Donnerstag, 20. April 2017

[Vorstellung] Wolkodav I (by Key)

Wolkodav I – Das Schwert des Grauen Hundes, Maria Semenova 
Valkyren Verlag, 2017   
Preis: 4,99€
EBook: 325 Seiten
ISBN: 978-3-946608-06-6

Nachdem der Krieger Wolkodav aus jahrelanger Gefangenschaft in den schrecklichen Minen der Edelsteinberge entkommen ist, lebt er nur für eines: Rache. Zwar gewähren die Götter ihm diese, haben mit ihm aber noch anderes im Sinn. Dafür muss der letzte Überlebende der Grauen Hunde zunächst lernen, wieder unter den Menschen zu bestehen. Viele Gebräuche sind ihm fremd und er kennt sein eigenes Herz nicht mehr, doch treue Freunde und Verbündete lehren ihn das fast Vergessene. Auf der Reise in die Handelsstadt Galirad erringt er im Kampf ein altes, heiliges Schwert. Dessen Schicksal und sein eigenes sind fortan eng verbunden. Genauso wie mit jenem der Fürstin Jelen.

Slawische Fantasy direkt aus Russland und der große Auftakt einer außergewöhnlichen Saga.


Zwischen Kettenhemd und Kreml

"Ein Viertel eines Pferdes in Silber."

Wie ist das denn bei euch so? Also ich kenne mich im slawischen Bereich nicht sehr aus. Ich habe letztes Jahr versucht: Pehovs Chroniken von Hara zu lesen. Allerdings ist das einfach nicht so mein Fall. Und was ist denn überhaupt slawisch? Bei mir hört es ja schon bei der Baba Jaga auf. Und was bitte ist dann "Slawische Fantasy"? Und kann ich diese Frage etwa beantworten? Ich kenne ja nicht einmal die Autorin Maria Vasilyevna Semyonova. Aber man kann in einer kurzen Suchmaschinen-Recherche schon ein paar Details finden. 

Die Autorin ist, soweit ich das sehe, sogar recht (sehr!) bekannt in Russland. Aber unsereins hört und liest ja eher weniger aus dem Osten. Vielmehr sind unsere Übersetzer mit englischen und amerikanischen Werken beschäftigt. Tatsächlich finde ich das schade, auch gerade im Fantasy-Bereich. Wer weiss schon, was uns da so entgeht. Etwas wie das Werk, welches ich euch hier vorstelle vielleicht.

Und dabei hatte ich so einige hübsche Assoziationen beim Lesen. Ich kann euch deswegen sagen: So fern ist es nicht. Es ist anders, aber angenehm. Und es ist erfrischend, durch viele Bezeichnungen die uns einfach nicht geläufig sind. Oder wisst ihr was eine "Poneva" ist? Auch schön finde ich die mittelalter- und fantasytaugliche Sprache an sich. Um mal ein Beispiel herauszupicken: "Recken". Darüber hinaus bietet der erste Teil des Romans viele kulturelle und traditionelle Unterschiede, die wir Europäer vielleicht nicht sofort nachvollziehen können. Mir fallen da gewisse Perlen ein.

"Die Frau ist wunderschön,
weil sie geliebt wird
.
"

Die Handlung und die Charaktere aber sind gut nachvollziehbar und stehen der meisten bekannten Möglichkeiten in Nichts nach. Teilweise hat man sogar das Gefühl ein wenig in eine Pen'n'Paper Gruppe geraten zu sein. Auch wenn Protagonist und Titelgeber Wolkodav natürlich ganz der Mann im Buch (Haus) ist. So sollte man jedoch nicht gleich denken: Na, wenn die Key das schon so sagt, dann ist es eher was für Männer! Würde ich sagen: Nein. Es gibt einige - viele - Stellen in denen Frauen ganz besondere Aufmerksamkeit zu Teil wird in diesem Werk und das fällt vor allem mit unter die "kulturellen und traditionellen" Darstellungen in diesem Roman.

Ein Werk welches man ganz bestimmt nicht vorverurteilen sollte. Und wer, wie ich, noch nicht viel Kontakt mit der slawischen Fantasy hatte, der ist hier gut aufgehoben.
Versucht es einfach mal über die Leseprobe des Verlags oder springt ins kalte Wasser in der LeseRunde auf Lovelybooks.

Mal schauen, was euch so für Fragen bleiben. Ich für meinen Teil wüsste zu gern: ob der Welpe noch einen Namen bekommt; auf wen Bravlin gewettet hat; wo wohl die Insel von Ojlen Ul ist; und ob das Kettenhemd auch sprechen kann?

"Vom Lernen konnte das Gehirn offenbar
auch Blasen bekommen
.
"


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