite Teil meine Fluchjuwel-Dilogie. Ben und Hanna findet ihr auf der grünen Insel in Kerry. Von „Distant Shore“ gibt es, wie Carlos schon sagte, nun den dritten Teil und auch einen Sammelband, wo alle drei Kurzromane enthalten sind. Dieses Jahr kommen auch noch mehr Veröffentlichungen. Es lohnt sich, meine Facebook-Seite „Tanja Bern – Bücherwelt“ oder meine Webseite www.tanja-bern.de zu verfolgen. Übrigens bin ich auch für die Twitterer da. In dem Link findet ihr eigentlich alles, was ihr braucht.


Der Kater Carlos kommt in der Geschichte "Carlos Katzenherz" vor. Auf LITERRA könnt ihr hier schon einmal in diese Geschichte reinschnuppern.

Wenn ihr mehr über die Autorin erfahren möchtet, besucht doch einmal ihre Homepage, ihre Facebookfanseite, Twitter, Instagram, ihren Blog und Google+ .


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