Montag, 3. April 2017

[Review] LBM 2017


Mochi mit Namen: "Iribaş"

Nika und Key waren auf der LBM 2017.

Ankunft Mittwoch Nachmittag/ Abend:
Schlafplatz beziehen und einkaufen fahren, dank eines sehr netten Busfahrers. Sinnlos durch die Gänge eines Supermarktes streifen und sich dabei fragen, auf was man die nächsten Tage wohl Hunger haben könnte.
Nika vergisst die lebenswichtige Schokolade.
Key vergisst sich Brötchen für ihr Frühstück mitzunehmen.

Donnerstagmorgen:
Oh nein, jetzt muss die arme Key notgedrungen beim Starbucks Kaffee und Muffin frühstücken!
Ab in die Tram zum Messegelände. Nun werden die beiden Lesekatzen auch gleich mal getrennt. Während Nika irgendwo festhängt im Mittelgang, hat Key etwas mehr Freiheit und viel Spaß mit den Umstehenden. Man erklärt orts- und kulturfremden: Eine Messe ist kein Flohmarkt.

Donnerstagmittag:
Im Gepäck der beiden Lesekatzen befinden sich Nikas "Lesekatzen-Buchbox-Goodie-Taschen". Die Stoffbeutel sind ihr Geld wert, über den gesamten Zeitraum des Messeaufenthalts leisten sie wertvolle Tragedienste.
Nachdem erst einmal die Lage der Hallen gecheckt wurde, stellen wir fest: "Alles ist anders". Die Atmosphäre wirkt noch sehr beschlagen, uneuphorisch. Man findet in der übergeordneten Ordnung nicht alles auf Anhieb. Der Fantasybereich ist versteckt im Winkel. Überall wirken leere Ausstellerflächen wie kahle Stellen in der Haarpracht.
Der "Manga Comic Halle" fehlt ein Bindestrich. Wie die Comic Con ist diese Halle zum Merchandise-Flohmarkt verkommen. Im Stillen bittet Key den Mitfahrgast vom Morgen um Entschuldigung. Hätte sie das gewusst, hätte sie ihm "Messe" anders erklärt.
Noch ist es überall leer, wir finden die Zeit auf ein Glas Sekt hier, Gespräche dort. Vor allem aber Umarmungen und Vorstellungen - freudiges Wiedersehen und fröhliche Bekanntschaften.

Gab es auch in Grün.

Donnerstagabend:
Nach kurzer Überlegung wird in das große, goldene M eingekehrt. Verzehrt aber zu Hause, geplant ist es, sich direkt in die Couch Potatoe Position zu begeben und die Beine hochzulegen, die Füße müssen schließlich noch 2 Tage durchhalten.
Immerhin: Key hat sich an ihren Vorsatz gehalten und noch NICHTS gekauft!
Erstes Resumee fällt nüchtern aus. Es gibt keine Umhängehüllen für die Eintrittskarten mit Namen mehr, was unvorteilhaft ist. Weiter bietet die Hauptseite der Messe einen absolut unbrauchbaren Überblick über die Veranstaltungen, Lesungen und Aussteller. Unterm Strich verlässt man sich lieber darauf, schnell noch über andere Social Media Plattformen gezielt Autoren, Blogger und andere Bekannte anzusprechen, um sich zu verabreden. Sonst ist die Chance eher gering sich zu finden.

Freitagmorgen:
Tram ist deutlich voller. Wir fachsimpeln darüber, ob dem - einsam und verlassen auf weiter Tram Station am Hauptbahnhof seinen Dienst verrichtenden - Angestellten "Go Go Gadgett-o Arme" helfen würden, um die Messe-Masse davon abzuhalten auf die Schienen zu treten. Diesmal werden wir nicht getrennt, es wird jedoch Sardinen eng, so dass keiner Gefahr läuft umzufallen. Man sitzt den Sitzenden bald schon auf dem Schoß da fängt der Spaß auch schon an.
Die eine Dame fasst der anderen versehentlich an die Brust; kleine Menschen gehen fast unter; große schnappen in den höheren Spähren nach dem bisschen frischerer Luft. Dann steigt noch jemand hinzu: "Ich bin Optimist!"- Lassen Sie mich durch!
Über jede Türöffnung freut man sich, dieser Lufthauch, der die Lungen überredet noch durchzuhalten, nicht zu kollabieren.
Schließlich hat das Miteinander einen angenehmen Höhepunkt kurz vor dem Aussteigen erreicht und unhöflich wie wir sind, nutzen wir den Moment, in dem niemand vor uns flüchten kann und wir mit allen, an denen wir uns seit einer halben Stunde reiben per Du sind, um ein paar Flyer zu verteilen.
Das kann man auch wirklich nur machen, wenn die Stimmung so heiter ist.

Freitagmittag:
Wir schieben uns doch mal durch in die "Cosplay" Abteilung. Zu dem Zweck, die Zeichnerstände aufzusuchen. Wir haben ein kleines Hüngerchen, da kommt uns ein Tisch mit Losen gerade Recht, der selbst auf eine Niete noch einen japanischen (nach Pizza schmeckenden) Snack ausgibt.
Feststellung: Amigurumi-Tierchen scheinen der Renner zu sein. Ja, es gibt sogar so Verrückte, die eine ganze Kiste Poké-Bälle da stehen haben.
Dann trollen wir uns wieder Richtung Leseinsel. Leisten Verlagen Gesellschaft, plauschen, lauschen, lachen viel.
Und dann doch! Wir kaufen. Wollten dies erst gen Abend tun, um nicht den ganzen Tag zu schleppen. Ewig jedoch wehren wir uns nicht. Während Nika, die Liebe, ihre Familie mit Mitbringseln bedenkt, freut sich Key über "den kleinen Maulwurf" und wird schon bald von der "kleinen Meerjungfrau" in mehrfacher Ausführung gefühlt verfolgt.
"Ahoi"

Freitagabend:
Annika Dicks und Helen B. Krafts Autoren "Meet, Greet & Eat" steht an. Wir kehren dazu in den 'bayrischen Bahnhof' ein und genießen einen wundeschönen Abend mit gutem Essen und der Frage, ob man Bailys auf Cola trinken sollte.
Danke Helen, für das Bild. (v.l.n.r)
Kathleen Giesecke
Helen B. Kraft
Annika Dick
Annika Thomaßen

Sylvia Peretić


Kaum im Bett, kurz vorm Einschlafen führen wir noch eine dreistündige Grundsatzdiskussion u.a. über Buchpreisbindung und beschliessen bis zum Aufstehen doch nicht durchzumachen, sondern Powernapping zu betreiben.

Samstagmorgen:
Keine volle Tram. Wir kommen schon um 8:45 an der Messe an, nachdem wir Nikas Koffer für die Abreise verstaut haben.
Die letzten Taschen wollen noch verteilt werden. Wir befürchten aber, dass wir eh nicht weit kommen. Stattdessen schinden wir ein wenig Zeit im Plausch mit der Security vor der Messe, die "Stichprobenartig" - also JEDE - Tasche kontrolliert. Wir erfahren, es gab bisher keine größeren Vorkommnisse, ein Glück.
Um Punkt 10Uhr steht die erste Lesung an, die wir uns auch anhören wollen. Da wir aber erst um Punkt 10Uhr eingelassen werden und mindestens 5Minuten bis in die hinterste Ecke zur Fantasy Lese-Insel benötigen, platzen wir mitten rein. Doof.
Seitenwand des Mixtvision Verlages zu dem Buch "Wo die Geschichten wohnen" von Oliver Jeffers und Sam Winston


Samstagmittag:
Aus dem: "Och geht ja doch noch." ist ein: "Da geht's auch nicht schneller." geworden. Zudem wurde das gesamte Mittelschiff zwischen den Hallen in eine Einbahnstraße verwandelt und auch die Security lieb anlächeln, hilft nicht. Wir müssen außen rum. Key möchte doch noch mal über die 3 in die stickige 1, sie hat da gestern unter allen Zeichnern Eine übersehen! Das geht doch nicht. Nika schiebt sich tapfer mit durch.
Dann verbringen wir den Rest der Zeit damit, uns von allen zu verabschieden. Die Füße wollen nicht mehr. Vor allem nicht mehr Stehen, Gehen geht ja. Wobei man auch ehrlich zugeben muss, dass die Füße irgendwann eine Symbiose mit dem Bodenbelag eingehen und sich dann nur noch eben dieser unter einem bewegt, anstatt der Beine.

Es gäbe ja noch den Sonntag, aber uns reicht es auch bis hier hin. Während Nika schon im Zug sitzt, packt Key zusammen und legt noch mal die Füße hoch, bevor sie sich die Gurkerei durch Leipzig Mitte antut. Immerhin wollen danach ja noch 400 KM Autobahn abgerissen werden. (Was aber mit Tempomat, Sonnenschein und einer fast ganz freien Bahn, für die Beine gerade noch so aushaltbar ist.)
Keys kleine Beute
Nicht auf's Bild geschafft haben es die Buttons.
Die haben schon alle ihren Platz am Rucksack gefunden.

Nikas kleine Beute
(die Flyer haben leider vor lauter
Büchern nicht mehr drauf gepasst)



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