Freitag, 23. Dezember 2016

[INTERVIEW MEERKATZEN] Kater über Uschi Zietsch



Miiiaauuuu. Ich bin Kater. Ich lebe am Hafen am Meer. Schon solange ich zurückdenken kann. Der Platz war nicht immer derselbe, aber das Meer war immer da. Ich bin ziemlich alt, mein graugetigertes Fell ist struppig, mein Schwanz hat einen Knick, ein Hinterbein ist krumm. Meine Ohren sind kaum mehr zu sehen. Iim Verlauf der vielen Kämpfe, die ich in meinem Leben geführt habe, sind sie immer kürzer geworden. Und ich war ein großer Kämpfer, oja, um Beute und Weibchen und ums Revier. Ich hab vor nix Angst gehabt. Und ein hübsches Kerlchen war ich auch. Damals.
Inzwischen bin ich der Älteste am ganzen Hafen und eine Legende. Auf mich hören alle. Hätte nicht gedacht, dass ich auf meine alten Tage noch so eine krasse Geschichte erlebe. Die könnt ihr sogar nachlesen, sie heißt „Die alte Katze und das Meer“ und ist Teil einer Sammlung mit dem Titel „Meerkatzen“.

1. Stell uns Uschi Zietsch doch erst einmal kurz vor. Gibt sie dir genug zu essen? Lässt sie dich regelmäßig nach draußen?
Mrrrr. Ich hab sie voll im Griff. Ich komme und gehe, wie es mir beliebt, und wenn ich mehr Futter will, dann sage ich ihr das, und ich bekomme Nachschlag. In meinem Alter muss man ja darauf achten, dass man nicht vom Fleisch fällt. Eine Katzenklappe gibt es nicht, aber als Türöffner funktioniert sie ausgezeichnet. Mein Klo, wenn ich es denn mal drin benutze, macht sie auch immer schön sauber.

2. Was denkst du über Uschi Zietsch, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Wir teilen viele gemeinsame Leidenschaften. Das Meer. Faul herumliegen, nicht in der prallen Sonne, sondern im Blätterschatten eines Baumes. Sie krault mich, ich schnurre. Wir lieben gutes Essen und Gemütlichkeit. Und wenn es uns überkommt, dann toben wir auch schon mal herum. Aber natürlich nicht zu viel und nicht zu lange, zu anstrengend darf es nicht werden.
Ich beneide sie darum, dass sie den Kühlschrank aufmachen kann. Und nicht leiden kann ich es, wenn sie mir eine Wurmkur oder so was verpassen will. Und wenn sie mich schimpft, wenn ich einen Vogel bringe, oder eine Spitzmaus. Ich soll normale Mäuse und Ratten und Wühlmäuse jagen, sagt sie. Pffff. Kann mich mal. Maunz.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
Dasselbe wie ich. Essen, trinken, faul herumliegen. Den Rest kriege ich nicht mit, weil es mich a) nicht interessiert und ich b) dann meistens schlafe. Allerdings stinkt es bei uns nach Pferd. Da wird sie wohl was mit denen machen. Und manchmal stinkt sie auch am späten Abend, wenn sie heimkommt. Ich weiß nicht, ob sie kämpft oder jagt, aber jedenfalls springt sie da viel herum, so wie sie schwitzt.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Na, mich natürlich, wen sonst? Ich kann mir beim besten Willen nichts anderes vorstellen.


5. Gibt es Rituale, die Uschi Zietsch beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Ja, Musik hört sie schon ab und zu, aber welche, weiß ich nicht, da sie immer Kopfhörer aufhat. Und wenn sie ab und zu mitsingt, klingt das schlimmer als meine Katzenmusik. Ist wohl eher fetzig, so wie sie dazu im Sessel herumhopst und wackelt. Meistens aber ist sie recht still. Bin nicht sicher, ob sie nicht genau wie ich manchmal mit offenen Augen schläft. Zu essen braucht sie meistens getrocknete ungeschwefelte Aprikosen. Als Ersatz, sagt sie, für Nugat und Gummibärchen. Weil das Gehirn Nahrung braucht. Hä? Also ich liebe ja Gehirn, und es ist Nahrung für mich. Andersrum versteh ich das nicht, sorry.

6. Wie hast du sie kennengelernt?
Na, wie schon – am Meer!

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen?
Das Kennenlernen? Das ist immer anders, was ich so von den anderen gehört habe. Da hat jeder seine Geschichten dazu, ich kann dir sagen! Aber Katzen sind verschwiegen. Von mir erfährst du nichts. Maoo.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Uschi Zietsch so besonders?
Typisch Mensch, diese dumme, dumme Frage. Da sträuben sich mir die Schnurrhaare. ICH BIN EINE KATZE! Klaro?

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Uschi Zietsch bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Es gibt immer was neues zu lesen. Sie hat da was aus der Zeit vor mir neu herausgebracht, irgendwie ein Geburtstag oder so. Und aktuell hat sie einiges für so eine Serie geschrieben, die irgendwas mit „Neo“ zu tun hat, den Rest kann ich mir nicht merken. Und noch so diverses anderes. Was weiß denn ich, guck halt nach. Gääääääääääääääääähn. War’s das? Mir ist langweilig. Ich geh jetzt raus und putze mich erst mal. Oh, da vorn flattert ein Vo...

10. Ein herzliches Dankeschön an Kater für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Kater gesagt wurde.
Bist du verrückt? Der hat Krallen und Zähne!!


Kater kommt in der Geschichte "Die alte Katze und das Meer" vor. Hier könnt ihr auf LITERRA schon einmal in seine Geschichte reinschnuppern. Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann sie auf ihrer Homepage, ihrer Facebookfanseite oder ihrem Blog besuchen. Oder ihr stattet dem Träumenden Universum einen Besuch ab.

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